Nachgefragt Blitz-Digitalisierung auf der Festung Königstein

Mit der Festung Königstein ist einer der Besuchermagneten des Landes in der Sächsischen Schweiz wieder zugänglich. Interessierte können nun online Tickets buchen, zumindest so lange es die Corona-Lage erlaubt. Vorerst sind nur Erkundungen im Außenbereich des knapp zehn Hektar großen Areals auf dem markanten Tafelberg des Elbsandsteingebirges möglich. Trotzdem freut sich Geschäftsführerin Angelika Taube über diesen ersten Schritt zurück in die Normalität.

Festung Königstein
Kann wieder besucht werden: die Festung Königstein Bildrechte: Thomas Eichberg / Major Tom Luftbilder

Nach über fünf Monaten coronabedingter Schließung haben sich die Tore der historischen Wehranlage jetzt wieder geöffnet. Auch weil sich die Festung Königstein im Kampf um Besucherinnen und Besucher mitten in der Pandemie neu rüstete. Wie Geschäftsführerin Angelika Taube im Gespräch mit MDR KULTUR mitteilte, wird die schwache Internetleitung auf die Burg jetzt mittels Richtfunk überbrückt. So könnten Interessierte nun online und coronaverordnungs-konform ein Ticket buchen.

Dank Richtfunk vom Sonnenstein

Geschäftsführerin Angelika Taube und Markus Bitterlich vor der Magdalenenburg
Geschäftsführerin Angelika Taube und Kollege Markus Bitterlich vor der Magdalenenburg Bildrechte: Marko Förster

Als Anfang März viele Museen im Freistaat nach langer Pause ihre Wiedereröffnung bekannt gaben, überraschte Taube mit der Mitteilung, die schwache Internet-Verbindung verkrafte keinen größeren Online-Ansturm aufs Zeitfenster für den Burg-Besuch. Deswegen müsse die Festung Königstein geschlossen bleiben. Da mit einer schnellen Glasfaser-Anbindung im Landkreis Sächsische Schweiz / Osterzgebirge vorerst nicht zu rechnen sei, habe man nun kurzfristig eine Lösung via Richtfunk gefunden. Die galt zuvor laut Taube als zu störanfällig. Allein schon durch den Nebel, der häufig vom Elbtal aufziehe. Mit der Funkstrecke vom Sonnenstein aus eröffneten sich neue Perspektiven.

Festung Königstein
Öfter mal im Nebel Bildrechte: Festung Königstein

Durchaus auch für die Arbeit im Team, wie Taube weiter ausführt. Mit der besseren Anbindung seien nun auch Video- und Telefon-Konferenzen möglich. Das helfe nicht nur beim Abstand halten, sondern auch beim schnellen Austausch über die aktuellen Corona-Zahlen sowie die mitunter verwirrende Verordnungslage. Der Freistaat mische sich nicht ins Tagesgeschäft der gemeinnützigen GmbH, so formuliert es Taube. Das bedeutet Eigeninitiative bei der Informations-, aber etwa auch der Testkit-Beschaffung für das Personal auf der Burg.

Erste Erkundungen im Außenbereich

Dr. Cornelia Rupp (Referentin, ÖA, Landesamt für Archäologie Freistaat Sachsen) und Dr. Ingo Kraft, (Referatsleiter Ostsachsen, Landesamt für Archäologie Sachsen) zeigen die gefundenen Scherben, Gebrauchskeramik mit Dekor
Cornelia Rupp und Ingo Kraft vom Landesamt für Archäologie präsentieren einen Scherbenfund. Bildrechte: Landesamt für Archäologie Sachsen / Marco Förster

Dort lässt sich zum reduzierten Eintrittspreis erstmal nur das Außengelände des knapp zehn Hektar großen Areals auf dem markanten Tafelberg des Elbsandsteingebirges erkunden. Der Museumsbetrieb könne erst langsam wieder hochfahren, sagt Taube, die Anfang März aufs schwache Internet, aber auch auf die schwierige Personalsituation verwies, bedingt nicht allein durch Krankheits- oder Quarantäne-Fälle. Im Besucherservice sei man auf Mitarbeitende angewiesen, die aus Tschechien kämen, die Grenzen aber seien dicht, erläuterte sie damals. Nun sind sie wieder geöffnet, weiß auch Taube. Die Mitarbeitenden blieben nun aus familiären Gründen fern, denn die Schulen im Nachbarland seien immer noch geschlossen.

"Wir blicken nach vorne!"

Festung Königstein
Morgenstimmung Bildrechte: Festung Königstein

Der Königstein gilt als eine der schönsten Bergfestungen Europas. 247 Meter thront die riesige Wehranlage über der Elbe. Bis zur Pandemie kamen jährlich eine halbe Million Besucher. 2020 war die Anlage 111 Tage wegen der Pandemie geschlossen - und hatte gut ein Drittel weniger Gäste und Umsatz als im Jahr zuvor. Dank der Hilfen vom Freistaat und vom Bund habe man die Lage bisher meistern können, sagt Taube. Die Öffnung des Außenbereichs sieht sie als ersten Schritt zurück in die Normalität. Sie gibt sich kämpferisch: "Wir blicken nach vorne."

Derzeit werde die neue Schau zur Geschichte der Anlage fertiggestellt, die demnach schon in der Bronzeeit beginnt und nicht wie bislang angenommen 1241. Außerdem würden gerade die Texte für eine Präsentation zum Königstein im Stadtmuseum von Nanjing ins Chinesische übersetzt, die für den Herbst geplant sei.

Hinweise zum Besuch

  • Geöffnet seit Montag, 12. April, vorerst nur im Außenbereich, der Eintrittspreis ist somit reduziert auf 7 Euro für Erwachsene.
  • Der Besuch ist ausschließlich mit einem im Internet gebuchten Ticket und aktuellem, negativen Testergebnis möglich.
  • Weitere Informationen auf der Website.

Stichwort: Königstein

Der im Jahr 1241 erstmals urkundlich erwähnte "lapide regis" zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen in Sachsen. Die mittelalterliche böhmische Königsburg war später Kloster, Landesfestung, höfischer Festort, Kunstdepot und Gefängnis.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 19. April 2021 | 13:30 Uhr

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