Glaubwürdig | 08.10.2022 David Tyllack: "Wir sind dazu bestimmt, solidarisch zu sein"

Wenn David Tyllack von seiner Arbeit nach Hause kommt, hat der Notfallsanitäter einen 24- Stunden-Bereitschaftsdienst hinter sich. Im Herbst wird der junge Stendaler sein Medizinstudium beginnen. Doch zuvor steht noch eine Premiere im Theater der Altmark an, im Stück "Mayday. Oder das eine Leben" geht es fiktiv um Leben und Tod. "Wer glaubt, ist beschützt", meint der 24-Jährige im Porträt.

David Tyllack im Einsatz
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Eigentlich wollte er Medizin studieren, als es nicht gleich damit klappte, entschied er sich für die Ausbildung zum Notfallsanitäter.

"Mayday. Oder das eine Leben": Premiere in Stendal

David Tyllack im Einsatz
"Mayday. Oder das eine Leben", heißt das Musical der Bürgerbühne am Theater Stendal. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Inzwischen hat David Tyllack viele Erfahrungen gesammelt, dazu gehört auch die Konfrontation mit dem Tod. Im Herbst kann es nun losgehen mit dem erträumten Studium, aber vorher steht noch eine Premiere auf dem Plan, die pandemiebedingt lange auf sich warten ließ: "Mayday. Oder das eine Leben", heißt das Stück, das er nun mit dem Laienensemble des Theaters in der Altmark aufführen wird.

Was tun im Notfall?!

David Tyllack im Einsatz
Der Strom fällt aus. Nur noch die Handys geben Licht, aber die Akkus gehen zu Ende. Das setzt alle zusätzlich unter Stress. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Initiatoren vom Theater der Altmark in Stendal waren genauso wie die jungen Mitspieler aus der Musical AG von Anfang an voller Begeisterung: Ein ganz eigenes Werk sollte entstehen. Die Geschichte: Ein jugendliches Showensemble ist auf eine Kreuzfahrt eingeladen. Alle befinden sich zur Probe auf der Showbühne, als plötzlich der Strom ausfällt und sich die Notausgänge schließen. In dieser Krisensituation muss sich jeder Einzelne bewähren - es kommt auf die Gemeinschaft an. David spielt den großmäuligen Penne, der nur selten was für Andere tut: "Penne ist jemand, der einfach nur zuguckt, so tut, als ob er keine Ahnung hat und andere machen lässt", erklärt er.

"Wer glaubt, ist nicht alleine"

David Tyllack im Einsatz
Nur von der Seite aus zusehen oder handeln? Für David Tyllack eher eine theoretische Frage. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

David versucht, Pennes inneren Kampf darzustellen, den er selber wohl nicht zu kämpfen hat. Die Bürgerbühne des Theaters hat Angebote für alle Altersklassen. Schon seit er sechs Jahre alt gewesen ist, gehört David zu dem Laienensemble. Außerdem engagiert er sich in der kirchlichen Jugendarbeit, er leitet die Junge Gemeinde von St. Nikolaus in Stendal. Das Pfarrgemeindehaus empfindet er als sein zweites Zuhause. Neben gemeinsamen Spiele- und Kochabenden, wird hier auch über den Glauben gesprochen:

"Wer glaubt, ist nicht alleine. Ich weiß, wenn ich draußen im Einsatz bin, dass ich die Eindrücke, die ich sammel', nicht alleine bewältigen muss, sondern ich habe jemanden, dem ich mich anvertrauen kann, nämlich Gott." David Tyllack ist sich sicher: "Wer glaubt, ist beschützt." Und er hat eine feste Überzeugung:

Wir sind dazu bestimmt, uns zusammen zu finden, solidarisch zu sein.

David Tyllack
David Tyllack im Einsatz
Auch im Theaterstück ist es der Zusammenhalt der Gruppe, der Hoffnung auf Rettung macht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sein Gottvertrauen hat ihn schon als Junge gestärkt, erinnert sich David und erzählt von den Abenteuer-Ausflügen mit der Jungen Gemeinde. Wer sein Amt weiterführen wird, wenn er zum Studium geht, ist noch nicht ganz sicher, aber es gibt Interessenten. Eins würde er der Nachfolge mit auf den Weg geben: "Für mich ist die Gemeinschaft das Wichtigste am Glauben, dass man vereint ist, im Glauben an Gott, dass man von Gott kommt, dass man zusammengehört."

Jung, gläubig, ostdeutsch: Engagierte Christinnen und Christen

Drei junge Menschen schauen in die Kamera. 34 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Die Kirche St. Trinitatis in Eichholz bei Zerbst in Sachsen-Anhalt
St. Trinitatis in Eichholz war 1189 als Wehrkirche gebaut worden, bis 2020 wurde sie mit Fördergeldern vom Land, der Evangelischen Landeskirche Anhalts, Lottomitteln und Spenden saniert. Mit den neuen Kirchenfenstern des Künstlers Johannes Schreiter gehört sie zum Netzwerk "Lichtungen", mit dem die Landeskirche auf Glaskunst in Kirchen der Region aufmerksam macht. In Dunkelbraun das kleine Modell, mit das die Eichholzer im Wettbewerb bauten. Bildrechte: dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Glaubwürdig | 09. Oktober 2021 | 18:45 Uhr

Mehr aus Religion und Gesellschaft im MDR