Schon gewusst? Sechs kuriose Fakten über Zwillinge, die Sie noch nicht kannten

Mehrlingsgeburten sind äußerst selten. Doch Zwillingsgeburten werden immer häufiger. Wir überraschen Sie mit sechs kuriosen Fakten über Zwillinge, die Sie so bestimmt noch nicht kannten.

Zwillinge
Ein ungewohnter Anblick? Bald nicht mehr, denn Zwillingsgeburten werden immer häufiger. Bildrechte: IMAGO / Westend61

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind im Jahr 2019 in Deutschland 14.400 Zwillinge zur Welt gekommen. Der Trend zur Mehrlingsgeburt steigt somit immer weiter. Zum Vergleich: 2012 wurden "nur" 11.648 Zwillinge geboren. Seit den 1980er-Jahren hat sich der Anteil an Mehrlingsgeburten sogar verdoppelt. 

Was dahinter steckt? Mediziner sehen die Gründe darin, dass sich immer mehr Frauen künstlich befruchten lassen und die Bevölkerung im Durchschnitt fitter ist als noch vor ein paar Jahren. Außerdem: Die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsgeburt steigt mit dem Alter. Im Jahr 2019 waren 26 Prozent der Mütter von Mehrlingen zwischen 35 und 39 Jahre alt. 

Doch das sind nicht die einzigen Infos über Zwillinge, die wir in petto haben.

Zwillingsbabys
Eineiig oder zweieiig - Zwillinge werden immer häufiger geboren. Bildrechte: Colourbox.de

1.  Zweieiige Zwillinge können verschiedene Väter haben

Starten wir gleich mit dem vielleicht kuriosesten Fakt: Zwillinge müssen nicht zwangsläufig ein und denselben biologischen Vater haben. Wie das gehen soll? Eine Frau kann hormonell bedingt zeitgleich zwei Eizellen produzieren. Wenn sie in sehr kurzem Abstand Sex mit zwei Männer hat, kann es sein, dass erst die eine und dann die andere Eizelle befruchtet wird.

Allerdings ist das Phänomen sehr selten, weltweit sind aktuell nicht einmal 20 Paare bekannt. Reproduktionsmediziner gehen aber davon aus, dass die Dunkelziffer sehr viel höher ist.

2. Nur ein Viertel der in Deutschland geborenen Zwillinge ist eineiig

Tatsächlich sind viel mehr Zwillinge zwei- als eineiig. Das schreibt unter anderem die Website familie.de. Die Wahrscheinlichkeit, ein eineiiges Zwillingspärchen zu bekommen, liegt also nur bei 4:1000. An dieser Rate ändert sich tatsächlich seit den 1980er-Jahren kaum etwas. Jedoch werden immer mehr zweieiige Zwillinge geboren. 

Zwillingsjungen, Kopf an Kopf lachend, in Großaufnahme.
Wie ein Ei dem anderen? Nur 25 Prozent der Zwillinge sind eineiig. Bildrechte: IMAGO/YAY Images

3. Zwillinge sind häufig Linkshänder

10,6 Prozent aller Menschen sind Linkshänder. Kurios: 22 Prozent von ihnen haben einen Zwilling. Unter eineiigen Zwillingspaaren sind besonders häufig ein Links- und ein Rechtshänder zu finden. Woran das liegt? Darüber streiten sich Wissenschaftler.

Eine mögliche Erklärung: Bei eineiigen Zwillingen tritt häufig eine "Spiegelverkehrtheit" auf. 25 Prozent aller eineiigen Zwillinge liegen sich im Mutterleib gegenüber, man nennt sie "Spiegelzwillinge". Sie sind ein exaktes Abbild des anderen. Oft haben sie exakt gleiche Muttermale, nur eben spiegelverkehrt. Ebenso ist einer von beiden Rechts- und der andere Linkshänder. 

4. Eineiige Zwillinge haben unterschiedliche Fingerabdrücke

Eineiige Zwillinge müssen sich nicht in jedem Detail gleichen. Denn je früher sich das befruchtete Ei in zwei Embryonen spaltet, umso unterschiedlicher entwickeln sich auch die Fingerabdrücke. Die Abdrücke sind sich zwar sehr, sehr ähnlich, lassen sich aber mit der richtigen Technik voneinander unterscheiden. 

Fingerabdrücke sind bis heute wichtige Beweismittel der Polizei
Exakt identische Fingerabdrücke gibt es so gut wie nicht. Bildrechte: MDR/Karsten Möbius

5. Zeitversetzte Zwillingsgeburten sind möglich

Dass Zwillinge mitunter an unterschiedlichen Tagen geboren werden, kommt häufiger vor als gedacht. Doch wahrscheinlich wussten nur die wenigsten, dass Zwillinge auch mit mehreren Monaten Abstand geboren werden können. So geschehen 2015 in Paderborn, wie unter anderem der "Stern" berichtete: Da kam erst ein Junge auf die Welt und sechs Wochen später sein Schwesterchen. 

Als die Fruchtblase, in der der kleine Junge schwamm, platzte, war die Mutter der Zwillinge erst im sechsten Monat der Schwangerschaft. Das Frühchen kam auf natürlichem Weg zur Welt. Das Zwillingsmädchen schwamm weiterhin in ihrer eigenen Fruchtblase im Mutterleib. Die Ärzte hatten der Mutter nach der Frühchengeburt wehenhemmende Mittel gespritzt und konnten den Geburtsverlauf somit aufhalten. 

6. Leben Zwillingsmütter länger?

Eine Studie der University of Utah bewies 2011 tatsächlich: Im Vergleich zu Müttern, die Kinder einzeln bekommen hatten, haben Mütter von Zwillingen ein geringeres Sterberisiko. Sie sind länger fitt und gesund und lebten nach der Menopause noch viel länger. 

Allerdings hat die Studie einen Haken: Denn die Daten stammen aus dem 19. Jahrhundert, als es noch keine künstliche Befruchtung gab. Die Forscher analysierten Daten von mehr als 58.000 Frauen, die zwischen 1807 und 1899 geboren worden waren, älter als 50 Jahre wurden und mit einem Mann verheiratet waren, der an ihrem 50. Geburtstag noch lebte, wie die "Welt" berichtete. Die Wissenschaftler gingen davon aus, dass die damaligen Zwillingsmütter generell eine bessere Konstitution hatten und gesünder lebten.


Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 07. August 2022 | 17:00 Uhr

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