Engagement Außer Geld: Wie Sie Menschen aus der Ukraine helfen können

Die Bilder aus der Ukraine bewegen uns. Wie kann man in solch einer Situation Gutes tun, fragen sich viele Menschen. Wie kann man außer einer Geldspende dazu beitragen, das Leid der betroffenen Menschen zu lindern? Fünf Tipps, was Sie konkret tun können.

Hilfsgüter in einem Hangar
Viele Menschen konnten fast nichts mitnehmen, als sie geflüchtet sind. Für sie werden dringend Sachspenden benötigt. Bildrechte: IMAGO / Marius Schwarz

1. Konkret vor Ort helfen

Unterstützen Sie die Geflüchteten vor Ort: bei der Versorgung in den Notunterkünften oder in der psychosozialen Versorgung, im Jobcoaching oder als Übersetzer. Viele Bundesländer haben große Ankunftszentren eröffnet. Ob Messe Stuttgart, Flughafen Tegel in Berlin oder Kiel - dort werden immer Helfer für die Bereiche Versorgung, Koordination und Logistik gebraucht.

Nehmen Sie mit der Flüchtlingshilfe ihrer Stadt oder Gemeinde Kontakt auf, um zu erfahren, wie Sie sich engagieren können.

2. Flüchtlinge bei sich zu Hause aufnehmen

Die Staus an den Grenzübergängen aus der Ukraine werden immer länger. Rund 310.000 Geflüchtete sind bereits in Deutschland angekommen. Viele von ihnen könnten anstatt in Notunterkünften zu landen für eine gewisse Zeit auch bei Privatpersonen unterkommen.

Wer über freie Wohnraumkapazitäten verfügt und Menschen aus der Ukraine bei sich aufnehmen möchte, kann sich auf der Plattform "Gastfreundschaft Ukraine" registrieren. Mittlerweile sind auch Landratsämter auf der Suche nach geeigneten Unterkünften für Flüchtlinge.

3. Sachspenden für Geflüchtete in Deutschland

Die großen Hilfsorganisationen nehmen keine Sachspenden mehr an, da Transporte in die Ukraine kaum noch möglich sind. Das DRK und Caritas stehen mit den Partnerorganisationen vor Ort in engem Kontakt und kaufen gezielt ein: Medikamente, Babymilch, Verbandsmaterial, Decken. Daher bitten sie konkret um Geldspenden.

Auch Kleidung, Schuhe und Spielsachen sind sowohl in der Ukraine als auch in den grenznahen Gebieten und innerhalb Deutschlands genügend vorhanden und verteilt.

ABER: Da immer mehr Geflüchtete in Deutschland Wohnungen beziehen, werden Möbel, Haushaltsgeräte, Matratzen, Geschirr und Besteck benötigt. Vor allem Schränke und Betten, aber auch Waschmaschinen.

Frau in einem orangefarbenen Pullover und blauer Jeans hockt vor einer Waschmaschine und lächelt. Sie hat eine Brille auf und steckt ein hellgraues Kleidungsstück in die Maschine
Ihre alte Waschmaschine ist noch gut? Dann spenden Sie sie. Bildrechte: imago images / Westend61

4. Seriöse Berichterstattung nutzen: Aufklären und Fake-News meiden

Im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst, heißt es nicht ohne Grund. Der Krieg in der Ukraine ist auch ein Medien-Krieg. Russland setzt dabei mit fragwürdigen bis falschen Behauptungen auf Desinformation. Die kommt auch in Deutschland an - und wird über soziale Netzwerke munter weiter verbreitet.

Youtube hat die von Russland finanzierten Sender RT und Sputnik mittlerweile für Europa blockiert, ähnlich will auch Meta (ehemals Facebook) agieren. Zudem kündigt das Unternehmen "umfangreiche Maßnahmen zur Bekämpfung von Falschinformationen" an.

Faktenchecks auf Russisch und Ukrainisch sollen die Menschen vor Ort informieren. Der Mikro-Bloggingdienst Twitter will Tweets von russischen Staatsmedien künftig mit einem Warnhinweis versehen.

Doch auch hier können Falschinformationen entstehen und weiter verbreitet werden. Umso wichtiger ist es, sich ausschließlich über seriöse Quellen über das Geschehen in der Ukraine zu informieren und auch nur diese Fakten mit anderen zu teilen.

5. Demonstrationen & Kundgebungen: Solidarität mit Kriegsopfern und Flüchtlingen zeigen

Dazu hat Wladimir Klitschko insbesondere die Deutschen gleich zu Beginn des Kriegs in einem offenen Brief aufgerufen.

Sie können etwas tun, indem Sie sich mobilisieren und eine riesige Demonstration in ganz Deutschland organisieren. Verschaffen Sie sich Gehör. Verschaffen Sie der Stimme der Demokratie Gehör.

Wladimir Klitschko

Ein Ruf, dem bereits hunderttausende Menschen gefolgt sind. Die akute Lage der Menschen in der Ukraine kann man dadurch vermutlich nicht verbessern, dennoch ist es wichtig, sich gegen Krieg und Aggression zu positionieren und auf diese Weise Solidarität zu zeigen.

BRISANT

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 19. März 2022 | 17:10 Uhr

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