neues Vakzin Corona-Totimpfstoff: Was ist dran an Valneva?

Derzeit gibt es gegen das Coronavirus nur zwei Impfstoffe: Vektor und mRNA. Das Unternehmen Valneva hat nun die Zulassung für einen Totimpfstoff beantragt. Was ist dran an dem Vakzin?

Corona Impfstoff Valneva
Der österreichisch-französische Konzern Valneva hat einen Totimpfstoff entwickelt. Bildrechte: imago images/TT

Bislang sind vier Impfstoffe gegen das Coronavirus auf dem europäischen Markt. Sie basieren auf unterschiedlichen Technologien: Vektor-Impfstoffe (Astrazeneca und Johnson & Johnson) und mRNA-Impfstoffe (Moderna und Biontech/Pfizer).

Der französisch-österreichische Biotech-Konzern Valenva entwickelt derzeit einen Totimpfstoff, wie er seit Jahrzehnten auch gegen Grippe, Kinderlähmung oder Tetanus eingesetzt wird. VLA2001 heißt er derzeit und das Unternehmen geht davon aus, dass eine Zulassung in Europa noch Ende 2021 erfolgen könnte. Ein Zulassungsverfahren bei der britischen Arzneimittelbehörde wurde bereits beantragt.

Das Vakzin könnte die globale Impfkampagne voranbringen. Denn viele Menschen scheuen sich vor einer Impfung mit den jetzigen Vakzinen, da sie wenig Vertrauen in deren Entwicklung und Zulassung haben. Es sei zu wenig über Langzeitwirkungen und Nebenwirkungen bekannt.

Ein althergebrachtes Verfahren könnte daher Impf-Zögerer dazu bewegen, sich doch noch immunisieren zu lassen, um schweren und schwersten Covid-19-Krankheitsverläufen zu entgehen.

Valneva Impfstoff
Valneva hat ein Zulassungsverfahren für Großbritannien beantragt. Bildrechte: imago images/ZUMA Wire

So funktioniert der Totimpfstoff

Bei einem Totimpfstoff werden wortwörtlich echte abgetötete Viren oder Virenstücke zusammen mit zwei Wirkverstärkern verimpft. In diesem Fall ganze inaktivierte Viruspartikel von SARS-CoV-2.

Weil unser Immunsystem nicht nur mit einzelnen Bausteinen, sondern mit dem gesamten Virus in Berührung kommt, produziert es Antikörper gegen alle Bestandteile des Virus.

mRNA-Impfstoffe schleusen nur den Bauplan des zackenförmigen Spike-Proteins, das sich auf der Außenhülle des Coronavirus befindet, in unseren Körper.

Vektor-Impfstoffe bestehen aus sogenannten Vektorviren. Sie enthalten und transportieren die genetische Information für ein einzelnes Eiweiß des Corona-Virus, das sogenannte Spikeprotein. Und diese Information wird nach Eintritt in die Zellen "abgelesen", woraufhin diese Zellen dann das Spikeprotein selbst herstellen. So soll der Immunschutz gegen das Corona-Virus aufgebaut werden.

Ob aber eine möglicherweise umfassendere Immunantwort bei einem Totimpfstoff auch gleichbedeutend mit einem stärkeren Impfschutz ist, ist noch unklar. Immerhin haben bereits Moderna und Biontech/Pfizer einen Impfschutz von 95 Prozent.

Feierabend-Impfen im Imfzentrum in Weimar mit Johnson&Johnson
Impfen ist noch immer das Mittel der Wahl gegen das Coronavirus. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Welche Vorteile hat ein Totimpfstoff?

Ein zentraler Vorteil der Totimpfstoffe ist ihre Lagerfähigkeit. Sie können bis zu mehrere Jahre bei Kühlschranktemperaturen aufbewahrt werden und behalten ihre Wirksamkeit noch, wenn sie rund 24 Stunden bei Raumtemperatur gelagert wurden.

Auch sind Totimpfstoffe in der Regel sehr gut verträglich und haben nur wenige Nebenwirkungen.

Welche Totimpfstoffe sind noch auf dem Markt?

In Europa ist noch kein Totimpfstoff gegen das Coronavirus zugelassen. China setzt bereits das Vakzin Vero/Sinopharm, Russland das Vakzin Covivac und Indien das Vakzin Covaxin ein. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) prüft derzeit den chinesischen Kandidaten Coronavac.

Ein weiterer Totimpfstoff des US-Konzerns Novavax lässt in der Zulassung noch auf sich warten, befindet sich aber in der letzten Studienphase. Dieser Kandidat verabreicht ebenfalls Teile des Spike-Virus, allerdings künstlich hergestellte.

Derweil haben das Mainzer Pharma-Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer jetzt auch in Europa eine Zulassung ihres Corona-Impfstoffs für Kinder von fünf bis elf Jahren beantragt. Bereits am 7. Oktober hatte der Konzern die Notfallzulassung des Impfstoffs für Kinder in den USA beantragt.

* Geändert am 21. Oktober 2021.

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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 15. Oktober 2021 | 17:15 Uhr

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