Ukrainische Präsidentengattin Offener Brief: Olena Selenska schildert das Leiden der ukrainischen Bevölkerung

Die ukrainische Zivilbevölkerung leidet unter dem russischen Angriffskrieg. Wie sehr, das schildert Präsidentengattin Olena Selenska in einem offenen Brief, den sie auf ihrem Instagram-Account veröffentlicht hat. Stellvertretend für die bislang mehr als 40 getöteten ukrainischen Kinder schildert Selenska mit bewegenden Worten einzelne Schicksale.

Olena Selenska bei einer Eröffnung
In einem offenen Brief schildert Olena Selenska das Leiden der ukrainischen Zivilbevölkerung. (Archivbild) Bildrechte: Getty Images

Die Frau des ukrainischen Staatschefs, Olena Selenska, hat Russland in einem offenen Brief "Massenmord" an Zivilisten vorgeworfen.

"Trotz der Beteuerungen der vom Kreml unterstützten Propaganda-Organisationen, die dies als 'Sondereinsatz' bezeichnen, handelt es sich in Wirklichkeit um einen Massenmord an ukrainischen Zivilisten", erklärt sie in dem Schreiben an die weltweiten Medien, das sie Dienstagabend (8. März) auf Deutsch, Englisch und Ukrainisch auf ihrem offiziellen Instagram-Account veröffentlichte.

Ukrainische Zivilbevölkerung leidet unter russischem Angriffskrieg

In ihrem Brief schildert Olena Selenska aus ihrer Sicht das Leiden der ukrainischen Zivilbevölkerung unter dem russischen Angriffskrieg. Zahlreiche Menschen seien auf der Flucht. Kranken, die nicht flüchten könnten, sei es nicht möglich, lebenswichtige medizinische Behandlungen zu erhalten. Andere müssten ohne Essen in Luftschutzbunkern, Kellern und U-Bahnhöfen ausharren.

Unsere Wege sind überfüllt mit Flüchtlingen - in vielen eurer Länder seht ihr bereits die müden Frauen und Kinder mit Schmerzen in den Augen.

Olena Selenska Instagram

Bereits mehr als 40 Kinder durch Krieg getötet

Besonders nah geht Olena Selenska, selbst zweifache Mutter, das Leid der ukrainischen Kinder. Stellvertretend für mittlerweile mehr als 40 im Krieg getötete Kinder möchte Olena Selenska in ihrem Schreiben einzelnen Schicksalen ein Gesicht geben.

Das Schlimmste ist, über Kinderopfer zu lesen. Die achtjährige Alisa, die in der Straße von Okhtyrka starb, deren Großvater sie mit seinem Körper zu schützen versuchte. Oder Polina aus Kyjiw, die zusammen mit ihren Eltern beim Beschuss starb. Oder etwa der 14-jährige Arsenij - in einem einst friedlichen Vorort der Hauptstadt traf ein Wrack den Jungen am Kopf, den der Krankenwagen durch starken Beschuss einfach nicht erreichen konnte.

Olena Selenska Instagram

Bereits in den vergangenen Tagen hatte die Frau des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj immer wieder Bilder von Kindern veröffentlicht, die durch den Krieg gestorben sein sollen.

Bitte um weitere humanitäre Hilfe

Darüber hinaus wiederholt Olena Selenska in ihrem Schreiben die Forderung ihres Mannes an die Nato, eine Flugverbotszone über der Ukraine einzurichten. Und: Sie bittet um weitere humanitäre Hilfe für die Menschen in der Ukraine - und dankt für bereits geleistete Hilfe, die Aufnahme Geflüchteter und die Solidaritätsbekundungen mit der Ukraine auf der ganzen Welt.

Mehr als zwei Millionen Flüchtende, mindestens 406 getötete Zivilisten

UN-Angaben zufolge sind mittlerweile mehr als zwei Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen. Die UN zählte zuletzt mindestens 406 getötete Zivilisten, wobei die UN nach eigenen Angaben davon ausgeht, dass die Zahl viel zu niedrig ist.

AFP/dpa/BRISANT

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 09. März 2022 | 17:15 Uhr

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