Fakt ist! Aus Erfurt Stadt, Land, Bund - Streit um die Windkraft

Die Bundesregierung will die erneuerbaren Energien massiv ausbauen und die Fläche für Windräder mehr als verdoppeln. Dazu könnten auch von den Ländern beschlossenen Mindestabstände zu Wohnhäusern umgangen werden. Unser Thema bei Fakt ist! aus Erfurt.

Eine Unwetterfront zieht über ein Feld mit einem Windrad
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Der Ökonom und Energieforscher Dr. Thure Traber ist der Meinung, dass in Deutschland nicht zwangsläufig mehr Windräder gebaut werden müssen. Er beruft sich auf eine Analyse der Energy Watch Group, wonach die Anzahl sogar sinken könnte, da die modernen Anlagen viel mehr Leistung bringen, als die alten. Allerdings, räumt Traber ein, sind die modernen Anlagen auch viel höher, was wiederum Gegenwind bei Anwohnern in der Nachbarschaft erzeugen könnte.

Energieexperte, Energy Wtch Group (EWG)
Bildrechte: Thure Traber

Energieexperte Dr. Thure Traber

Dr. Thure Traber

Energieexperte, Energy Watch Group (EWG)

"Für die Eigenversorgung Thüringens mit Strom reicht es aus, die Anzahl der bisher gebauten Anlagen auf den heutigen Stand der Technik zu bringen."

Genau diese Akzeptanz bei den Menschen vor Ort stellt der Thüringer CDU-Politiker Christian Herrgott infrage. Für ihn ist es der falsche Ansatz, dass die Länder künftig zwei Prozent ihrer Fläche für Windenergie ausweisen müssen. Und Windräder im Wald schließt er völlig aus.

MdL, Vorsitzende des Thüringer Reservistenverbandes
Bildrechte: Christian Herrgott

Generalsekretär CDU Thüringen Christian Herrgott, CDU

Christian Herrgott, CDU

Landtagsabgeordneter, Generalsekretär CDU Thüringen

"Wir schaffen die Energiewende nur mit Akzeptanz bei den Menschen."

Das sieht der sächsische SPD-Bundestagsabgeordnete Holger Mann ganz anders. Gerade die dünn besiedelten Gebiete in Mitteldeutschland bieten sich aus seiner Sicht für die Erzeugung von Windenergie an.

MdB, stellv. Mitglied im Ausschuss für Klima und Energie
Bildrechte: Holger Mann

Bundestagsabgeordneter Holger Mann, SPD

Holger Mann, SPD

Bundestagsabgeordneter, stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Klima und Energie

"Flächen in Mitteldeutschland sind für Windenergie geografisch bestens geeignet. Außerdem sind viele Regionen dünn besiedelt."

Thüringens Infrastrukturministerin Susanna Karawanskij verweist auf ihre Aufgabe, für gleichwertige Lebensverhältnisse überall im Freistaat zu sorgen. Somit könne es nicht sein, dass die Südthüringer sich immer auf ihre Waldflächen berufen und deswegen keine Windkraftanlagen bekommen. Vielmehr müsse man in jedem einzelnen Fall genau hinsehen und vor allem die Kommunen und die Bürger auch an den Erträgen beteiligen.

Susanna Karawanskij, DIE LINKE
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Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft Susanna Karawanskij

Susanna Karawanskij, DIE LINKE

Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft Thüringen

"Wir kommen am Ausbau der erneuerbaren Energien nicht vorbei, wichtig ist eine regionale Steuerung und eine gerechte Verteilung in ganz Thüringen."

Nach welchen Kriterien werden die Vorranggebiete für Windenergie ausgewählt? Welche Einflussmöglichkeiten haben Bürger in den anliegenden Kommunen bei der Planung? Wie können Bürger von Windkraftanlagen in ihrer Nachbarschaft profitieren?

Diese und andere Fragen diskutieren die Thüringer Infrastrukturministerin Susanna Karawanskij, der CDU-Generalsekretär in Thüringen Christian Herrgott, der sächsische SPD-Bundestagsabgeordnete Holger Mann und der Energieforscher Dr. Thure Traber mit Publikumsgästen am Montag, 27. Juni, bei Fakt ist! aus Erfurt - ab 20:15 Uhr im Livestream auf mdr.de und ab 22:10 Uhr im MDR FERNSEHEN.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Fakt ist! aus Erfurt | 27. Juni 2022 | 22:10 Uhr

Gäste in der Sendung

Susanna Karawanskij, DIE LINKE
Bildrechte: D. Santana

Susanna Karawanskij, DIE LINKE

Susanna Karawanskij, DIE LINKE

Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft Thüringen

"Wir kommen am Ausbau der erneuerbaren Energien nicht vorbei, wichtig ist eine regionale Steuerung und eine gerechte Verteilung in ganz Thüringen."

MdL, Vorsitzende des Thüringer Reservistenverbandes
Bildrechte: Christian Herrgott

Christian Herrgott, CDU

Christian Herrgott, CDU

Landtagsabgeordneter, Generalsekretär CDU Thüringen

"Wir schaffen die Energiewende nur mit Akzeptanz bei den Menschen."

MdB, stellv. Mitglied im Ausschuss für Klima und Energie
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Holger Mann, SPD

Holger Mann, SPD

Bundestagsabgeordneter, stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Klima und Energie

"Flächen in Mitteldeutschland sind für Windenergie geografisch bestens geeignet. Außerdem sind viele Regionen dünn besiedelt."

Energieexperte, Energy Wtch Group (EWG)
Bildrechte: Thure Traber

Dr. Thure Traber

Dr. Thure Traber

Energieexperte, Energy Watch Group (EWG)

"Für die Eigenversorgung Thüringens mit Strom reicht es aus, die Anzahl der bisher gebauten Anlagen auf den heutigen Stand der Technik zu bringen."

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