Wiesn 2022 Oktoberfest findet statt

Die Stadt München hat entscheiden, dass es nach zwei Jahren Corona-Pause wieder ein Oktoberfest in der Landeshauptstadt geben wird. Experten sahen Corona derzeit nicht mehr als Grund, die Wiesn abzusagen.

Eine Pretzel liegt auf einem Tisch.
2022 wird wieder ein Oktoberfest in München stattfinden. Bildrechte: imago images/Shotshop

Das Warten auf die Wiesn hat ein Ende. Die Stadt München hat entscheiden, dass das Oktoberfest nach zweijähriger Corona-Zwangspause wieder stattfinden kann. Ab dem 17. September heißt auf der Theresienwiese erstmals wieder: "O'zapft is". Das Fest wird bis zum 3. Oktober dauern.

Bereits zwei Jahre Wiesn-Pause

In den vergangenen beiden Jahren war das Oktoberfest wegen der Pandemie abgesagt worden. Längere Pausen gab es in der über 200-jährigen Geschichte des Volksfestes nur in Kriegszeiten. Sechs Millionen Besucher aus aller Welt lockte das größte Volksfest der Welt vor der Pandemie an. Dichtes Gedränge in bierseliger Laune - in Corona-Zeiten mit vollen Intensivstationen war das kaum vorstellbar.

Wiesnbesucher feiern nach dem Anstich im Hofbräuzelt.
Ansteckungsgefahr bei dichtem Gedränge hat dem Oktoberfest bereits zweimal den Gar ausgemacht. (Archiv) Bildrechte: dpa

Wiesn-Chef ist zuversichtlich

Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner hatte sich zuletzt schon zuversichtlich geäußert, dass dieses Jahr wieder gefeiert werden kann. "Ich bin zuversichtlicher denn je", sagte er. "Nürnberg und Augsburg zeigen, Volksfeste feiern ist wieder möglich." Mittlerweile sind im Freistaat sämtliche Corona-Auflagen auch für Volksfeste weggefallen. Die Entscheidung, ob und wie Volksfeste stattfinden, treffen die jeweiligen Kommunen.

Konzepte liegen vor

Die Verantwortlichen hatten bereits im vergangenen Jahr an Konzepten gearbeitet, wie die Wiesn 2022 trotz Corona stattfinden könnte. Zeitweise war angedacht worden, je nach Lage nur Geimpfte und Genesene auf das Festgelände zu lassen. Es gebe aber derzeit keine Rechtsgrundlage für Einschränkungen, so Baumgärtner.

Mediziner: Corona kein Absagegrund

Dass die Wiesn ein Infektions-Risiko-Ereignis sind, ist unstrittig. Der Münchner Infektiologe Christoph Spinner sieht jedoch keinen Grund, das Oktoberfest deshalb erneut abzusagen. Schließlich sei niemand gezwungen, das Volksfest zu besuchen. Zudem sei die Gefahr, an Covid-19 zu sterben, inzwischen geringer als bei einer Virusgrippe. Dennoch rät der Mediziner: "Wenn Sie Corona vermeiden wollen, dann gehen Sie lieber nicht auf die Wiesn."

Zwei Frauen stoßen in einem Biergarten in mit zwei Bierkrügen an.
In diesem Jahr kann wieder ordentlich auf der Wiesn angestoßen werden. Bildrechte: dpa

Auswirkungen des Kriege in der Ukraine

Neben der Pandemie-Komponente war zuletzt nach einem bewegenden Auftritt des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko per Live-Schalte im Münchner Stadtrat eine Debatte entbrannt, ob angesichts des Krieges und des Leidens der Menschen in der Ukraine fröhlich gefeiert werden könne.

Volksfest als Zeichen für Völkerverständigung

Die Wiesn-Wirte hatten entgegnet, es trage zur Völkerverständigung bei, wenn Menschen aus aller Welt friedlich zusammen feierten. Baumgärtner sagte dazu, das Oktoberfest habe keinen moralischen Anspruch. Es sei ein bayerisches Kulturfest. Eine Absage wegen des Krieges würde Kremlchef Wladimir Putin in die Hände spielen bei seinem Ziel, dass die westliche Kultur beeinträchtigt werde.


(BRISANT/dpa)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 24. April 2022 | 17:00 Uhr

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