Glaubwürdig | 16.10.2021 Engagiert für den Naturschutz im Südharz: Gisela Hartmann

Bereits als Jugendliche hat sich Gisela Hartmann mit den Themen Umwelt, Natur und Schöpfung beschäftigt. 1983, zu tiefsten DDR-Zeiten, hat sie kirchliche Umweltseminare in Nordhausen organisiert und eine Umweltakademie gegründet. Mit ihrem Handeln ist sie angeeckt. Doch erst nach ihrem 80. Geburtstag hat die einstige Grünen-Politikerin ihre Ämter niedergelegt.

Gisela Hartmann
Ihr christliches Zuhause findet Gisela Hartmann in der Blasii-Kirche in Nordhausen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Spaziert Gisela Hartmann heute durch die Gipskarstlandschaft des Südharz spürt sie, wie gefährdet diese einzigartige Schöpfung ist. Besonders durch die Erschließung neuer Gipssteinbrüche ist. Ihr Glaube und ihr politisches Engagement für Umwelt und Bürgerrechte gehören für die Mitachtzigerin eng zusammen.

Wenn die Linken den Anspruch erheben, für die Gerechtigkeit zu kämpfen, sage ich immer: Jesus ist der linkeste Linke, denn er stand immer bei den Armen.

Gisela Hartmann
Gisela Hartmann
Gisela Hartmann in der Blasii-Kirche in Nordhausen Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ihr christliches Zuhause ist die evangelische Blasii-Kirche in Nordhausen. Bereits als Kind sehnte sie sich danach, sich Christus anzunähern. Als Jugendliche engagierte sie sich in der Jungen Gemeinde. Und eckte bereits damals an.

Als Christin offen für die Welt und engagiert für die Natur im Südharz

Gisela Hartmann
Gisela Hartmann engagiert sich gegen die Umweltzerstörung im Südharz durch Gipssteinbrüche. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Durch ihr Christsein sei sie offen für die sozialistische Welt gewesen, betont Hartmann. Aber da man keine Fragen stellen durfte, habe bei ihr der Widerstand begonnen, erzählt die Umweltaktivistin. Schließlich gründete sie 1983 in Nordhausen das erste Umweltseminar der DDR. Nach der Wende arbeitete Hartmann als Fachbereichsleiterin für Umwelt und Naturschutz im Landratsamt. Und sie bereiste im Auftrag der evangelischen Kirche die Welt, fand Verbündete in den USA und in Schweden und brachte die Welt mit in die Blasii-Kirche. "Ich will, dass hier Lichter angezündet werden für den Frieden in der Welt, für die Schöpfungsbewahrung und für die Gerechtigkeit", sagt Hartmann.

Anstatt mit 65 Jahren in Pension zu gehen, arbeitete sie als aktive Politikerin für Bündnis 90/Die Grünen, bis sie mit 80 Jahren alle offiziellen Ämter in Kirche und Politik niederlegte. Ihre Energie und ihr Glaube sind jedoch ungebrochen. Heute kämpfe sie gegen die Gier nach Macht und Geld. "Dabei brauche ich schon die Einsicht, dass ein gnädiger Gott über uns waltet", betont Hartmann.

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