Ausflugsziel Dornburger Schlösser: Wie Goethe auf dem "Balkon Thüringens" flanieren

Ein Ausflug zu den Dornburger Schlössern bei Jena lohnt sich auch nach der Buga 2021. Denn eine Wanderung durch das Saaletal lässt sich gut mit einer Führung durch die "Schatzkammer Thüringens" verbinden. Selbst Goethe war schon von dem beliebten Rokokoschloss und den Rosengärten begeistert. Park und Garten sind ganzjährig geöffnet und somit auch in der Corona-Pandemie ein geeignetes Ausflugsziel. Hier erfahren Sie die wichtigsten Informationen rund um Ihren Besuch des einzigartiges Ensembles in Saale-Unstrut, wie Adresse, Anfahrt und Öffnungszeiten.

Dornburger Schlösser, Rokoko-Schloss
Das Rokokoschloss bildet gemeinsam mit dem Alten Schloss und dem Renaissanceschloss das Ensemble der Dornburger Schlösser. Bildrechte: imago/Steve Bauerschmidt

Es ist früh am Morgen und noch ist kein einziger Gast hier oben auf dem Felsplateau von Dornburg, zwischen Jena und Naumburg gelegen. Die Rosen blühen, der Wein rankt sich am Muschelkalkfelsen entlang - man hat den Eindruck, es muss der schönste Arbeitsplatz in Thüringen sein. Schlossverwalterin Fanny Rödenbeck bestätigt: "Ja, das sagen viele, die bei uns vorbeikommen."

Gerade in der Frühe sei es eine Freude, hier zu arbeiten, wenn alles zwitschere und es noch frisch sei. Fanny Rödenbeck kümmert sich gleich um drei Objekte und um den sechs Hektar großen Park: Terrassenwege, Laubengänge, malerische Sitzgelegenheiten unter hohen Bäumen. Es muss schon immer ein Ort der Muße und der Sinnlichkeit gewesen sein. Auch Goethe verbrachte hier viel Zeit. 

Schlossgärten und Gartenkultur Thüringens entdecken

"Das Gartendenkmal ist ein lebendes Denkmal", sagt der Kurator der Dornburger Schlösser Christian Hill: "Und das muss man einfach immer berücksichtigen. Es ist natürlich immer der genius loci, der hier ausstrahlt - und die Menschen genießen es. Sie kommen zahlreich, wie die letzten Wochen gezeigt haben, aber es ist natürlich mit einem Denkmal auch immer ein behutsamer Umgang notwendig."

Tipp Park und Garten sind ganzjährig geöffnet und somit auch in der Corona-Pandemie ein geeignetes Ausflugsziel.

Den setzen Kurator und Schlossverwalterin bei den Gästen voraus. Denn 800 Jahre Geschichte gibt es hier zu bewundern und jede Zeit hat ihre Spuren hinterlassen. Das "Alte Schloss" kannte schon Goethe, vom Rokokoschloss und den Rosen schwärmte Liszt. Und im Renaissanceschloss wohnte im Erdgeschoss bis 1874 der Hofgärtner Sckell, dem aktuell eine Ausstellung gewidmet ist. 

Kulturhistorischer Rundgang durch die Räumlichkeiten

Und auf den Hofgärtner ist man besonders stolz. 50 Jahre lief Sckell hier mit Gartenschere und Schubkarre auf und ab, pflegte die Rosen und den Buchsbaum, den Wein und die Schmuckbeete. Heute denkt man an ihn und sein Wissen und zeigt in seinen ehemaligen Räumen, was man in Archiven fand und wie der Park zu allen Jahreszeiten aussah. Außerdem geht es um die Frage, was Carl August Christian Sckell für ein Mensch war. 

Man muss sich unbedingt auf den Ort einlassen und Goethe hat das genau getan und ist unser Vorbild für das Erfahren des Ortes und das Erleben.

Kurator Christian Hill

Nach Wanderung durch das Saaletal Kultur erleben

Dieses Erleben mit allen Sinnen sei laut Kurator Hill wichtig: "Ich glaube, der Ort spricht für sich, dass man das ganz gut tun kann." Und er zitiert Goethe: "'Die Aussicht ist herrlich und fröhlich, die Blumen blühen in den wohlunterhaltenen Gärten' - alles erscheint ihm wie der Regenboden auf schwarzgrauem Grunde."

Hill will den Ort erfahrbar machen für die Gäste, sinnlich erlebbar. Auch in der Ausstellung duftet und zwitschert es. Während draußen auch heute die Gärtner schon früh am Morgen die Rosen unter die Lupe nehmen und den Buchsbaum auf Schädlinge kontrollieren.

"Heute stellt natürlich die Natur uns vor ganz andere Herausforderungen", erklärt Hill. Im 19. Jahrhundert habe der Hofgärtner Sckell zum Beispiel noch darüber geklagt, dass Dornburg an einer dummen Ecke liege: "Hier am Felsen ist immer Wasser rar - deswegen ist Gießen und Trockenheit immer ein Problem", ergänzt der Kurator.

Schlösser auf dem Hügel der Stadt Dornburg
Wegen der Lage am Felsen war hier früher das Wasser zum Gießen rar. Bildrechte: imago/Werner Otto

Abseits von Schlössernacht und Buga einen Ausflug wert

Wer hierher kommt, sollte das am frühen Morgen tun oder im späten Sommer, wenn sich der Nebel langsam aus dem Tal der Saale hebt und den Blick auf die Landschaft frei gibt. Wer den Ort besucht, taucht nicht nur in Garten- Landschafts- und Schlossgeschichte ein, sondern erlebt - auch zu Fuß nach 300 Stufen bergauf - die atemberaubend schöne Gartenkultur mit dutzenden Rosensorten an schmalen Terrassenhängen.

Dornburger Schlösser: Öffnungszeiten, Eintritt, Anfahrt Adressen:
Altes Schloss
Max-Krehan-Straße 4,
07774 Dornburg

Rokokoschloss
Max-Krehan-Straße 5,
07774 Dornburg

Renaissanceschloss
Max-Krehan-Straße 5,
07774 Dornburg

Öffnungszeiten:
Rokokoschloss und Renaissanceschloss
April bis Oktober, täglich außer Mittwochs (nur an Feiertagen), 10 bis 17 Uhr

Park und Garten:
Die Gartenanlage ist das ganze Jahr täglich von 9 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet.

Führungen sind während der Öffnungszeiten über die Schlossverwaltung (zwei verschiedene Kostümführungen) oder über Dornburg Tourist buchbar.

Eintritt:
normal 6 Euro, ermäßigt 4 Euro
kostenfrei für Kinder und Schüler bis zum Abitur

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 19. Juni 2021 | 08:10 Uhr

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