Energiekrise Gaspreisbremse statt Gasumlage - was bedeutet das für die Verbraucher?

Kommt die Gasumlage - oder kommt sie nicht? Diese Frage bewegte viele Verbraucher. Jetzt hat die Ampel-Koalition die viel diskutierte Umlage gekippt. Stattdessen können sich Gaskunden über eine Preisbremse für Strom und Gas freuen, die schwächelnden Gasimporteure sollen durch maßgeschneiderte Hilfspakete unterstützt werden. Das lässt sich die Regierung einiges kosten.

Illustration - Gaspreisbremse, Gaszähler
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Keine Gasumlage ab 1. Oktober

2,149 Cent Gasumlage sollten ab dem 1. Oktober Haushalte und Unternehmen auf jede Kilowattstunde Gas bezahlen, um die Versorgungssicherheit in Deutschland zu gewährleisten.

Die Umlage sollte Gasimporteure retten, die bislang russisches Gas eingekauft haben und jetzt wegen ausbleibender Lieferungen zu deutlich höheren Preisen woanders kaufen müssen.

Eine Umlage zu Lasten der Verbraucher, die breit diskutiert wurde - und von der Ampel-Koalition nun auf den letzten Metern gestoppt worden ist. Verbrauchern, die sie bereits gezahlt haben, muss sie zurückgezahlt werden.

Senkung der Umsatzsteuer bleibt

Auch wenn die Gasumlage wegfällt, soll die Umsatzsteuer auf Gas bis zum Frühjahr 2024 von derzeit 19 auf sieben Prozent gesenkt werden - das gilt nach dem neuen Beschluss auch für Fernwärme.

Was wird aus der Speicherumlage?

Ob mit dem Aus für die Gasumlage auch die Speicherumlage vom Tisch ist, ist bislang nicht bekannt. Die Speicherumlage sollte ebenfalls ab dem 1. Oktober in Kraft treten und 59 Cent pro Megawattstunde bzw. 0,059 Cent pro Kilowattstunde betragen.

Preisbremse für Verbraucher, Hilfe für Gasimporteure

Statt der Gasumlage sollen für die angeschlagenen Gasimporteure Uniper, Sefe und VNG maßgeschneiderte Maßnahmen entwickelt werden.

Die Verbraucher sollen wiederum durch eine zunächst befristete Gaspreisbremse geschützt werden. Die Bundesregierung will mit einem über Kredite finanzierten 200-Milliarden-Euro-Paket die hohen Energiekosten für die Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Unternehmen senken, damit sich die "Abschlagszahlungen (...) wieder reduzieren können".

Wie die Gaspreisbremse aussehen soll, ist vorerst noch unklar. Bis Mitte Oktober soll eine Expertenkommission einen Vorschlag für eine konkrete Umsetzung erarbeiten. Ziel ist es, die Kosten für ein Grundkontingent zu deckeln. Für alles, was darüber hinaus verbraucht wird, müssen die hohen Preise bezahlt werden.

Strompreisbremse für Privathaushalte und Unternehmen

Nicht nur die Preise für Gas, auch die für Strom sollen künftig gedeckelt werden. Dafür sollen die Zufallsgewinne jener Kraftwerke zur Stromerzeugung abgeschöpft werden, die ohne Gas betrieben werden und derzeit aufgrund des hohen Strompreises hohe Zusatzgewinne einfahren. Mit Hilfe dieser Einnahmen soll der Stromverbrauch von Verbrauchern sowie kleinen und mittleren Unternehmen bis zu einem gewissen Grad zu subventionieren. Auch hier ist die Rede von einem Basisverbrauch.

BRISANT/dpa/epd/AFP

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 29. September 2022 | 17:15 Uhr

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