#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 27. Juni

1954: Erstes Atomkraftwerk der Welt nimmt Betrieb auf

Am 27. Juni 1954 nimmt das erste Atomkraftwerk der Welt seinen Betrieb auf. Der Reaktor AM-1 in der etwa 100 km südwestlich von Moskau gelegenen Kleinstadt Obninsk wird ab Herbst 1951 unter anderem von Zwangsarbeitern errichtet und im Frühling 1954 fertiggestellt. Das Kraftwerk hat eine Leistung von 5.000 Kilowatt und soll die umliegende Industrie und Landwirtschaft mit Strom versorgen. Das benötigte Uran kommt aus der "Wismut" im Erzgebirge. Obninsk ist lange Zeit eine "geschlossene Stadt", die streng bewacht wird und nur mit Sondergenehmigungen betreten werden darf. Nach achtundvierzig Jahren wird der Reaktor im April 2002 abgeschaltet. Heute ist das ehemalige Atomkraftwerk ein Museum.

1967: Erster Geldautomat der Welt eingeweiht

Am 27. Juni 1967 wird in Enfield, heute der nördlichste Stadtbezirk von London, der weltweit erste Geldautomat durch die Barclays Bank in Betrieb genommen. 1965 kam dem Schotten John Shepherd-Barron die Idee für einen Geldautomaten – angeblich, nachdem er an einem Wochenende vor einer verschlossenen Bank stand. So entwickelte er einen Bankautomaten für die Barclays Bank. Die Bank ließ sechs Geldautomaten anfertigen. Anfangs können maximal zehn Pfund mit einem Scheck abgehoben werden, der vom Automaten einbehalten wird. Ein Jahr später wird in der Bundesrepublik Deutschland der erste Geldautomat in Tübingen eröffnet. In der DDR gibt es ab 1987 Geldautomaten. Im Jahr 2020 gibt es laut dem Bankenverband 56.868 Bankautomaten in Deutschland.

1971: Erster Polizeiruf im Deutschen Fernsehfunk

Am 27. Juni 1971 sendet der Deutsche Fernsehfunk mit dem "Fall Lisa Murnau" den ersten "Polizeiruf 110". Der Krimi ist das Gegenstück zum westdeutschen "Tatort". Als erster Polizeiruf-Kommissar geht Peter Borgelt auf Gangsterjagd. Der "Polizeiruf 110" zählt zu den erfolgreichsten Produktionen des DDR-Fernsehens, die Zuschauerbeteiligung liegt zwischen 40 und 70 Prozent. Als einzige DDR-Krimiserie läuft "Polizeiruf 110" nach der Wiedervereinigung weiter.

1989: Ungarn durchschneidet Grenzzaun

Am 27. Juni 1989 zerschneiden Ungarns Außenminister Gyula Horn und sein österreichischer Kollege Alois Mock symbolisch den Stacheldraht-Zaun zwischen beiden Ländern. Allerdings ist die Szene inszeniert. Schon zwei Monate zuvor begann der Grenz-Abbau. Doch die Bilder lösen eine Fluchtbewegung in der DDR aus. Am 19. August stürmen Hunderte DDR-Bürger über die ungesicherte Grenze in den Westen. Zehntausende folgen. Drei Monate später fällt die Berliner Mauer.

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Vor 32 Jahren zerschnitten Ungarns Außenminister Gyula Horn und sein österreichischer Kollege Alois Mock symbolisch den Zaun zwischen beiden Ländern.

Do 24.06.2021 20:22Uhr 01:20 min

https://www.mdr.de/geschichte/stoebern/grenzzaun-ungarn-oesterreich-ddr-100.html

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2011: Magnetfeld-Weltrekord in Dresden

Am 27. Juni 2011 erzeugen Dresdner Forscher das stärkste Magnetfeld der Welt. Im Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf bauen sie nach eigenen Angaben ein Magnetfeld von 91,4 Tesla auf - das zweieinhalb millionenfache des Erdmagnetfeldes. Starke Magnetfelder werden unter anderem in der Materialforschung benötigt.