Kirchen, Museen, Parks Magdeburg – Tipps für einen Besuch in der Hauptstadt von Sachsen-Anhalt

Otto der Große erkor Magdeburg zum Mittelpunkt seines neu gegründeten Reiches und noch heute finden sich in der Hauptstadt Sachsen-Anhalts Spuren dieser Zeit. Doch Magdeburg hat sich seitdem weiterentwickelt und ist auch eine Stadt der Moderne, vielleicht sogar der Zukunft. In jedem Fall lohnt sich ein Besuch an der Elbe mit seinen Kirchen, Parks und Museen.

Magdeburg Luftbild
Direkt an der Elbe gelegen, bietet Magdeburg zahlreiche Gründe für einen Besuch. Bildrechte: dpa

SEHENSWÜRDIGKEITEN

Grüne Zitadelle in Magdeburg

Unübersehbar steht die Grüne Zitadelle in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt. Das Gebäude wurde vom Künstler Friedensreich Hundertwasser entworfen. Es war das letzte Projekt, an dem Hundertwasser noch bis kurz vor seinem Tod im Jahr 2000 gearbeitet hat. Da alle Planungen vorlagen, konnte das Architekturprojekt ohne ihn postum realisiert werden. Das Gebäude ist geprägt vom typischen Hundertwasser-Stil: Gerade Linien und Ecken sucht man vergebens, stattdessen hat es "tanzende" Fenster, leuchtend goldene Kugeln auf den Türmen, Blumenwiesen auf den Dächern und wellenförmige Böden. Alles wirkt im Fluss.

Luftaufnahme Grüne Zitadell in Magdeburg
Die Grüne Zitadelle behergt Hotelzimmer, Wohnungen und Geschäfte. Bildrechte: imago/Hans Blossey

Weitere Informationen Adresse:
Breiter Weg 8/10
39104 Magdeburg

Anfragen zu Führungen im Info-Shop
Öffnungszeiten: täglich 10 bis 18 Uhr
Telefon: 0391-598 48 317

Magdeburger Dom

Mit 104 Metern Höhe ist der Magdeburger Dom das Wahrzeichen der Stadt. Hier findet sich auch das Grab von Otto dem Großen – als Gründer des Heiligen Römischen Reichs eine wichtige historische Persönlichkeit. Er war auch der Begründer des Dombaus, der bis in 10. Jahrhundert zurückreicht und zum Sitz des damals wichtigsten Bistum des Reichs werden sollte. Nachdem der Dom im 13. Jahrhundert niederbrannte, wurde er im Stile der Gotik wieder komplett neugebaut – heute gilt das Gotteshaus als älteste gotische Kirche in Deutschland.

Der Magdeburger Dom
Die Geschichte des Magdeburger Doms reicht mehr als 1000 Jahre zurück. Bildrechte: imago images / Arnulf Hettrich

Noch heute gibt es zahlreiche Skulpturen und Details in dem Kirchenbau zu entdecken, wie die antiken Säulen, die Otto I. vermutlich aus Italien mitbrachte, die Skulpturen der klugen und törichten Jungfrauen aus dem 13. Jahrhundert an der Außenfassade oder das Ehrenmal für den Künstler Ernst Barlach. Heute finden auch regelmäßig Konzert in der Kirche oder im Rahmen der Domfestspiele statt.

Weitere Informationen Am Dom 1
39104 Magdeburg

Öffnungszeiten:
Der Dom ist täglich geöffnet.
Von Mai bis September von 10 bis 18 Uhr
Im Oktober und April von 10 bis 17 Uhr
Von November bis März von 10 bis 16 Uhr
An Sonntagen und kirchlichen Feiertag öffnet die Kirche ab 11.30 Uhr für Touristen.

Kirche mit Uhlig-Fenstern

Etwas im Schatten des Doms stehend, ist die Johanniskirche in der Magdeburger Altstadt. Die Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg beinahe komplett zerstört und erst in den 90er-Jahren wieder aufgebaut. Fertiggestellt wurde der Neubau erst mit einem künstlerischen Highlight: Der Dresdner Künstler Max Uhlig entwarf die Kirchenfenster und bemalte jedes Stück eigenhändig. Es ist das größte Werk des Malers.

Fensteransicht Südseite Kirchenschiff Magdeburg St. Johannis
Die roten Fenster schaffen eine besondere Lichtstimmung in der Veranstaltungskirche. Bildrechte: Kunstmuseum Magdeburg - Kloster Unser Lieben Frauen

Die Chor-Fenster hat Max Uhlig im strengen Schwarz-Weiß und in den eckigen Formen knorriger Gewächse gelassen. Er nimmt damit die Passions-Fenster einer Kirche auf, lässt sogar so etwas wie eine Dornenkrone anklingen. Die sechs Südfenster lassen das Licht in Rot-Orange-Gelb aufjubeln, es erstrahlt in starken Kontrasten zu dunklen Partien. Die Fenster erscheinen tatsächlich wie bemalt, nicht wie kombinierte homogene Farbscheiben. Ein Besuch in dieser inzwischen nicht mehr geweihten Kirche ist also ein besonderes Kunsterlebnis.

Weitere Informationen Johannisbergstraße 1
39104 Magdeburg

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 17 Uhr

Elbauenpark und Jahrtausendturm

Im Jahr 1999 – also kurz vor der als so magisch wahrgenommenen Jahrtausendwende – wurde die Bundesgartenschau in Magdeburg veranstaltet. Der ganze Elbauenpark wurde neu gestaltet und bepflanzt. Nach der Buga wurde beschlossen, den Park zu einem Erlebnisort für die ganze Stadt umzugestalten.

Blütenmeer am Jahrtausendturm im Elbauenpark
Nach der Buga 1999 wurde beschlossen, den Jahrtausendturm doch stehen zu lassen. Bildrechte: Christian Walter aus Magdeburg

Daher wurde auch der Jahrtausendturm entgegen erster Planungen stehen gelassen. Für die Buga entwarf der Architekt Johannes Peter Staub das markante Gebäude: Ein schiefer Kegel aus Holzbrettern und Folie. Hier wird aber nicht von 1000 Jahren deutscher Geschichte seit Otto I. erzählt, sondern von 6000 Jahren Menschheitsgeschichte. Auf sechs Etagen werden die wichtigsten technischen Errungenschaften der Menscheit in Technick und Forschung gezeigt. Wichtig war den Ausstellungsmachern, dass hier nicht nur theoretisch von der Entwicklung erzählt wird, sondern die Besucherinnen und Besucher die Technik erleben können. Und wer es bis nach oben schafft, kann von der Spitze kann den Blick wunderbar über die Stadt schweifen lassen.

Ein Gang durch den Park bietet für jedes und alle Interessen etwas. Für Naturfreunde und -freundinnen gibt es zm Beispiel das Schmetterlingshaus. Wer mehr Aufregung sucht, dem sei die Sommerrodelbahn empfohlen. Und Sportbegeisterte können den Kletterwald erkunden. Anschließend lädt der Park zum spazieren, verweilen und vielleicht sogar zu einem kleinen Picknick ein.

Mehr Informationen Tessenowstraße 5a
39114 Magdeburg

Der Park hat täglich geöffnet:
im März von 10 bis 18 Uhr
im April von 09 bis 18 Uhr
von Mai bis August von 09 bis 19 Uhr
von September bis Oktober von 09 bis 18 Uhr
von November bis Februar von 10 bis 16 Uhr
An Heiligabend und Silvester von 10 bis 13 Uhr

Die Öffnungszeiten der einzelnen Attraktionen sind abweichend.

SPAZIERGÄNGE

Die Gartenstadt Reform

Die Gartenstadt Reform ist ein weiterer Beweis dafür, dass Magdeburg das Gegenteil einer grauen Stadt ist. Bis ins 20. Jahrhundert wurde die Gegend noch landwirtschaftlich genutzt, doch die Industrialisierung machte neuen Wohnraum erforderlich. Schließlich übernahm das Architekturbüro von Bruno Taut – einem wichtigen Modernisierer der Baukunst – die Gestaltung des Wohnviertels.

Es zeigt die Gartenstadt-Kolonie im Stadtteil Reform in Magdeburg
Noch heute leuchtet das Viertel Reform in kräftigen Farben. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Taut orientierte sich an der Idee der Gartenstädte, die aus England langsam ihren Weg auf das Festland fand. Ein noch wichtigeres Merkmal für Tauts Arbeiten waren jedoch die farbigen Fassaden, das Bunte Bauen. Sein Mitarbeiter Carl Krayl gestaltete die Hauswände mit mit futuristischen, dadaistischen sowie kubistischen Elementen und malte sie in kräftigen Farben an. Noch heute leuchten die etwa 100 Gebäude und laden zu einem Spaziergang durch das Wohnviertel ein.

Festungsanlage Ravelin

Nur noch wenige Mauern erinnern an die einstmals riesige Festungsanlage – immerhin die größte des damaligen Preußens. Seit einigen Jahren bemüht sich ein Verein um die Instandsetzung der riesigen Anlage. Inzwischen werden regelmäßig Konzerte, Lesungen und andere Veranstaltungen organisiert. Doch auch abseits davon lohnt sich ein Besuch bei den Festungsresten, um über die Anlage zu spazieren.

Ravelin 2
Der Ravelin sind Überreste einer riesigen Festngsanlage. Bildrechte: Sanierungsverein Ravelin 2

Weitere Informationen Maybachstraße 8
39104 Magdeburg

Öffnungszeiten:
Freitag bis Sonntag jeweils von 11 bis 17 Uhr

Stadtpark an der Elbe

Der Rotehornpark ist die grüne Lunge von Magdeburg. Bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Elbinsel Werder zu einem beliebten Ausflugsziel. Ab 1870 legte Paul Viktor Niemeyer im Auftrag der Stadt einen Park im englischen Stil an. Da die Insel in den folgenden Jahrzehnten immer wieder für Ausstellung genutzt wurde, veränderte sich der Park ständig. So entstand der Adolf-Mittag-See oder der Tempel auf der Marieninsel. Ein Höhepunkt der Insel ist der Albinmüller-Turm, der 1927 in Rekordzeit erbaut wurde. Bis heute ermöglicht das Bauwerk im Bauhausstil einen anderen Blick auf Magdeburg.

MUSEEN

Museum für Naturkunde

Ein sechs Meter langer Saurier, ein Buckelwalmodell in Originalgröße, Giraffen und ein Elefant: all das können Besucherinnen und Besucher im Museum für Naturkunde in Magdeburg entdecken. Mit einer Sammlung von über 380.000 Objekten gehört es zu den größten naturkundlichen Museen in Sachsen-Anhalt. Zusammen mit dem Kulturhistorischen Museum befindet es sich im selben Haus.

Ausgestopfte Tiere im Museum
Im Magdeburger Naturkundemuseum behergt zahlreiche beeindruckende Präparate. Bildrechte: Magdeburger Museen/Dirk Mahler

Seit 2015 wird die Sammlung auf über 1.000 Quadratmetern neu präsentiert. Vorher wurde sie über zehn Jahre hinweg modernisiert. Die Dauerausstellung ist in drei Abschnitte gegliedert: "Wunder des Lebens" mit großen Fossilien und Tierpräparaten, "Lebensräume Sachsen-Anhalts", wo interaktive Elemente warten, und "Eiszeitalter – Klimawandel und Evolution bis zur Gegenwart". Darüber hinaus gibt es regelmäßige Sonderausstellungen und in den Ferien Kreativwerkstätten und Führungen für Kinder.

Weitere Informationen Museum für Naturkunde Magdeburg
Otto-von-Guericke Straße 68 -73
39104 Magdeburg

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr
Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr

Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen

Das älteste erhaltene Bauwerk Magdeburgs ist das romanische Kloster "Unser Lieben Frauen" zwischen Altstadtkern und Elbe. Einmalig ist, dass sich in diesen beeindruckenden Räumen aus dem 12. Jahrhundert ein Kunstmuseum befindet. Die Sammlung umfasst vor allem deutsche und internationale Kunst der Gegenwart, die in den drei Gewölben des Nordflügels ausgestellt wird.

Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen Magdeburg
Das älteste Gebäude der Stadt ist inzwischen der Ort für besonders junge Kunst. Bildrechte: imago images/Christian Schroedter

Alle Formen der bildenden Kunst, Malerei und Grafik, aber auch Installation, Fotografie und Video, finden sich in der Ausstellung, die mit eben dieser Vielfalt begeistert. Neben zeitgenössischer Kunst sind Skulpturen der klassischen Antike, mittelalterliche Holzskulpturen und Bildhauerkunst des 19. Jahrhunderts und frühen 20. Jahrhunderts ausgestellt. Besucher können das Museum multimedial erkunden. Die Guides sind neben den üblichen Audios auch mit Bildern, Videos und einem eigens für Kinder zusammengestellten Rundgang ausgestattet.

Vor den Türen des Museums geht es weiter: Im Skulpturenpark sind mehr als 60 Werke zu sehen. Vor allem die Spiegelinstallation "TRANSREFLEX" der Künstlergruppe "realtities:united" sollte man sich anschauen – die Berliner Brüder Tim und Jan Edler haben sich mit digitaler Fassadenkunst einen Namen gemacht. Im Anschluss lädt das Klostercafé zum Verweilen ein.

Weitere Informationen Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen
Regierungsstraße 4-6
39104 Magdeburg

Dienstag bis Freitag: 10 bis 17 Uhr
Sonnabend und Sonntag: 10 bis 18 Uhr
montags geschlossen

Dommuseum Ottonianum

Das Eingangsschild des Dommuseums Ottonianum in Magdeburg.
Bildrechte: MDR/Florian Leue

Ein großer Dom ist ein Hinweis auf eine lange Stadtgeschichte – so auch in Magdeburg. Dennoch hatte die Otto-Stadt lange kein Dommuseum. Erst nach umfangreichen Ausgrabungen rund um den Dom zu Beginn der 2000er-Jahre wurde in der Stadt beschlossen, dass es nun an der Zeit sei. Das Ottonianum wurde im historischen Bankgebäude gegenüber des Doms eingerichtet, das noch von 1923 stammt und wo bis in die 90er-Jahre Finanzgeschäfte getätigt wurden.

Das Geschichtsmuseum dreht sich um drei Schwerpunkte: Das Herrscher-Paar Otto I. und Editha, die Entwicklung des Bistums Magdeburg (das Otto I. zur Sicherung seiner Macht an der Elbe installierte) und die Ausgrabungen rund um den Dom. Die Highlights der Dauerausstellung sind unter anderem der Sarg von Königin Editha und ein virtuelles Modell des Doms, das die Baugeschichte der Kirche veranschaulicht.

Weitere Informationen Domplatz 15
39104 Magdeburg

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr

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