Kulturorte unter Tage Ausflugstipps: Bergwerke und Stollen in Thüringen

Die Kristallsalzgrotte im Erlebnisbergwerk Merkers bestaunen, mit dem Rabenstein-Express 500 Meter in die Tiefe fahren oder fluoreszierende Mineralien im Besucherbergwerk Finstertal anschauen – in den ehemaligen Bergwerken Thüringens gibt es noch heute viel zu entdecken. Wir haben einige der beliebten Ausflugsziele unter Tage zusammengestellt.

Mit einem Mini-Zug geht es in den Rabensteiner Stollen.
Mit dem Rabenstein-Express geht es in Nordthüringen unter Tage. Bildrechte: MDR/Hendrik Sachs

Merkers: Erlebnisbergwerk

Ganz im Westen Thüringens liegt das Erlebnisbergwerk Merkers. Die Region zwischen Bad Salzungen und Bad Hersfeld in Hessen ist von der Tradition des Kalibergbaus geprägt. Besucher können in Merkers im Rahmen von Führungen in die Tiefe reisen und unter anderem den größten untertägigen Schaufelradbagger der Welt sowie eine Kristallgrotte mit Salzkristallen von bis zu einem Meter Kantenlänge bewundern. Eine weitere Besonderheit ist der Konzertsaal des Erlebnisbergwerks. In dem Großbunker, etwa 500 Meter unter der Erdoberfläche, finden Konzerte mit ganz besonderer Akustik statt.

Kristallsalzgrotte im Kalibergwerk Merkers
Die Kristallsalzgrotte im Kalibergwerk Merkers wurde erst 1980 entdeckt. Bildrechte: MDR/Jörg Thiem

Mehr Informationen zum Erlebnisbergwerk Merkers Adresse:
OT Merkers
Zufahrtstraße
36460 Krayenberggemeinde

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Samstag, jeweils 09:30 und 13:30 Uhr
montags und sonntags sowie
24. bis 26. Dezember, 31. Dezember und 1. Januar geschlossen

Für Kinder unter 10 Jahren ist kein Besuch möglich.

Reservierung vorab telefonisch oder online. Um Erscheinen 20 Minuten vor der Grubenfahrt wird gebeten. Es herrschen ganzjährig angenehme Temperaturen von 21 bis 28 Grad.

Rabensteiner Stollen

Mit dem Steinkohlenbergbau im Rabensteiner Stollen begann Anfang des 18. Jahrhunderts ein außergewöhnliches Kapitel der Harzer Bergbaugeschichte. In der von Erzbergbau geprägten Region, im äußersten Norden Thüringens zählt dieses Steinkohlenvorkommen bis heute zu einer geologischen Besonderheit. Heute kann man bei einer Fahrt mit der Fahrraddraisine den Berg auf eindrucksvolle Weise erleben: Mit dem Rabenstein-Express geht es 500 Meter in die Tiefe. Dort kann man sich im Rahmen einer Führung ein Bild von den harten Arbeitsbedingungen der Bergleute machen. Der Rabensteiner Stollen liegt nördlich von Nordhausen, am Harzrundweg, der auch in die Kurstadt Neustadt oder zum Kloster Walkenried führt.

Mit einem Mini-Zug geht es in den Rabensteiner Stollen.
Die Lorenbahn des Rabensteiner Stollens bringt Besucher unter Tage. Dort wird den Gästen die Historie des Bergbaus im Harz erklärt. Bildrechte: MDR/Hendrik Sachs

Mehr Informationen zum Rabensteiner Stollen Steinkohle-Besucherbergwerk
Rabensteiner Stollen
99768 Ilfeld, Ortsteil Netzkater

Öffnungszeiten:
1. April – 31. Oktober
10:15 Uhr, 11:30 Uhr, 12:45 Uhr, 14 Uhr, 15:15 Uhr
montags geschlossen

1. November – 20. Dezember
Sonntags 10:15 Uhr; 11:30 Uhr

27. Dezember – 31. März
10:15 Uhr, 11:30 Uhr, 12:45 Uhr
Montag und Freitag geschlossen

Eintritt:
13,50 Euro, Kinder ab 4 Jahre 7 Euro

Die Temperatur beträgt ganzjährig nur 8 Grad.

Friedrichroda: Marienglashöhle

Zwischen Friedrichroda und Bad Tabarz wurde im 18. und 19. Jahrhundert Gips abgebaut. Die Marienglashöhle besteht aus den Hohlräumen, die dabei im Berg hinterlassen wurden. Heute kann man die Höhle im Rahmen einer Führung besichtigen und dabei auch einiges über geologische Schichten und die Entstehung des Thüringer Waldes lernen. Besonders eindrucksvoll sind die riesigen, transparenten Gipskristalle, auch Marienglas genannt. In einer der schönsten Kristallgrotten kann man einen unterirdischen See überqueren. In Schaukästen sind Gesteine und Fossilien ausgestellt. Die Marienglashöhle hat eine eigene Haltestelle der Thüringer Waldbahn, die auch zu Schloss Reinhardsbrunn führt – ein Abstecher lohnt sich.

Wasserfall im Besucherbergwerk - Marienglashöhle - bei Friedrichroda
Künstlicher Wasserfall im Besucherbergwerk Marienglashöhle bei Friedrichroda Bildrechte: imago/photo2000

Mehr Informationen zur Marienglashöhle Friedrichroda Adresse:
An der B88
99894 Friedrichroda

Öffnungszeiten:
1. April bis 31. Oktober
täglich 10 bis 17 Uhr
1. November bis 31. März
täglich 10 bis 16 Uhr
(Dauer ca. 45 Minuten)

Eintritt:
7 Euro, Kinder bis 16 Jahre 4 Euro, Kinder bis 6 Jahre frei

Die Temperatur beträgt ganzjährig 8 bis 10 Grad.

Unterwellenborn: Kamsdorfer Bergwerk

Im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt liegt das Besucherbergwerk "Vereinigte Reviere Kamsdorf". Hier kann man die 300-jährige Geschichte des Erzbergbaus in Thüringen erfahren, der eng mit dem Stahlwerk Maxhütte in Unterwellenborn zusammenhängt. In Führungen zu Fuß oder mit der Grubenbahn können die riesigen unterirdischen Hohlräume erkundet werden. Ein Rundweg führt beispielsweise durch Gruben, die im Zweiten Weltkrieg zum Rüstungswerk ausgebaut wurden. Im Gebäude der ehemaligen Grubendirektion und im Außengelände gibt es einen Museumsbereich und eine kleine Mineralienausstellung zu sehen. Zudem lädt ein fünf Kilometer langer Montanlehrpfad zu einer kleinen Wanderung ein – um nach dem Besuch unter Tage frische Luft zu schnappen.

Revierhaus des Bergwerks Kamsdorf
Im historischen Revierhaus lädt ein Café zu Kaffee und Kuchen nach dem Bergwerksbesuch. Bildrechte: imago/Karina Hessland

Mehr Informationen zum Kamsdorfer Bergwerk Besucherbergwerk "Vereinigte Reviere Kamsdorf"
Grubensteig 4
07333 Unterwellenborn/ OT Kamsdorf

Öffnungszeiten:
1. November - 30. April
täglich 14 Uhr, freitags geschlossen

1. Mai - 31. Oktober
täglich 10, 13, 14, 15 Uhr, freitags geschlossen

Eintritt:
Erwachsene 9 Euro, Kinder 5 bis 16 Jahre 6 Euro
(Bahnfahrt 12 / 8 Euro)
Dauer ca. 90 bis 120 Minuten

Die Temperatur beträgt ganzjährig 9 Grad.

Suhl: Besucherbergwerk "Schwarzer Crux"

Im Bereich des "Schwarzen Crux" rund um den Suhler Ortsteil Vesser wurde schon sehr früh Erz abgebaut – laut ersten Urkunden schon 1406. Das riesige Eisenerzvorkommen ist zugleich Deutschlands ältester geologischer Punkt – mit Gesteinen, die aus der Tiefsee entstanden sind. Bis 1924 war hier ein Bergwerk in in Betrieb, dass heute in 36 Metern Tiefe erkundet werden kann. Sehenswert sind auch die Mineralausstellung sowie Exponate des einstigen Bergbaues im kleinen Bergbaumuseum – Werkzeuge, Gedenkmünzen und Medallien sowie wertvolle Messinstrumente. Das Bergwerk liegt im UNESCO Biosphären-Reservat Thüringer Wald und lässt sich somit hervorragend mit einem Ausflug in die Natur verbinden.

 Im neuen Besucherbergwerk «Schwarze Crux» nahe Suhl betrachten Besucher die Erzadern.
Im Besucherbergwerk "Schwarzer Crux" nahe Suhl betrachten Besucher die Erzadern. Bildrechte: dpa

Mehr Informationen zum Besucherbergwerk "Schwarzer Crux" Adresse:
Vesser, 1
98528 Suhl

Öffnungszeiten:
Januar bis Dezember,
täglich ab 10 Uhr,
Donnerstags geschlossen

Eintritt:
10 Euro, Kinder von 4 bis 12 Jahre 6 Euro

Schmalkalden: Besucherbergwerk Finstertal

In den Asbacher Bergen bei Schmalkalden wurde seit dem 16. Jahrhundert traditionell Erz abgebaut. Heute ist das Bergwerk Finstertal die einzige erhaltenen Eisen- und Manganerzgrube im Südthüringer Raum aus der Zeit um 1900. Besucherinnen und Besucher können unter Tage unter Tage ein erschlossenes Grubengebäude besichtigen, einen Kompressor von 1919 sehen und etwas über die Geologie der Grube erfahren. Ein Hingucker sind farbig fluoreszierende Mineralien und das Originalgeleucht der Bergleute, das in der Grube zu sehen ist. Über Tage gibt es eine kleine Bergbauaustellung. Für Kinder ist vor allem die nachgebaute "Haspelklaue", einer Edelsteinmine, interessant.

Helme und Jacken in einem Regal im Besucherbergwerk. Man sollte sie auch tatsächlich aufsetzen, denn immer wieder stößt man in der flachen Grube mit dem Kopf an die Steine und es tropft von den Wänden.
Mit diesen Helmen und Jacken werden Besucherinnen und Besucher des Bergwerks ausgerüstet. Bildrechte: MDR/Isabelle Fleck

Mehr Informationen zum Besucherbergwerk Finstertal Adresse:
Talstraße 145
98574 Schmalkalden OT Asbach

Öffnungszeiten:
1. April bis 31. Oktober
Mittwoch bis Sonntag 10 bis 17 Uhr

Führungen jede volle Stunde, letzte Führung 16:45 Uhr

Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 3 Euro
Kinder bis 6 Jahre frei

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 19. Juli 2021 | 07:10 Uhr

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