Vor Bund-Länder-Beratungen Wegen Omikron-Variante: Bald kürzere Quarantäne für Kontaktpersonen und Infizierte?

Die Omikron-Variante des Coronavirus ist mittlerweile auch in Deutschland auf dem Vormarsch. Diese gilt zwar als milder, zugleich aber auch als deutlich ansteckender als die bisherigen Mutationen des Virus. Kommt es zu massenhaften Ansteckungen, könnte das in Deutschland innerhalb kürzester Zeit zu einer Gefährdung der kritischen Infrastruktur führen. Die Politik diskutiert deshalb eine Verkürzung der Quarantänezeiten.

Die nächste Schaltkonferenz zwischen Bund und Ländern, in der über neue Corona-Maßnahmen beraten wird, ist für Freitag, den 7. Januar angesetzt. Doch schon jetzt sickern erste Themen durch, über die Bundeskanzler Olaf Scholz mit den Ministerpräsidenten der Länder diskutieren wird. Darunter: Eine Verkürzung der Quarantänepflicht für mit der Omikron-Variante Infizierte und ihre (geimpften) Kontaktpersonen.

Weshalb wird über eine Verkürzung der Quarantäne diskutiert?

Bereits vor Weihnachten hatte der Corona-Expertenrat der Bundesregierung vor einer extremen Belastung des Gesundheitssystems und der gesamten kritischen Infrastruktur - wie Kliniken, Feuerwehr, Polizei, Müllabfuhr oder Wasser- und Stromversorgung - gewarnt, sollten sich viele Menschen zeitgleich mit Omikron infizieren oder in Quarantäne müssen.

Bei Omikron-Variante Quarantäne bislang verpflichtend

Denn anders als bei anderen Corona-Varianten ist aus Sicht des Robert Koch-Instituts (RKI) eine Quarantäne bei Vorliegen von Omikron immer empfohlen - und zwar auch "für vollständig geimpfte und genesene Kontaktpersonen".

Es ist also damit zu rechnen, dass immer mehr Menschen in Quarantäne müssen, je weiter sich die Omikron-Variante ausbreitet.

Bereits verkürzte Quarantäne im Ausland

Großbritannien und die USA haben bereits die Dauer für Infizierte ohne Symptome verkürzt, um akutem Personalmangel in Bereichen vorzubeugen, die für die Grundversorgung und Sicherheit nötig sind.

Spanien und Portugal verkürzten die Quarantäne-Dauer für symptomlose Infizierte von zehn auf sieben Tage. Eine Rolle spielt dabei auch, dass Omikron vermutlich seltener zu schweren Krankheitsverläufen führt.

Erleichterung für Geboosterte?

Ob Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach für die anstehenden Beratungen eine Verkürzung der Quarantänefristen für Kontaktpersonen oder sogar kürzere Isolationszeiten für Infizierte erwägt, ist bislang offen. Geklärt werden müsse unter anderem, inwieweit die Fristen für Menschen mit Auffrischungsimpfung geändert werden könnten, sagte er.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hatte kürzlich sogar eine Quarantäne-Befreiung für geboosterte Kontaktpersonen ins Gespräch gebracht.

Quarantäne-Verkürzung nicht für Mitarbeitende in Krankenhäusern und im Pflegebereich

Die Resonanz auf eine mögliche Verkürzung der Quarantäne fällt unterschiedlich aus. Die Kommunen wünschen sich durchaus mehr Spielraum bei der Quarantänepflicht zur Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur.

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, begrüßte den Vorschlag, geboosterte Beschäftigte von der Quarantänepflicht auszunehmen, wenn sie keine Krankheitssymptome zeigen.

Zugleich werden Stimmen laut, die diese Ausnahmeregelungen insbesondere für kritische Bereiche des Gesundheitswesens explizit nicht wünschen. Gemeint sind damit Mitarbeitende in Krankenhäusern und im Pflegebereich.

dpa/AFP/BRISANT

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 03. Januar 2022 | 17:15 Uhr

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