90-60-90 war gestern Model werden - So klappt es mit dem Traumjob

Model werden, klingt für viele (junge) Menschen immer noch nach einem Traumjob. Doch so glänzend wie der Job auf dem Laufsteg und auf Hochglanz-Bildern erscheint, ist er in der Realität nicht immer. Modeln ist harte Arbeit. Bis sich davon leben lässt, ist es oft ein weiter Weg in dem umkämpften Business. Worauf es ankommt, erfahren Sie hier.

Models zeigen neue Kreationen eines Modelabels
Als Model zu arbeiten, ist für viele immer noch ein Traumjob. (Archiv) Bildrechte: dpa

Eines vorweg: Es gibt nicht den einen Weg, der ins Model-Business führt. Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig und oft spielt auch der Zufall eine große Rolle. Da es keine Ausbildung und kein Studium gibt, um Model zu werden, sind Model-Scouts oder Fotografen häufig die ersten Türöffner in die Welt des Modelns. Tritt dieser Zufall nicht ein, gibt es andere Weg, um dem Glück auf die Sprünge zu helfen.

Model-Agentur als Schlüssel zum Glück?

Für den Werdegang als professionelles Model ist eine seriöse Model-Agentur wichtig, denn die hat oft den besten Zugang zur Branche. Seriös heißt in dem Fall, dass eine Agentur niemals Geld dafür nehmen wird, nur um die Fotos in ihre Kartei aufzunehmen. Seriöse Agenturen verdienen ihr Geld damit, ihre Models zu vermitteln und gehen bei Test-Shootings in Vorleistung.

Bei der Frage, wie man die richtige Agentur findet, gibt es zwei Antworten. Entweder per Model-Scout, der für eine Agentur arbeitet oder durch eine aktive Bewerbung. Die meisten Agenturen bieten auf ihren Webseiten die Möglichkeit, sich unkompliziert zu bewerben. Dafür sind meist nur einige Daten und aussagekräftige Fotos nötig. Dann heißt es abwarten, ob man ins Portfolio der Agentur passt. Was nie schaden kann: ein hochwertiges Profil in den sozialen Medien, vor allem bei Instagram. Topmodels wie Ashley Graham oder La Tecia sind nicht einfach nur Model, sie sind auch Influencerinnen, Bloggerinnen, Aktivistinnen.

Models zeigen Kreationen bei der Show der österreichischen Designerin Florentina Leitner, die mit der Modenschau ihrer Kollektion unter dem Titel "Vacation on the Moon" die Mercedes-Benz Fashion Week im Kraftwerk eröffnet.
Der Weg zu einem Job als professionelles Model kann lang sein. (Archiv) Bildrechte: dpa

Es gibt nicht den einen Model-Typ

Um Model zu werden, ist nicht mehr so sehr entscheidend, ob man einem bestimmten Schönheitsideal entspricht. Die aktuellen Entwicklungen in der Modebranche zeigen, dass Vielfalt zählt. Es gibt also nicht den einen Model-Typ, um erfolgreich zu sein. Die eine hat durch schöne Kurven die Möglichkeit, ein erfolgreiches Curvy Model zu sein, der andere ist zwar klein, kann aber durch ein markantes Gesicht auf Fotos überzeugen. Groß und schlank, mit perfekten Maßen, müssen heute eigentlich nur noch die klassischen Laufsteg-Models sein, die Haute Couture der Designer präsentieren.

In den meisten anderen Bereichen zählt vor allem eine gesunde und positive Ausstrahlung - im kommerziellen Bereich für Werbekampagnen großer Modehersteller auch ein hoher Wiedererkennungswert. Hier kommen die sogenannten "Trendmodels" zum Tragen. Sie sehen zwar immer noch sehr gut aus, müssen aber nicht mehr makellos sein. Vermeintliche Makel wie Zahnlücken oder markante Nasen können so auch zum Vorteil werden. Sie sorgen für Persönlichkeit und eine besondere Ausstrahlung - und zwar über alle Altersklassen hinweg.

Generell gilt: Je besser man sich und seine Vorzüge kennt, desto effizienter kann man passende Agenturen recherchieren und mögliche Einsatzgebiete vorschlagen. Das gilt für Körperteile, Altersklassen und Gewichtsbereiche.

Berliner Modewoche: Im Kraftwerk Berlin präsentiert das aus der Ukraine stammende Model Dascha Carriero Kreationen des Designers Kilian Kerner.
In der Modebranche gibt es nicht mehr nur den einen Typ. Vielfalt ist angesagt. (Archiv) Bildrechte: dpa

Eine Sedcard muss sein

Damit die eigenen Stärken gut zur Geltung kommen, ist eine hochwertige Sedcard nötig. Darin sind Portrait- und Ganzkörperfotos enthalten. Die Aufnahmen sollten verschiedene Seiten zeigen, also sind verschiedene Looks bei einem Shooting empfehlenswert. Ganz wichtig dabei: der natürliche Look ohne viel Make-Up. Denn nur so bekommen Agenturen und potenzielle Kunden einen guten Eindruck.

Wer noch keine Sedcard hat, sollte den Fotografen sorgfältig auswählen. Diese erforderliche Grundinvestition kann hohe Kosten bedeuten, aber hier gilt: Qualität hat ihren Preis. Das gilt auch für einen Stylisten beim Shooting, wenn der Fotograf das nicht selbst anbietet. Um unangenehme Erlebnisse beim Fotografieren zu vermeiden, sollte ein Freund / eine Freundin oder ein Elternteil dabei sein. So können Fotos, die man später möglicherweise bereuen könnte, von vornherein vermieden werden.

Eine junges Mächen wird geschminkt.
Professionelle Bilder in einer Sedcard sind ein Must-have im Model-Business. (Archiv) Bildrechte: dpa

Mentale Stärke im harten Model-Business

Mentale Stärke ist im Model-Business unabdingbar, denn der Job bedeutet zunächst einmal harte Arbeit. Und zwar als Nachwuchs- und Top-Model gleichermaßen. Vor allem am Anfang einer Karriere stehen jede Menge Stress, viele Absagen und endloses Warten bei Castings. Das bedeutet zum einen viele Rückschläge und zum anderen oft das Ausbleiben eines stetigen und ausreichenden Einkommens. Eine zusätzliche Arbeit nebenbei ist oft die einzige Möglichkeit, den Traum vom Modeljob aufrecht zu erhalten.

Auch wenn die Zeit oft knapp ist, sollten alle potenziellen Models sich gesund und ausgewogen ernähren. Auch sportliche und geistige Betätigung kann helfen, den Anstrengungen des Modellebens gerecht zu werden.

Ein männliches Model läuft oben ohne über einen Laufsteg.
Um ein erfolgreiches Model zu werden, braucht es einen langen Atem. (Archiv) Bildrechte: dpa

Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Models

Im Unterschied zu weiblichen Models ist die Körpergröße bei Männern noch sehr wichtig. Das Mindestmaß beträgt hier nach Angaben von Experten 1,80 Meter. Auch der Trend zu mehr Kurven, wie er sich bei Frauen aktuell etabliert, findet bei Männern kaum statt. Hier sind vor allem schmalere Models mit Kleidergröße 46/48 gefragt, die ein trainiertes Äußeres haben, aber keine Muskelberge mit sich herumtragen. Ansonsten unterscheiden sich die ersten Schritte ins Model-Business kaum von denen bei Frauen.


(BRISANT/watchado/pro7/vogue)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 24. Mai 2022 | 17:15 Uhr

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