Albtraum auf der Autobahn Horrorszenario Falschfahrer: So verhalten Sie sich richtig

Es ist ein Albtraum auf der Autobahn: Bei voller Fahrt taucht plötzlich ein Falschfahrer in der Gegenrichtung auf. In dem Fall gilt es vor allem, die Nerven zu behalten. Doch wie reagiert man in solch einer Situation richtig? Und wie verhält man sich, wenn man selbst zum Geisterfahrer wird?

Geisterfahrer auf der Autobahn.
Bis zu 2.000 Meldungen zu Geisterfahrer gibt es pro Jahr. (Archiv) Bildrechte: imago/imagebroker

Vor der Abfahrt

Der Verkehrsfunk deutscher Radiosender gibt stets aktuelle Verkehrswarnungen der Polizei durch. Deshalb ist empfehlenswert:

  • Vor Fahrtbeginn das Radio einschalten.
  • Die RDS-Funktion des Radios einschalten. Sie unterbricht bei aktuellen Warnmeldungen das laufende Programm.
  • Auch wenn keine Musik gewünscht ist, sollte das Radio mit minimaler Lautstärke laufen. Die RDS-Funktion informiert dann trotzdem über aktuelle Warnungen.
  • Aktuelle Navigationsgeräte haben diese Funktion meist auch.

Während der Fahrt bei einer Warnung

Gibt der Verkehrsfunk eine Warnung zu einem Geisterfahrer in unmittelbarer Nähe durch, ist folgendes Verhalten ratsam:

  • Tempo runter und im Verkehrsfluss weiterfahren
  • Abstand halten und nicht überholen.
  • Möglichst weit rechts auf dem Fahrstreifen fahren. Der Seitenstreifen sollte dabei aber frei bleiben.
  • Wenn möglich, die Autobahn bei der nächsten Abfahrt verlassen oder auf einen Rasthof fahren.
  • Verkehrsfunk weiter verfolgen und auf Entwarnung warten.

Der Ernstfall während der Fahrt

Kommt auf der Autobahn tatsächlich ein Geisterfahrer entgegen, gilt es vor allem, Ruhe zu bewahren. Auf keinen Fall sollte versucht werden, den Geisterfahrer aufzuhalten. Was ansonsten zu beachten ist, hat Siegfried Brockmann, der Leiter Unfallforschung der Versicherer, BRISANT erklärt.

Zusammengefasst:

  • Tempo drosseln und den Geisterfahrer per "Lichthupe" auf sich aufmerksam machen.
  • Abstand zum Geisterfahrer und zu anderen Autos halten.
  • Ist der Geisterfahrer vorbei sollte die Polizei informiert werden. Dazu zum Beispiel auf den nächsten Rastplatz fahren und genau Angaben zum Fahrzeug und Streckenabschnitt machen.

Gründe für Geisterfahrten

Für die meisten Menschen ist es unvorstellbar, selbst zum Geisterfahrer zu werden. Tatsächlich aber kann es jeden treffen. Schlafmangel, erhöhter Stress, Dunkelheit oder ungünstige Witterungsbedingungen sind einige der Gründe, die dazu führen können, dass zum Beispiel ein Straßenschild übersehen wird - und man selbst zum Geisterfahrer werden. Auch Alkohol und Orientierungsprobleme können dazu führen, dass eine falsche Auffahrt an den Anschlussstellen gewählt oder auf den Richtungsfahrbahnen gewendet wird, so eine Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST). Eindeutige und allgemein gültige Gründe für das Falschfahren gibt es nach Angaben von Siegfried Brockmann aber nicht:

Selbst ein Geisterfahrer - Was tun?

  • Ruhe bewahren und die Geschwindigkeit senken.
  • Den Verkehr mit "Lichthupe" und Warnblinklicht auf sich aufmerksam machen.
  • Niemals wenden oder rückwärts fahren.
  • Nicht die Fahrbahn kreuzen und dann am nächstgelegenen Fahrbahnrand anhalten.
  • Warnweste überziehen, vorsichtig aussteigen und hinter eine Schutzplanke begeben. Dabei nicht über die Fahrbahn laufen.
  • So schnell wie möglich die Polizei über die 110 verständigen.

Was tun, um Geisterfahrten zu verhindern?

In den vergangenen Jahren wurde nach Angaben von Siegfried Brockmann bereits viel getan, um eine unklare Verkehrsführung, die häufig zu Geisterfahrten führt, zu verbessern. Doch auch digitale Lösungsansätze werden diskutiert:

(BRISANT/runtervomgas/bmvi/adac)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 27. September 2021 | 17:15 Uhr

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