Gefahr für bedrohte Vogelarten Katze schleppt tote Vögel an - das können Tierhalter dagegen tun

Bis zu 200 Millionen Vögel sollen allein in Deutschland jährlich Katzen zum Opfer fallen. Darunter auch seltener werdende heimische Singvögel. Doch was tun? Mit diesen Methoden halten Sie ihre Samtpfoten davon ab, zum Vogel-Mörder zu werden.

Eine Katze ist in der Dämmerung auf einem Feldweg unterwegs.
So süß sie auch sind können Katzen zur großen Bedrohung von seltenen Singvögelarten werden. Bildrechte: dpa

Ist Ihre Katze Killer- oder Kuschelkatze? Wahrscheinlich beides - zumindest wenn Ihr Haustier ein Freigänger ist. Denn frei laufende Hauskatzen werden laut Studien zum wahren Problem für bedrohte Singvögel. So kamen US-amerikanische Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass in den USA jährlich zwischen 1,4 und 3,7 Milliarden Vögel von Hauskatzen getötet werden. In Deutschland geht man davon aus, dass etwa 200 Millionen Vögel Katzen zum Opfer fallen. Was kann man dagegen tun? 

So gefährden Katzen Singvögel

Es gibt zu viele Katzen, die immer seltener werdende Vögel erlegen. Mehr als 16 Millionen Katzen sollen allein in Deutschland leben (Stand 2021). Kein Wunder, rangieren Samtpfoten in der Haustier-Beliebtheitsskala ganz oben. Doch nicht alle haben ein richtiges Zuhause. Etwa zwei Millionen Katzen streunen herrenlos herum.

Gerade in Häusersiedlungen sind zahlreiche Katzen unterwegs. Die Freigänger stromern durch Gärten und Parks, wo es meist auch Singvögel gibt. Denn die haben hier ausreichend Futter und Nistmöglichkeiten. Der Tisch ist für die Haustiere also reichlich gedeckt. Besonders begehrt bei Katzen: heimische Singvögel wie Amseln, Rotkehlchen, Finken oder Meisen. Leichtes Spiel haben Hauskatzen vor allem bei bodenbrütenden Vogelarten wie der Feldlerche. Die Folge: Die Populationen erlöschen langsam, aber sicher. 

ine Feldlerche (Alauda arvensis) sitzt im Gras auf dem Tempelhofer Feld, dem ehemaligen Flughafen im Berliner Stadtteil Tempelhof.
Besonders bedroht: Bodenbrütende Vogelarten wie die Feldlerche. Bei ihnen haben Katzen leichtes Spiel. Bildrechte: dpa

Ein Herz für Katzen und Vögel

Als Katzenhalter sollte man nicht nur auf das Wohl des eigenen Fellknäuels bedacht sein. Haustierbesitzer sollten sich auch dann Gedanken machen, wenn ihre Katze außer Sichtweite herumstreunt. Mit ein paar wenigen und simplen Tricks kann man verhindern, dass zu viele Vögel dem eigenen Haustier zum Opfer fallen. Denn Tierliebe sollte auch über die eigenen vier Wände hinausreichen. 

Diese sechs Methoden halten Katzen von Singvögeln fern

1. Das richtige Futter 

Katzen sind Fleischfresser - ob es einem gefällt oder nicht. Zu viel pflanzliche Nahrung kann dazu führen, dass die Katze auf Jagdzüge geht und sich ihr Fleisch selber beschaffen möchte. Katzenhalter sollten also immer darauf achten, dass man der eigenen Hauskatze genügend Fleisch zu fressen gibt. Das macht das Fellknäuel satt und zufrieden.

2. Bunte Halsbänder

Katze mit Federhalsband
Auffällige Halsbänder oder -kragen schrecken die Vögel auf, wenn die Katze sich nähert. Bildrechte: Getty Images

Simpel, aber wirkungsvoll: Ein buntes Halsband, das man schon aus der Ferne erkennt, warnt Vögel rechtzeitig vor der nahenden Gefahr. Hierbei aber immer darauf achten, dass das Halsband die Katze selbst nicht behindert. 

3. Bäume und Sträucher schützen

Andersherum funktioniert die Taktik übrigens genauso gut. Statt das eigene Haustier kann man auch Bäume schmücken. Bemerkt man, dass Vögel in einem Baum oder Gebüsch brüten, lohnt es sich, katzenabweisende Manschettenringe anzubringen. 

4. Jungvögel vor Katzen schützen: Hausarrest für Hauskatzen

Eine Katze der Rasse Maine Coon läuft an einer Leine durchs Gras.
Möchte man seine Katze nicht einsperren, kann man sie auch an der Leine spazieren führen. Bildrechte: IMAGO/YAY Images

… zumindest zu bestimmten Zeiten. Gerade im Frühjahr streunen Hauskatzen besonders gern draußen herum. Der Grund: In den Frühlingsmonaten von Mitte Mai bis Mitte Juli sind viele Jungvögel unterwegs und die sind besonders leichte Beute für Katzen. Deshalb der Tipp: Die Katze für eine gewisse Zeit einfach nicht nach draußen lassen. Wer das nicht übers Herz bringt, kann seine Katze auch an der Leine nach draußen begleiten.

5. Mit den Katzen spielen

Wer sich viel mit seiner Hauskatze abgibt und mit ihr spielt, wird merken, dass das eigene Fellknäuel ausgeglichener und ruhiger wird. Denn der angeborene Spieltrieb wird befriedigt. 

6. Freigänger kastrieren und sterilisieren

Um bedrohte Vogelarten dauerhaft zu schützen, muss einer Katzen-Überpopulation vorgebeugt werden. Deshalb fordern viele Tierschützer, dass man verwilderte Hauskatzen oder ganz allgemein alle Freigänger kastriert beziehungsweise sterilisiert. Dies würde dazu führen, dass die Zahl an verwilderten Katzen in kurzer Zeit deutlich abnehmen würde.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 25. Mai 2022 | 17:15 Uhr

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