Royale Stippvisite Von Abu Dhabi nach Spanien: Erster Besuch von Alt-König Juan Carlos in der Heimat

Sein Wohnsitz soll auch künftig Abu Dhabi bleiben, doch so ganz hat der Alt-König seiner spanischen Heimat noch nicht den Rücken gekehrt. Jetzt ist er zum ersten Mal seit fast zwei Jahren nach Spanien gereist - und bei einer Segelregatta mit Hochrufen begrüßt worden. Seine Familie trifft der Ex-Monarch erst kurz vor der Rückreise.

Juan Carlos, Altkönig von Spanien, winkt.
Ist für eine Segelregatta in die Heimat gereist: Ex-König Juan Carlos. Bildrechte: dpa

Affären, große Geldgeschenke aus Saudi-Arabien, Elefanten-Jagd und Vorwürfe der Steuerhinterziehung - Alt-König Juan Carlos hat dem spanischen Königshaus in seinem Ansehen geschadet.

Wegen des Verdachts auf Veruntreuung war der Ex-Monarch im August 2020 ins Exil nach Abu Dhabi gegangen. Nachdem die spanische Justiz im März dieses Jahres die Ermittlungen gegen ihn eingestellt hat, ist Juan Carlos jetzt erstmals seit fast zwei Jahren in seine Heimat zurückgekehrt - und bei seinem Besuch in Sanxenxo mit Hochrufen empfangen worden.

Zu erwarten war dieser freudige Empfang nicht. Selbst im königstreuen Spanien gilt Juan Carlos mittlerweile als umstritten. Früher wurde er als Wegbereiter der spanischen Demokratie gefeiert.

Passionierter Segler: Regatta statt Familie

Grund für seine Rückkehr soll die Segel-Meisterschaft in Sanxenxo sein, an der Juan Carlos früher selbst mehrfach teilgenommen hat. Das hatte der Zarzuela-Palast kurz vor seiner Anfunft öffentlich gemacht. Denn vom Alt-König hat sich die restliche Königsfamilie mittlerweile distanziert.

Ob der einst passionierte Segler selbst an der Regatta teilnehmen wird, ist unklar. Bei seinem Besuch in Sanxenxo zeigte sich Juan Carlos zwar in bester Laune, hatte jedoch erhebliche Probleme beim Laufen. Der 84-Jährige musste sich auf einen Stock stützen, während er auf der anderen Seite von einem Mann geführt wurde.

Bereits im Juni will Juan Carlos erneut in der galicischen Küstenstadt zu Gast sein. Dann stehen in Sanxenxo die Segel-Weltmeisterschaften an. Die konnte der Alt-König in den Jahren 2017 und 2019 noch für sich entscheiden.

Juan Carlos (l), Altkönig von Spanien, spricht mit Schaulustigen vor einem Empfang in einem Nautikclub vor einer Segelveranstaltung in Sanxenxo, Nordwestspanien.
Musste sich bei seinem Besuch in Sanxenxo auf einen Stock stützen und wurde zeitweise zusätzlich geführt: Ex-Monarch Juan Carlos. Bildrechte: dpa

Im Königspalast eine persona non grata

Vom Flughafen wurde Juan Carlos von seiner ältesten Tochter Elena abgeholt. Zu ihr pflegt er nach wie vor ein gutes Verhältnis. Die restlichen Mitglieder seiner Familie - insbesondere Sohn König Felipe VI. und Ehefrau Sofía - wird Juan Carlos erst kurz vor seiner Abreise am kommenden Montag treffen.

Stattfinden soll das Wiedersehen zwar in der Königsresidenz Zarzuela bei Madrid, übernachten darf der Ex-Monarch dort allerdings nicht. Das soll Ministerpräsident Pedro Sánchez bereits im Vorfeld abgelehnt haben. Der Ex-König musste bei einem Segelfreund um Unterschlupf bitten.

Juan Carlos (l), Altkönig von Spanien, kommt mit seiner Tochter Elena (hinten, r) in einem Wagen zum Haus seines Freundes Campos.
Tochter Elena holte den Vater vom Flughafen ab, übernachten darf er bei einem alten Freund. Bildrechte: dpa

Spanisches Königshaus kämpft um Schadensbegrenzung

Während sich Juan Carlos von zumindest einem Teil der Spanier feiern lässt, ist die restliche Königsfamilie um Schadensbegrenzung bemüht. König Felipe hält seinen Vater auf Abstand, legte zuletzt sogar seine Einkünfte offen.

Den Luxus seines Vaters wird er sich wohl nicht leisten können. Im Ranking der europäischen Königshäuser belegt Spanien in Sachen Vermögen aktuell den letzten Platz. Juan Carlos' Erbe wird an den spanischen Staat gehen.

dpa/AFP/BRISANT

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 20. Mai 2022 | 17:15 Uhr

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