In Halle, Magdeburg und Dessau-Roßlau Modellprojekt: Sachsen-Anhalt öffnet Theater, Kinos und Literaturhäuser

In Magdeburg, Halle und Dessau-Roßlau können wieder Veranstaltungen geplant werden. Es geht um sogenannte Modellprojekte in der Kultur. Die drei kreisfreien Städte bekommen die Möglichkeit für Veranstaltungen mit jeweils 100 Zuschauern pro Tag. Das teilte Staats- und Kulturminister Rainer Robra am Mittwoch in einem Gespräch mit Kulturschaffenden mit. Gerichtet ist die Idee an alle Kinos, Theater, Literaturhäuser und Kulturzentren. Einen entsprechenden Erlass hat Robra unterzeichnet. Derzeit sind die Theater, Konzert- und Opernhäuser in Sachsen-Anhalt wegen der Corona-Krise für das Publikum geschlossen.

Sieben-Tage-Inzidenz muss unter 200 sein

Die vorsichtige Öffnung ist jedoch an Bedingungen geknüpft: Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz darf in der jeweiligen Stadt zum Zeitpunkt des Starts nicht die 200er-Marke überschreiten. Und die Projekte sollten nicht länger als fünf bis sieben Tage dauern. Der Kulturminister sieht in dem Vorhaben die Möglichkeit, es später auch auf den ländlichen Raum auszuweiten. Man wolle sich vorsichtig vortasten und Erfahrungen sammeln, so Robra.

Museen bleiben unter bisherigen Hygienemaßnahmen geöffnet

Museen, Gedenkstätten, Ausstellungshäuser, Bibliotheken und Archive bleiben auch mit der kommende Woche in Kraft tretenden neuen Corona-Eindämmungsverordnung unter den jeweiligen Vorsichtsmaßnahmen geöffnet. Dazu gehören vorherige Anmeldung, Hinterlegen der persönlichen Daten, Einhalten der Hygiene- und Abstandsregeln und das Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes bzw. einer FFP2-Maske.

Neuer Plan für Sachsen-Anhalt?

Bereits im Februar hatte Sachsen-Anhalt einen Entwurf zur Öffnung kultureller Einrichtungen vorgelegt. Dieser sah vor, Museen oder Gedenkstätten zu öffnen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz fünf Tage hintereinander stabil unter 50 liegt, wie Robra damals erklärte. Bei selber Inzidenz sollten als erster Schritt eines Stufenplans zudem auch Bibliotheken, Archive, Galerien, Planetarien sowie Musik- und Kunstschulen geöffnet werden. Theater, Kinos, soziokulturelle Zentren, Konzert- oder Literaturhäuser hätten dann ab einem Wert unter 35 folgen können. In den so bezeichneten Sachsen-Anhalt-Plan sollten auch praktische Erfahrungen der Kulturszene einfließen.

"Weimarer Modell" in Thüringen

Auch in Thüringen könnte die Kultur in Modellprojekten vereinzelt wieder hochgefahren werden. Wie die Landesregierung mitteilte, habe man das sogenannte "Weimarer Modell" genehmigt. Dabei dürften in der Stadt nun neben dem Einzelhandel auch Museen, Galerien und Gedenkstätten für eine begrenzte Zeit vom 29. März bis 31. März geöffnet werden – so etwa das Bauhaus-Museum in Weimar. Voraussetzung ist auch hier ein negativer Antigen-Schnelltest, der nicht älter als 24 Stunden ist, eine Registrierung und das Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes. Sollte sich das Modell als praktikabel erweisen, sei eine Ausweitung auf ganz Thüringen denkbar, so Ministerpräsident Ramelow.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 24. März 2021 | 17:30 Uhr

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