Freizeit Fünf Ausflugsziele rund um Dessau und Wörlitz

Durch den Wörlitzer Unesco-Welterbe-Garten spazieren, Bauhaus-Architektur bewundern oder die Stadt aus Eisen, Ferropolis, bewundern. Die Region Dessau lohnt einen Besuch am Wochenende. Wir haben eine Übersicht mit den fünf schönsten Ausflugszielen zusammengestellt.

Besucher des Garteinreiches fahren im Wörlitzer Park auf Gondeln.
Besucher des Garteinreiches fahren im Wörlitzer Park auf Gondeln. Bildrechte: dpa

In Wartenburg Napoleons Spuren folgen

St. Petri Kirche in Wartenburg.
Die St. Petri Kirche in Wartenburg ist einen Besuch wert. Bildrechte: Stadt Kemberg

Wartenburg hat etwa 670 Einwohner und gehört zur Stadt Kemberg. Der Ort liegt in der idyllischen Elbaue in der Nähe eines Naturschutzgebietes und hat sich seit seiner Gründung im 12. Jahrhundert zu einem Zentrum handwerklichen und landwirtschaftlichen Lebens entwickelt. Neben der St. Petri Kirche aus dem 19. Jahrhundert gibt es weitere Sehenswürdigkeiten wie das Brühlsche Gartenhaus oder das Schloss Wartenburg zu sehen.

Bei Gästeführungen des Ortschronisten kann man mehr zur Geschichte des Ortes erfahren. Warum etwa ein Denkmal und ein Gedenkstein im Ort an die Schlacht von Yorck 1813 erinnern und was diese mit der Völkerschlacht in Leipzig zu tun hatte.

Dem leitenden General Yorck, der später den Ehrennamen "von Wartenburg" bekam, ist eins der Denkmäler gewidmet. In einem Mehrzweckgebäude direkt an dem nach ihm benannten Yorck-Ring wird in einer Ausstellung außerdem über die historischen Ereignisse informiert. Zu sehen ist ein Diorama mit über 350 Zinnfiguren.

Ein Besuch in Wartenburg eignet sich auch gut als Zwischenstopp für alle, die mit dem Fahrrad unterwegs sind. Der Elberadweg R 1 führt von Dresden bis nach Hamburg und kann über die Elbfähre in Elster auch für Abstecher nach Wartenburg genutzt werden.

Nachstellung der Schlacht von Wartenburg 1813.
Zu feierlichen Anlässen wird die historische Schlacht von Wartenburg nachgespielt. Bildrechte: Stadt Kemberg

Weitere Informationen Wartenburger Mehrzweckgebäude
Yorckring 43
06901 Kemberg

Ausstellung "1813 in Wartenburg"
bis 31. Oktober von 10 bis 17 Uhr

Besucherinnen und Besucher müssen sich vorab telefonisch anmelden.
Geführte Schlachtfeldbesichtigungen sind nach Vorabsprache ebenso möglich.

UNESCO-Welterbe Dessau-Wörlitzer Gartenreich mit Schloss

Das Schloss im Wörlitzer Park. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde der Park unter der Regentschaft von Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1740?1817) geschaffen. Er gehört zur UNESCO-Welterbestätte Dessau-Wörlitzer Gartenreich.
Das Schloss im Wörlitzer Park Bildrechte: dpa

Schon Goethe schrieb über das Gartenreich:

Hier ists jetzt unendlich schön. Mich hats gestern Abend wie wir durch die Seen Canäle und Wäldgen schlichen sehr gerührt wie die Götter dem Fürsten erlaubt haben einen Traum um sich herum zu schaffen …

Damit hat Goethe wohl kaum übertrieben. Noch heute ist das Gartenreich berühmt für seine Kanäle und Brücken, Schlösser und Tempel. 1756 ließ Fürst Leopold III. den Wörlitzer Park bauen, damit war der Grundstein für das Gartenreich Dessau-Wörlitz gelegt. Heute zählen zum Kulturerbe nicht nur der Wörlitzer Park sowie die Stadt, der Park und das Schloss Oranienbaum, sondern auch der Landschaftsgarten Großkühnau und die Schlösser Georgium, Luisium und Mosigkau mit deren Parks.

Schloss Wörlitz liegt inmitten des Wörlitzer Gartenreichs. Zusammen mit den weiteren Schlössern Luisium, Georgium (Museum) und Oranienbaum und dem Wörlitzer Park bildet es die UNESCO-Welterbestätte. Schloss Wörlitz selbst sieht aus wie aus dem Bilderbuch: Frisch saniert in hellem Gelb strahlt es durch die Bäume der Wörlitzer Anlagen. Der Eingang – der Portikus – ist flankiert von mächtigen weißen Säulen. Gebaut wurde das Schloss von Friedrich Wilhelm Freiherr von Erdmannsdorff, eingeweiht wurde es 1773. Damals galt es als modernster Landsitz auf dem europäischen Kontinent.

Wörlitz - Schloss und Kirche am See
Wörlitz - Schloss und Kirche am See Bildrechte: Stadtmarketinggesellschaft Dessau-Roßlau mbH/Sebastian Kaps

Die Architektur wirkt eher schlicht und ohne überbordende Dekoration – kein Wunder, denn das Schloss gilt auch als Gründungsbau des deutschen Klassizismus. Modern, aber nicht prahlerisch wollte sich der darin lebende Fürst Franz von Anhalt-Dessau geben, wie etliche Details verraten: etwa das exklusive Bad des Fürsten im Souterrain mit Heißwasser! Ein ausklappbares Bett erinnert daran, dass die Diener damals mit im Herrschaftszimmer schliefen.

Der repräsentative Festsaal ist heute ein Ort für Klavierkonzerte. Im Obergeschoss lockt eine Dauerausstellung über den Südseeforscher Georg Forster – passend dazu führt ins Belvedere eine wacklige Schiffstreppe in den Palmensaal, wie eine Reminiszenz an die Südsee.

Neben dem Schloss, im Küchengebäude, kann man im angrenzenden Restaurant speisen oder einen Kaffee trinken. Am schönsten ist es auf Schloss Wörlitz im Sommer, wenn man im Garten sitzt, mit Blick auf die Kapelle. Gerade nach einem Spaziergang durch die Anlagen – inklusive der Insel Stein mit nachgebauter Landschaft Neapels und des Vesuvs – lohnt sich die Pause hier.

Weitere Informationen Schloss Wörlitz
Kirchgasse
06785 Oranienbaum-Wörlitz

Der Park ist ganzjährig kostenfrei geöffnet.

Hinweis:
Die Schlösser Wörlitz und Oranienbaum, die Insel Stein und das Gotische Haus im Wörlitzer Park sind wieder geöffnet.
Auch der Gondel- und Fährbetrieb im Wörlitzer Park läuft wieder.
Eintrittskarten für die Häuser oder Gondelfahrten müssen zuvor online gekauft werden.

Das Bauhaus und die Meisterhäuser

Bauhausgebäude Dessau, Walter Gropius, 1925/26, Eingang zum Bauhausgebäude
Das Bauhausgebäude Dessau von Walter Gropius Bildrechte: Stiftung Bauhaus Dessau

Moderne Wohnsiedlungen, experimentelle Kunst, reformierte Schule: Nach dem Ersten Weltkrieg herrschte in Sachsen-Anhalt enorme Aufbruchsstimmung. 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründet und 1925 nach Dessau vertrieben, wurden am Bauhaus radikale Neuerungen in Architektur, Kunst und Design erprobt. Obwohl die Kunstschule nur 14 Jahre Bestand hatte und 1933 in Berlin schließen musste, prägt sie das Bild der Moderne im In- und Ausland bis heute.

Seit 1996 gehören nicht nur die Bauhaus-Gebäude in Weimar und Berlin, sondern auch das Bauhaus Dessau zu den UNESCO-Welterbe-Stätten. Heute kann man sich in den originalen Bauhaus-Stätten oder dem neuen Bauhaus Museum in Dessau auf Spurensuche begeben. Insgesamt sind es über 39 Bauwerke, Institutionen und Orte, die sich mit dem Bauhaus und der Moderne befassen.

Sehr sehenswert sind auch die Meisterhäuser von Walter Gropius, die in einem kleinen Kiefernwäldchen an der nahe gelegenen Ebertallee stehen. Das Ensemble besteht aus drei Doppelhäusern und einem Einzelhaus, die für die Bauhausmeister und den Direktor errichtet wurden. In den 20er-Jahren waren die Meisterhäuser eine richtige Künstlerkolonie. Für Besucher sind sie heute komplett zugänglich und vermitteln einen Eindruck vom damaligen Wohnen. László Moholy-Nagy und Walter Gropius richteten ihre Häuser zum Beispiel komplett mit Möbeln von Marcel Breuer ein. Zu den prominenten Mietern gehörten auch Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky und Paul Klee, die hier mit ihren Familien lebten und die Meisterhäuser im eigenen Stil einrichteten.

Informationen zu den Museen und Häusern Bauhaus Dessau
Gropiusallee 38
06846 Dessau-Roßlau

Öffnungszeiten:
täglich 10 bis 17 Uhr

Bauhaus Museum
Mies-van-der-Rohe-Platz 1
06844 Dessau-Roßlau

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr

Meisterhäuser
Ebertallee 59–7
06846 Dessau-Roßlau

Hinweis:
Seit dem 1. Juni können das Bauhausgebäude und das Bauhaus Museum Dessau wieder besichtigt werden.
Besucherinnen und Besucher sind dazu angehalten, Abstand zu halten und Maske zu tragen. Kontaktdaten werden erfasst.
Die Meisterhäuser bleiben noch geschlossen.
Es gibt keine Führungen.
Für Rückfragen und Anmeldungen wenden Sie sich bitte per Mail an: service@bauhaus-dessau.de.

Museum für Naturkunde und Vorgeschichte

Museum für Naturkunde und Vorgeschichte in Dessau
Das Museum für Naturkunde und Vorgeschichte in Dessau Bildrechte: IMAGO

Das Museum zeigt seit 1927 Ausstellungen zu den Themen Erdgeschichte, Ökologie sowie Mensch und Umwelt. Schwerpunkte liegen auf dem Pleistozän, dem Leben im Dessauer Land von der Germanenzeit bis zur Stadtgründung und auf der Artenvielfalt der Flusslandschaft Mittlere Elbe.

Eine Besonderheit ist der Aufstieg in den 40 Meter hohen Turm des Museums, von dem man einen guten Blick über die ganze Stadt hat. Auf ihrem Weg nach oben können Besucherinnen und Besucher eine Reise durch verschiedene Erdzeitalter machen, die auf sechs Etagen anhand von Fossilien erläutert werden. Regelmäßig bietet das Museum außerdem Veranstaltungen und Workshops an, z.B. das beliebte Bernsteinschleifen.

Weitere Informationen Museum für Naturkunde und Vorgeschichte
Askanische Straße 32
06842 Dessau-Roßlau

Öffnungszeiten:
Das Museum ist aufgrund der Corona-Pandemie vorerst geschlossen.

Die Sonderausstellung "Schwein. Kram!" wurde deswegen bis zum 29. August 2021 verlängert.

Gräfenhainichen: Ferropolis – Stadt aus Eisen

Ein Braunkohlebagger in Ferropolis
Ein Braunkohlebagger in Ferropolis Bildrechte: imago images/Steffen Schellhorn

Ferropolis – die Stadt aus Eisen: Das sind fünf stählerne Bagger-Giganten auf einer Halbinsel im ehemaligen Braunkohle-Tagebau Golpa-Nord. Nach einer Idee vom Bauhaus Dessau wurde das Gelände im Rahmen der Expo 2000 zu einem Ankerpunkt auf der Europäischen Route der Industriekultur. Die Bagger bieten nicht nur eine einmalige Kulisse für zahlreiche Konzerte und Festivals, sondern sind auch ein Freilichtmuseum. Denn die einstigen Bergbau-Geräte können besichtigt und teilweise sogar bestiegen werden. Die Geschichten der Bergbauarbeiterinnen und -arbeiter sollten nicht verloren gehen. Studierende der Burg Giebichenstein führten Interviews, um sie in eine App einzuspeisen. Am besten anhören, kann man sie sich vor Ort.

Ferropolis von oben. 45 min
FERROPOLIS ist ein einmaliger Ort der Industriekultur, unweit von Gräfenhainichen. Wo andernorts ein See nach dem anderen die von der Kohle geschundenen Landschaften flutet, sind auf dem Gelände des ehemaligen Braunkohle-Tagebaus Golpa Nord fünf imposante Großgeräte Dreh- und Angelpunkt einer außergewöhnlichen Vision geworden. Schaufelradbagger, Eimerkettenbagger, Absetzer. Am Bauhaus Dessau erdacht, ist Ferropolis heute Industriedenkmal und Veranstaltungsareal – zum Staunen, Anfassen, Klettern. In ihren 25 Jahren seit der Gründung hat sich "Die Stadt aus Eisen" mit internationalen Festivals wie Melt! und Splash! sowie großen Konzerten von Puhdys bis Metallica einen europaweiten Ruf als einmalige Kulisse für Künstler und Publikum gemacht. Gleichzeitig stehen die imposanten Stahlkolosse für die bewegten Lebensgeschichten der hier tätigen Bergarbeiter. Ferropolis Bildrechte: MDR/Günther & Bigalke
Ferropolis von oben. 45 min
FERROPOLIS ist ein einmaliger Ort der Industriekultur, unweit von Gräfenhainichen. Wo andernorts ein See nach dem anderen die von der Kohle geschundenen Landschaften flutet, sind auf dem Gelände des ehemaligen Braunkohle-Tagebaus Golpa Nord fünf imposante Großgeräte Dreh- und Angelpunkt einer außergewöhnlichen Vision geworden. Schaufelradbagger, Eimerkettenbagger, Absetzer. Am Bauhaus Dessau erdacht, ist Ferropolis heute Industriedenkmal und Veranstaltungsareal – zum Staunen, Anfassen, Klettern. In ihren 25 Jahren seit der Gründung hat sich "Die Stadt aus Eisen" mit internationalen Festivals wie Melt! und Splash! sowie großen Konzerten von Puhdys bis Metallica einen europaweiten Ruf als einmalige Kulisse für Künstler und Publikum gemacht. Gleichzeitig stehen die imposanten Stahlkolosse für die bewegten Lebensgeschichten der hier tätigen Bergarbeiter. Ferropolis Bildrechte: MDR/Günther & Bigalke

Weitere Informationen Ferropolis – Stadt aus Eisen
Ferropolisstraße 1
06773 Gräfenhainichen

Öffnungszeiten:
täglich 10 bis 18 Uhr

Eintritt: 6 Euro/ermäßigt 3 Euro

Hinweis:
Ein Besuch von FERROPOLIS ist wie gehabt möglich. Ab sofort darf auf dem Gelände auch wieder gecampt werden. Öffentliche Führungen finden samstags und sonntags, jeweils um 11, 13 und 15 Uhr statt. Der Besuch ist täglich (auch am Wochenende) zu den regulären Öffnungszeiten von 10 Uhr bis 18 Uhr möglich. Auch die Ausstellung in der 30-KV-Station ist wieder geöffnet. Außerdem empfangen Biergarten und Restaurant wieder Gäste. Ticketbuchungen können auch online vorgenommen werden.

Camping:
"VANLIFE FERROPOLIS"
Treffen der Vanlife, Caravaning, & Outdoor Community inkl. Fachmesse und Workshops
16. bis 18. Juli 2021
Badestrände & Beachsport Area mit SUP & Wing-Foiling Angeboten
Tickets begrenzt

Bachschloss Köthen

Luftbildaufnahme Schloss Köthen und umgebender Park
Schloss Köthen und der umliegende Park Bildrechte: imago images / Steffen Schellhorn

In Köthen verbrachte Johann Sebastian Bach seine schaffensreichsten Jahre. Auf dem nördlich der Altstadt gelegenen Schloss wirkte er zwischen 1717 und 1723 als Hofkapellmeister unter Fürst Leopold von Anhalt-Köthen und komponierte bedeutende Werke wie die sechs Brandenburgischen Konzerte und das "Wohltemperierte Clavier" (Teil 1), mehrere Violinkonzerte sowie die "Französischen" und "Englischen Suiten".

Über die kulturhistorische Bedeutung als Wirkstätte Bachs hinaus, hat sich das Schloss heute in ein modernes Veranstaltungszentrum verwandelt. Unter anderem die ehemalige Reithalle im äußeren Schlossbereich, das spätbarocke Prinzessinhaus und der Spiegelsaal im Ludwigsbau wurden umfassend saniert und fungieren heute als Ausstellungsorte, Konzertsäle und Gedenkstätten. Ferner berherbergt Schloss Köthen die Museen der Stadt: darunter das Historische Museum und das Naumann-Museum, die Prähistorische Sammlung sowie eine Ausstellungen zur Homöopathie und zur Fruchtbringenden Gesellschaft.

Schloss Köthen Spiegelsaal
Blick in den Spiegelsaal auf Schloss Köthen Bildrechte: Michael Moser

Weitere Informationen Schloss Köthen
Schlossplatz 5
06366 Köthen

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag: 10 bis 17 Uhr

Eintrittspreise:
Schlosskarte (für alle drei Museen): 6 Euro
Ermäßigt: 4 Euro

Telefon: 03496 / 70099 0
E-Mail: info@bachstadt-koethen.de

Reppichau: Auf den Spuren des Sachsenspiegels

Reppichau im Landkreis Anhalt-Bitterfeld mag auf den ersten Blick unscheinbar wirken, doch war der kleine Ortsteil der Gemeinde Osternienburger Land einst für den Verlauf der deutschen Rechtsgeschichte überaus prägend. Denn im 13. Jahrhundert verfasste Eike von Repgow hier das erste mittelalterliche Rechtsbuch, den Sachsenspiegel.

Figuren der Bilderhandschrift von Eike von Repgow stehen an der Dorfkirche, in Reppichau (Landkreis Anhalt-Bitterfeld).
Figuren der Bilderhandschrift von Eike von Repgow an der Dorfkirche Bildrechte: dpa

Heute hat Reppichau, das noch immer den Beinamen "Eike von Repgow-Dorf" trägt, dem berühmtesten Sohn des Dorfes die Freilicht-Dauerausstellung "Kunstprojekt Sachsenspiegel" auf der Straße der deutschen Sprache gewidmet: Fassadenbemalungen des Köthener Malers Steffen Rogge und überlebensgroße Figuren des Kunstschmieds Frank Schönemann tauchen die Stadt in bunte Farben und lassen mittelalterliche Rechtsgeschichte auf kunstvolle Art und Weise lebendig werden. Ebenfalls sehenswert in Reppichau ist die mit romanischem Turm versehene Dorfkirche aus dem 12. Jahrhundert sowie das Museum der ehemaligen Motorenmühle.

In Reppichau (Sachsen-Anhalt) bei Dessau schauen sich Besucher im vor einem Jahr eingerichteten Kaisersaal Bilder und Dokumente zur mittelalterlichen Rechtsgeschichte, Exponate der Köthener Kirche «St. Marien» und Bilder und Dokumente aus dem Museum Terrasini (Sizilien) an.
Im Kaisersaal neben dem Informationszentrum "Eike von Repgow" werden Dokumente zur mittelalterlichen Rechtsgeschichte ausgestellt. Bildrechte: dpa

Weitere Informationen Informationszentrum "Spegel der Sassen"
Zum Handgemahl 3A
06386 Osternienburger Land, OT Reppichau

Telefon: 034909 / 70700
E-Mail: info@reppichau.de

Öffnungszeiten:
April bis Oktober: Montag bis Sonntag von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr
November bis März: Montag bis Freitag von 9 bis 15 Uhr

Preise für begleitete Führungen durch das "Kunstprojekt Sachsenspiegel":
Erwachsene: 5 Euro
Ermäßigt: 4 Euro

Historischer Schafsstall von Grimschleben

Der historische Schafsstall von Grimschleben ist eine von 40 Kulturstätten im Salzländer Kulturstempel, der dem Wanderstempeln im Harz nachempfunden ist. Ein Schafsstall als Kulturtipp zu empfehlen, mag auf den ersten Blick absurd erscheinen. Doch handelt es sich bei diesem Schafsstall im Nienburger Ortsteil Grimschleben im Salzlandkreis, um eine architektonische Besonderheit: Erbaut 1827 vom Roßlauer Architekten und Baumeister des anhaltinischen Klassizismus, Christian Gottfried Bandhauer, gilt das Modell seither als technisches und ästhetisches Vorbild im landwirtschaftlichen Nutzbau.

Der Schafsstall ist ein etwa 30 mal 30 Meter großer Kubus aus Bruchstein und hat einen verstellbaren Hängeboden für das Futter und ein pagodenartig unterbrochenes Zeltdach, das für gute Belüftung sorgt. Bandhauers innovative Ideen inspirierten Landwirtschaftsarchitekten in aller Welt, so tragen etwa die Schafställe in der ukrainischen Kolonie Askania Novas seine Handschrift. Heute schützt der "Verein der Freunde und Förderer des Lebenswerkes von Gottfried Bandhauer" das Denkmal vor dem Verfall und plant ein Nutzungskonzept, um den Stall bald wieder mit Leben zu füllen.

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