Prozess in London Gericht spricht Boris Becker in mehreren Punkten schuldig

Vor knapp fünf Jahren hat ein Londoner Gericht Boris Becker für zahlungsunfähig erklärt. Danach musste er all sein Vermögen offenlegen - doch das tat der einstige Tennis-Superstar offenbar nicht. Zu diesem Schluss zumindest kommt eine Gerichtsjury in der britischen Hauptstadt - und sprach den heutigen TV-Experten in vier von 24 Anklagepunkten schuldig. Muss Boris Becker jetzt in Haft?

Boris Becker
Die Geschworenen haben im Strafprozess gegen Boris Becker entschieden: Der Ex-Tennisstar ist in mehreren Punkten für schuldig befunden worden. Bildrechte: IMAGO / ZUMA Wire

Im Londoner Strafprozess gegen Boris Becker haben die Geschworenen den deutschen Ex-Tennisstar unter anderem wegen Nicht-Offenlegung von Besitztümern sowie der Verschleierung von Schulden in vier von 24 Anklagepunkten für schuldig befunden. Der 54-Jährige habe seinem Insolvenzverwalter Mark Ford Teile seines Vermögens vorenthalten, entschied die Jury am Freitag. Becker verfolgte die Urteilsverkündung mit hochrotem Kopf. Noch kann er gegen das Urteil Berufung einlegen.

Muss Boris Becker ins Gefängnis?

Becker könnte damit theoretisch eine Haftstrafe drohen. Das Strafmaß gegen den dreifachen Wimbledon-Gewinner wird erst am am 29. April von Richterin Deborah Taylor verkündet werden.

Vermögenswerte in Insolvenzverfahren nicht ordnungsgemäß angegeben

2017 war Boris Becker von einem britischen Gericht für zahlungsunfähig erklärt worden. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft soll er im anschließenden Insolvenzverfahren nicht ausreichend kooperiert haben.

Dem Ex-Tennisstar wurde vorgeworfen, Vermögenswerte wie Immobilien, Konten und wichtige Trophäen wie einen Wimbledon-Pokal in seinem Insolvenzverfahren nicht ordnungsgemäß angegeben zu haben. Im Strafprozess hatte der 54-Jährige die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. Er habe sich auf seine Berater verlassen. Sein Anwalt Jonathan Laidlaw hatte ihn im Prozess als naiv und faul dargestellt. Zudem sei Becker nicht rechtzeitig informiert worden, welche Pflichten er nach seiner Insolvenz hatte.

Die Geschworenen kamen dennoch zu dem Schluss, dass er in 4 von 24 Anklagepunkten entgegen der gesetzlichen Vorgaben nicht seinen gesamten Besitz offengelegt hat.

Boris Becker, seine Lebensgefährtin Lilian de Carvalho Monteiro und sein Sohn Noah
Zuletzt war Boris Becker nicht nur von Lebensgefährtin Lilian de Carvalho Monteiro, sondern auch von Sohn Noah zu den Plädoyers begleitet worden. Bildrechte: IMAGO/ZUMA Wire

Staatsanwältin glaubt Becker nicht

Staatsanwältin Rebecca Chalkley schenkte Beckers Angaben keinen Glauben. Der einstige Tennisstar habe vorsätzlich Geld auf andere Konten überwiesen, um es dem Zugriff seiner Insolvenzverwalter zu entziehen. Zudem habe er gewusst, dass er als Eigentümer mehrerer Immobilien eingetragen war, sagte sie in dem Verfahren.

SID/AFP/dpa

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 08. April 2022 | 17:15 Uhr

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