Feuerwerk-Verbotszonen Silvester 2022 - Hier sind Böller und Feuerwerk verboten

Für die einen gehören Böller und Raketen zu Silvester einfach dazu, andere schlagen jedes Jahr die Hände über dem Kopf zusammen, wenn es um künstlich erzeugten Blitz und Donner geht. Um Gebäude und Menschen zu schützen, gibt es sogenannte Böllerverbotszonen. Wo sich diese befinden, erklärt BRISANT.

Ein Feuerwerk am Nachthimmel.
Silvester steht bevor. Also auch wieder Böllerei und viele Raketen. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / imagebroker

Nach zwei Jahren ohne legalen Raketen- und Böllerverkauf wird Silvester 2022/23 voraussichtlich wieder lauter und bunter. Die Feuerwerk-Industrie rechnet mit einem ähnlichen Silvesterumsatz wie vor der Corona-Pandemie.

Welche Städte Böllerverbotszonen eingerichet haben, haben wir hier in einer Auswahl zusammengestellt:

Bayern

In München ist böllern innerhalb des Mittleren Rings verboten, in Nürnberg rund um den Hauptmarkt und die Kaiserburg, in Regensburg in der kompletten Altstadt und in Augsburg in der Innenstadt.

Baden-Württemberg

Keine Böller oder Feuerwerk erlaubt sind in Stuttgarts Stadtzentrum und rund um den Schlossplatz sowie in Tübingens Altstadt.

Berlin

In Berlin gibt es drei Böller-Verbotszonen: auf dem Alexanderplatz, im sogenannten Steinmetzkiez in Schöneberg nahe der Pallasstraße und rund um das Gefängnis in Alt-Moabit. Das Verbot gilt vom 31. Dezember 18 Uhr bis zum 1. Januar 6 Uhr. Ein Verbot von Pyrotechnik gilt auch für die Silvesterfeier am Brandenburger Tor, die auf dem Pariser Platz stattfindet.

Brandenburg

Es gibt keine Böllerverbote.

Bremen

In Bremen ist Feuerwerk im Schnoor, rund um das Rathaus sowie an der Schlachte zwischen Teerhofbrücke und Bürgermeister-Smidt-Brücke verboten. In Bremerhaven rund um den Zoo am Meer, im Bereich des Willy-Brandt-Platzes und im südlichen Bereich des Neuen Vorhafens.

Hamburg

Rund um die Binnenalster und auf dem Rathausmarkt ist Feuerwerk verboten.

Hessen

In Frankfurt gilt am Eisernen Steg vom 31. Dezember ab 21 Uhr bis 1. Januar um 3 Uhr ein Böllerverbot. An Bahnhöfen gilt außerdem vom 31. Dezember um 12 Uhr bis zum 1. Januar um 9 Uhr ein Waffenverbot. 

Im gesamten Altstadtgebiet und dem Domplatz von Fulda ist Feuerwerk verboten. Auch in Marburg gilt ein Böller-Verbot in der kompletten Oberstadt (Schloss, Schlosspark, am Lutherischen Kirchhof, Elisabethkirche). Gleiches gilt für Darmstadt (Luisenplatz und auf der Mathildenhöhe).

Mecklenburg-Vorpommern

Da an der Ostsee viele Reetdach-Häuser stehen, ist in einigen Ostseebädern kein Feuerwerk erlaubt.

Niedersachsen

Böllern ist in den historischen Altstädten von Göttingen, Lüneburg, Buxtehude und Goslar nicht erlaubt. Hannover, Hildesheim, Celle und Hameln halten ihre Innenstädte Pyro-frei.

Nordrhein-Westfalen

In der gesamten Düsseldorfer Altstadt gilt ein Böllerverbot ab 20 Uhr am 31. Dezember bis um 6 Uhr am Neujahrstag. Die feuerwerksfreie Zone in Köln gilt rund um den Dom von Silvester 18 Uhr bis zum 1. Januar um 5 Uhr. Bielefeld sperrt den engeren Bereich der Sparrenburg und am Boulevard. Dortmund richtet Böllerverbotszonen im Bereich Alter Markt und Reinoldi-Kirche und am Hauptbahnhof ein. Aachen untersagt Feuerwerk auf und innerhalb des Grabenrings.

Sachsen

Es gibt keine Böllerverbote.

Sachsen-Anhalt

Da in QuedlinburgWernigerode (am Markt- und Nicolaiplatz) und in Halberstadt denkmalgeschützte Fachwerkhäuser stehen, ist Feuerwerk in der Innenstadt verboten. Gleiches gilt für Kalbe und Salzwedel.

Thüringen

Rund um die Heidecksburg in Rudolstadt und Schloss Friedenstein in Gotha ist Feuerwerk tabu. Ebenso in Weimar zwischen Theaterplatz und Frauenplan.

Feuerwerkskörper auf einem Tisch
In Berlin wird es wieder Böllerverbotszonen geben. (Symbolbild) Bildrechte: imago images/Christian Ohde

Grundsätzlich kein Böllern in der Nähe von Schutzobjekten

Unabhängig davon gilt in ganz Deutschland: In unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden darf keine Pyrotechnik abgebrannt werden, also nicht geböllert oder Raketen gezündet werden (§ 23 Abs. 1 der Ersten Verordnung zum Sprengstoffgesetz).

Bundesverband Pyrotechnik gegen Verbote

Feuerwehr, Polizei, Umweltverbände, Tierschützer und Ärzte sprechen sich für ein dauerhaftes Böllerverbot aus - allein um schwere Verletzungen durch unsachgemäßen Gebrauch oder illegale Böller zu vermeiden und um Mensch, Tier und Umwelt nicht mit lauter Knallerei, Müll und Feinstaub zu belasten.

Der Bundesverband Pyrotechnik, ein Zusammenschluss von Profi- und Hobby-Feuerwerkern, argumentiert dagegen, ein Verbot vor der eigenen Haustür oder im Garten entlaste kaum die Krankenhäuser. Der größte Teil der Verletzungen in den Notaufnahmen sei auf Alkoholkonsum und entsprechende Konflikte zurückzuführen.

Der Inhaber eines Feuerwerksgeschäfts sortiert sein Sortiment.
Das Geschäft mit Pyrotechnik boomt - zum Leidwesen von Umweltschützern und Ärzten. Bildrechte: dpa

Der Städte- und Gemeindebund verweist auf die lange Tradition, mit Feuerwerk das neue Jahr zu begrüßen, appelliert aber an "die Vernunft" des Einzelnen.

Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) geht von Erlösen von rund 120 Millionen Euro aus. 2019 wurden laut VPI rund 130 Millionen Euro Umsatz erzielt.

Welches Feuerwerk ist in Deutschland erlaubt?

Nicht jedes Feuerwerk darf in Deutschland gezündet werden. Wer sich illegale Knaller aus dem Ausland besorgt, riskiert eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Feuerwerkskörper über einen Onlineshop bestellt oder selbst im Ausland erworben und nach Deutschland eingeführt worden sind.

Ob ein Feuerwerkskörper gemäß der EU-Richtlinien legal ist, kann man an der CE-Kennzeichnung erkennen: Das ist die vierstellige Nummer 0589. Wenn diese vier Ziffern auf dem Knallkörper vorhanden sind, können Verbraucher sicher sein, dass der Knallkörper gemäß dem Sprengstoffgesetz (SprengG) geprüft und zertifiziert worden ist.


BRISANT/dpa/afp

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 29. Dezember 2022 | 17:15 Uhr

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