Der Osten - Entdecke, wo du lebst | 19.10.2021 | 21:00 Uhr Skat, Quartett, Rommé - Die Spielkartenstadt Altenburg

Ein Film von Kathrin Welzel

Sie sind überall, in aller Welt - Spielkarten aus Altenburg. Denn hier wurde vor 200 Jahren der Skat erfunden. Doch die Stadt hat noch mehr vor. 2026 soll die multimediale "Spielewelt" eröffnen.

Historische Skatkarten
Skat wurde um 1815 in Altenburg erfunden - und bis heute eines der beliebtesten Kartenspiele der Welt. Bildrechte: dpa

Sie werden in Kinderzimmern und auf Spieltischen ausgepackt, liegen in Gartenhäuschen und Urlaubskoffern. Sie sind überall, in aller Welt - Spielkarten aus Altenburg.

Seit Jahrhunderten wird hier gereizt und gespielt, gemischt und gegeben. Wer Skat hört, denkt zuerst an Altenburg. Wer Skat spielt, kennt die Ostthüringer Stadt sowieso. Denn hier wurde vor 200 Jahren der Skat erfunden.

Und gespielt wird er natürlich auch noch in den Skatvereinen, die sich derzeit wieder auf die Spieltage der Skatligen vorbereiten. An ihren Tischen ist Skat Sport. Da geht es um Pokale und Meisterschaften. Die Spieler geben und stechen natürlich mit Spielkarten aus Altenburg.

Seit 500 Jahren werden sie in der Stadt hergestellt, erst in kleinen Werkstätten und Druckereien, dann industriell. Heute ist die Spielkartenfabrik einer der größten Arbeitgeber der Stadt und hat noch nie so viele Spiele und Spielkarten geliefert wie im Corona-Jahr 2020.

zum Durchklicken: Die Spielkartenstadt Altenburg

Mit bunter Farbe besprühte Folien
Diese Symbole prägen Altenburg: Eichel, Grün, Rot und Schellen - oder Kreuz, Pik, Herz und Karo. Die Spielkartensymbole sind präsent an Spieltischen, in Museen und in der Stadt. Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
Mit bunter Farbe besprühte Folien
Diese Symbole prägen Altenburg: Eichel, Grün, Rot und Schellen - oder Kreuz, Pik, Herz und Karo. Die Spielkartensymbole sind präsent an Spieltischen, in Museen und in der Stadt. Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
Kinder sprühen Kartensymbole auf eine Straße
Kinder vom Kreativzentrum "Stadtmensch" sprühen die Spielkartenfarben aufs Altstadtpflaster. Die alte Idee eines Spielkartenpfads durch Altenburg wird wiederbelebt. Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
Ein Brunnen mit Holzfiguren
Natürlich führt der Pfad neben historischen Skatplätzen, alten Spielkartenfabriken oder aktuellen spielerischen Orten auch zum Skatbrunnen. Hier streiten die Wenzel. Das Brunnenwasser soll Spielglück bringen. Der Skatbrunnen ist das einzige Denkmal, das dem Skat gewidmet ist.      Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
Eien bemalte Holzfigur
Dieser Wenzel lädt ins Altenburger Spielkartenmuseum. 1923 wurde es gegründet - als erstes Spielkartenmuseum der Welt. Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
Spielkarten Altenburg
Das hieß "Skatheimat". Den Schriftzug kann man noch erahnen, wenn man eintaucht in den historischen Museumsraum. Von hier aus hatte sich die Ausstellung im Schloss ausgebreitet. Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
Eine mit Spielfiguren bemalte Wand
Der Künstler Otto Pech hatte damals den Raum ausgestaltet, mit Skatbegriffen und Kartenszenen die Wände bemalt. Er setzte das Kartenspiel in Szene. Ein Raum zu Ehren des Skatspiels. Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
Ein Mann vor einer Spielkartensammlung
Florian Voß ist im Schloss für die Spielkartensammlungen verantwortlich. Derzeit konzipiert er die etablierte Ausstellung neu und will schlummernde Magazinschätze wieder sichtbar machen. Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
Ein Mann steht in einem Archiv mit vielen Spielen
Jens Junge ist Direktor des Instituts für Ludologie. Die Ludologie, die Lehre vom Spiel. Er erforscht, warum wir spielen und wie sich Spiele entwickeln. Er hat eine umfangreiche Spielesammlung nach Altenburg geholt und will hier eine Lehr- und Forschungssammlung aufbauen. Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
Ein hoher Raum mit Säulen
Altenburgs Spiele-Visionen sollen im Josephinum wahr werden. Das Gebäude wurde 1841 gebaut und war das ehemalige Parlament des Herzogtums Sachsen-Altenburg. Noch steht es leer. Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
Wendeltreppe mit Oberlicht
Mit der "Spielewelt" soll wieder Leben ins Haus einziehen. Die drei Etagen werden dann mit ganz unterschiedlichen Aspekten zu Geschichte und Gegenwart des Spiels gefüllt, gestaltet und "bespielt". Die Spielewelt soll 2026 eröffnen. Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
Kinder sitzen an Tischen und spielen Karten
Das Skatspiel, das vermutlich 1813 in Altenburg entwickelt wurde, hat es derzeit schwer. Junge Spieler & Spielerinnen fehlen. Deshalb können sie, zum Beispiel im Lerchenberg-Gymnasium, das Skatspiel nach der Schule in einer Arbeitsgemeinschaft lernen.   Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Der Osten - Entdecke, wo du lebst | 26. Oktober 2021 | 21:00 Uhr

Millionenprojekt "Spielewelt" in Altenburg

Altenburg spielt mit offenen Karten, wenn das mobile Spielcafé auf der "Spielfläche" parkt. Direkt auf dem Markt rollen dann auch die Würfel und es werden Spielsteine gesetzt, um neue Spiele und Karten zu testen.

Christine Büring packt neuaufgelegte Quartett-Schätze aus. Sie will Spiel und Spielen noch mehr in der Stadt verankern. In Altenburg gab es das erste Spielkartenmuseum der Welt und 2026 soll die "Spielewelt" öffnen - ein Museum, eine Spielwiese, ein Spielearchiv.

Ein hoher Raum mit Säulen
Hier soll die "Spielewelt" eröffnen. Es beinhaltet ein Museum, eine Spielwiese und ein Spielearchiv. Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel

Florian Voß hat die Vorhaben im Blick. Auch Gerd Matthes sammelt und erforscht seit 40 Jahren Spielkarten, die Expertise des ehemaligen Marketingmanagers der Spielkartenfabrik ist bei privaten und musealen Sammlern gefragt.

Der Film in der Mediathek Die Dokumentation können Sie bereits ab dem 12. Oktober 2021 ab 18:00 Uhr in der ARD Mediathek sehen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Der Osten - Entdecke, wo du lebst | 19. Oktober 2021 | 21:00 Uhr

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