Entlastungspaket Auch Rentner bekommen die 300 Euro Energiepauschale

Um die steigenden Energiekosten zu stemmen, werden Wohngeldempfänger mit einer Energiepreispauschale bedacht. Wer steuerpflichtig erwerbstätig ist, bekommt 300 Euro Zuschuss. Zuerst sind beim Entlastungspaket Rentner und Studenten leer ausgegangen, doch das hat sich jetzt geändert.

Hand einer Seniorin mit Altersflecken auf dem Thermostat einer Heizung
Beim Entlastungspaket der Bundesregierung sind Rentnerinnen und Rentner bislang leer ausgegangen. Bildrechte: imago images/imagebroker

UPDATE: Mit dem dritten Entlastungspaket bekommen auch Rentner, Studenten und Fachhochschüler die Energiepreispauschale.

Bis dahin galt:

Um die steigenden Energiekosten und Lebensmittelpreise für die Bevölkerung abzufedern, hat die Bundesregierung ein umfangreiches Entlastungspaket beschlossen. Das sieht unter anderem vor, Wohngeldempfänger mit einer Energiepreispauschale von 270 Euro zu entlasten. Wer steuerpflichtig erwerbstätig ist, bekommt 300 Euro - muss sie allerdings versteuern.

Wegen Rentenerhöhung kein Energiekostenzuschuss

Leer ausgegangen sind bislang die Rentner. Der Grund dafür ist, dass ihre Renten und Pensionen zum 1. Juli 2022 deutlich angehoben wurden. Dennoch: Wer viel Zeit zu Hause verbringt, wird die steigenden Energiepreise ganz besonders zu spüren bekommen.

Eine Großmutter füttert ihren Enkel
Eine Arbeitsstunde soll ausreichen, um die Kriterien für die Energiekostenpauschale zu erfüllen. Bildrechte: imago/Petra Schneider

Berufstätigkeit für eine Stunde?

Mit einem kleinen Trick können sich auch Rentner und Studenten, die keinen Nebenjob haben, die 300 Euro vom Staat sichern. Verraten hat den ausgerechnet eine Finanzexpertin der CDU namens Antje Tillmann.

Sie rät, kurzfristig ein Arbeitsverhältnis einzugehen. Eine Stunde Babysitting für zwölf Euro Mindestlohn sei ausreichend, um als erwerbstätig zu gelten - und die Energiepreispauschale zu bekommen.

Anschließend müsse die eine Arbeitsstunde in der Steuererklärung angegeben werden. Die wird vom Finanzamt automatisch auf die Anspruchsvoraussetzungen hin überprüft. Werden diese erfüllt, müsste sowohl der Ruheständler als auch der Studierende die Energiepreispauschale im Mai 2023 ausbezahlt bekommen.

Achtung: Der Bezieher muss aber offiziell bei der Minijob-Zentrale gemeldet sein, sonst könnte ein Bußgeld drohen. Babysitten gilt dann als "Gefälligkeitsverhältnis".

Wichtig! Minijob darf nicht als Gefälligkeitsverhältnis bewertet werden

Mittlerweile ist der Trick der CDU-Finanzexpertin in aller Munde. Bei einigen Rentnern scheint er nicht funktioniert zu haben. Auch bei BRISANT haben sich davon betroffene Seniorinnen und Senioren gemeldet. Die Begründung der zuständigen Behörden: Die eine Arbeitsstunde, die der Ruheständler geleistet habe, sei als "Gefälligkeitsverhältnis" zu werten.

Das Bundesfinanzministerium schreibt dazu auf seiner Internetseite:

"Voraussetzung für die steuerliche Anerkennung eines Dienstverhältnisses ist in jedem Fall, dass es ernsthaft vereinbart und entsprechend der Vereinbarung tatsächlich durchgeführt wird. Die steuerrechtliche Anerkennung des Vereinbarten setzt voraus, dass die Verträge zivilrechtlich wirksam zustande gekommen sind und inhaltlich dem zwischen Fremden Üblichen entsprechen.

Wird nur pro Forma ein Vertrag abgeschlossen, um die EPP zu erhalten (z.B. "Gefälligkeitsverhältnis"), besteht kein Anspruch auf die EPP. Auf mögliche straf- oder bußgeldrechtliche Konsequenzen wird hingewiesen."

Das bedeutet: Eine Stunde Arbeit scheint - entgegen den Ausführungen von Finanzexpertin Tillmann - wohl nicht als als "ernsthaft vereinbartes" Arbeitsverhältnis akzeptiert zu werden. Engagiert man sich für einen ganzen Tag, dürfte das schon ganz anders aussehen. Das Bundesfinanzministerium schreibt dazu:

"Wenn Seniorinnen und Senioren neben ihren Alterseinkünften noch in einem aktiven Dienstverhältnis oder als Freiberufler oder Unternehmer tätig sind und aus einer dieser Tätigkeiten Einkünfte beziehen, dann erhalten sie die EPP."

Und: "Die Tätigkeit muss weder zu einem bestimmten Zeitpunkt noch für eine Mindestdauer ausgeübt werden."

Was sollten die Rentnerinnen und Rentner bei der Steuererklärung beachten?

Damit das Arbeitsverhältnis vom Fiskus als glaubwürdig eingestuft wird, sollte der Lohn für die geleistete Arbeit auf das Konto des Rentners überwiesen werden. Zuvor sollte ein Arbeitsvertrag geschlossen und die Tätigkeit bei der Minijob-Zentrale angemeldet werden. Das ist der sicherste Nachweis dafür, dass die Arbeit tatsächlich ausgeführt worden ist.

BRISANT/bundesfinanzministerium.de
(Aktualisiert und inhaltlich überarbeitet am 1. September 2022)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 01. September 2022 | 17:15 Uhr

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