Ausflüge Vom Miniaturenpark bis Tagebau: Entdecken Sie diese Freilichtmuseen in Sachsen-Anhalt

Freilichtmuseen sind eine tolle Möglichkeit, einen Ausflug an der frischen Luft mit Kultur zu verbinden. Und Sachsen-Anhalt hat eine vielfältige Auswahl an Freilichtmuseen, die sich wunderbar als Auflugsziel für Familien anbieten: Ob eine Bergbau-Entdeckungstour in Ferropolis, ein Einblick in das frühere Leben der Landbewohner der Altmark oder der Harz im Miniformat – bei diesen Museumsausflügen kommt garantiert keine Langeweile auf.

Freilichtmuseum Königspfalz Tilleda
Das Freilichtmuseum Königspfalz Tilleda ist mit vier Hektar Fläche das größte archäologische Freilichtmuseum in Sachsen-Anhalt. Bildrechte: IMAGO / Schöning

Freilichtmuseum Diesdorf in der Altmark

Das Freilichtmuseum Diesdorf existiert bereits seit mehr als 100 Jahren. Damit gehört das altmärkische Museum eigenen Angaben zufolge zu den ältesten Museumsdörfern in Deutschland. Es wurde 1911 vom Diesdorfer Landarzt Dr. Georg Schulze gegründet und zeigt heute mehr als 20 Wohn- und Wirtschaftsgebäude sowie historisch angelegte Bauerngärten und Feldflächen. Das "lebendige" Museum macht auf einer Fläche von sechs Hektar deutlich, wie die Landbewohner der Altmark in den vergangenen Jahrhunderten gelebt und gearbeitet haben. Kinder können außerdem auf einem Naturspielplatz toben.

Der Taubenturm aus Ahlum (19. Jahrhundert) im Freilichtmuseum Diesdorf.
Der Taubenturm aus Ahlum im Freilichtmuseum Diesdorf stammt aus dem 19. Jahrhundert. Bildrechte: dpa

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Freilichtmuseum Diesdorf
Molmker Straße 23
29413 Diesdorf

Öffnungszeiten:
1. April bis 31. Oktober: Dienstag bis Sonntag und feiertags 10 bis 17 Uhr
1. November bis 31. März nur für angemeldete Gruppen ab 15 Personen  

Eintritt:
Erwachsene 4 Euro /ermäßigt 3 Euro Kinder bis 18 Jahre sind frei.

Kultur

Fachwerkhäuser in Quedlinburg
Malerische Fachwerkhäuser, mittelalterliche Plätze und verwinkelte Gassen: Quedlinburg zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist ein beliebtes touristisches Ziel in Sachsen-Anhalt. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß

In Mansfeld-Südharz: Freilichtmuseum Königspfalz Tilleda

Die Königspfalz Tilleda liegt in der Goldenen Aue am Nordrand des Kyffhäusers im Landkreis Mansfeld-Südharz. Das Freilichtmuseum erinnert an dortige Anlagen, die im Früh- und Hochmittelalter, also zwischen 8. und 13. Jahrhundert, zeitweise von Herrschern als Residenz genutzt wurden. Nach Museumsangaben gilt Tilleda über Deutschland hinaus als bisher einziger, vollständig ausgegrabener Platz dieser Art und somit als "Musterbeispiel einer derartigen Herrscherresidenz". Teile des Freilichtmuseums sind während des Corona-Lockdowns im Winter 2021/2022 erneuert worden.

Ein alter Turm aus Stein, der Teil einer Siedlung aus dem Mittelalter ist.
Dem Museum zufolge gilt Tilleda als die einzige, vollständig ausgegrabene Pfalzanlage. Bildrechte: IMAGO / Schöning

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Freilichtmuseum Königspfalz Tilleda
Ernst-Thälmann-Straße 4c
06537 Kelbra (Kyffhäuser)

Öffnungszeiten:
Das Freilichtmuseum Königspfalz ist von März bis November jeden Tag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Letzter Einlass eine Stunde vor Schließung.

Eintritt:
Erwachsene 5 Euro / ermäßigt 3 Euro
Familienkarte: 13 Euro
Kinder bis 6 Jahre sind frei.

Barrierefreiheit:
Das Museumsgelände ist relativ flach und eben. Der Führungsweg besteht aus Kies und ist laut Museum auch mit dem Rollstuhl gut befahrbar. Um in das Innere der Ausstellungshäuser zu gelangen, wird jedoch Hilfe benötigt. Diese stellt das Museum nach Anmeldung zur Verfügung. Der Turm des Zangentors, der Belagerungsturm sowie die Wehrgänge des "Vorderwalls" und des "Hauptwalls" sind nur über Treppen zugänglich.


Ferropolis – die Stadt aus Eisen in Gräfenhainichen

Ferropolis liegt auf einer Halbinsel in Gräfenhainichen, östlich von Dessau-Roßlau. In dem ehemaligen Braunkohle-Tagebau Golpa-Nord stehen heute noch fünf stählerne Bagger-Giganten. Besucherinnen und Besucher können die einstigen Bergbau-Geräte besichtigen und teilweise sogar besteigen.

Von einer im Mai eröffneten Aussichtplattform lässt sich ein einmaliger Blick über die frühere Bergbaulandschaft genießen. Hinauf geht es mit einem imposanten gläsernern Fahrstuhl. Ein Spielplatz auf dem Gelände lädt Kinder zum Toben und Klettern ein. Ein Fahrradverleih ermöglicht zudem größere Erkundungstouren, zum Beispiel rund um den Gremminer See.

Ein Braunkohlebagger in Ferropolis
In Ferropolis erhalten Besucherinnen und Besucher mit einem gläsernen Fahrstuhl zu einer Aussichtsplattform einen wunderbaren Überblick über die ehemalige Berbaulandschaft. Bildrechte: imago images/Steffen Schellhorn

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Ferropolis – Stadt aus Eisen
Ferropolisstraße 1
06773 Gräfenhainichen

Öffnungszeiten:
Täglich: 10 bis 17 Uhr

Eintritt:
Erwachsene 8 Euro / ermäßigt 5 Euro
Kinder unter 6 Jahren sind frei.
Familienkarte 20 Euro


Langobarden-Werkstatt in der Altmark

Die Langobarden-Werkstatt in Zethlingen, einem Ortsteil von Kalbe (Milde), ist das museumspädagogische Zentrum der Museen des Altmarkkreises Salzwedel. Das Freilichtmuseum liegt am Rande des Dorfes auf dem Mühlenberg, dort, wo vor etwa 2.000 Jahren die Langobarden ein großes Brandgräberfeld mit Urnenbestattungen angelegt haben sollen. Der elbgermanische Stamm lebte vor seiner Abwanderung – mutmaßlich um das Jahr 166 ins römische Reich – nachweislich in dieser Region.

Alte Hütten eines elbgermanisches Stammes.
Das historische Dorf der Langobarden auf dem Mühlenberg in Zethlingen Bildrechte: dpa

In der Langobarden-Werkstatt haben Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, Wissenswertes über die Alltagswelt der Germanen und ihr Brauchtum zu erfahren. Kinder können sich an den handwerklichen Fähigkeiten ihrer Vorfahren versuchen und alte Techniken wie Brettchenweben, Töpfern, Schnitzen oder Filzen ausprobieren. Zielgenauigkeit kann beim Bogenschießen unter Beweis gestellt werden, Kraft und Technik beim Steinstoßen.

Mehr Informationen

Langobardenwerkstatt Zethlingen
Zethlinger Dorfstr. 16a
39624 Kalbe

Öffnungszeiten:
Saisonbetrieb vom 1. Mai bis 30. September
Besichtigungen, Führungen oder Aktionstage sind nur mit Anmeldung oder an öffentlichen Veranstaltungen entsprechend des Terminkalenders möglich.

Eintritt: Erwachsene 4 Euro / ermäßigt 3 Euro + je 2 Euro
Kinder bis 18 Jahre sind frei.


Miniaturenpark "Kleiner Harz" in Wernigerode

Wer im Harz gerne möglichst viele Sehenswürdigkeiten auf einmal entdecken möchte, ist im Miniaturenpark "Kleiner Harz" in Wernigerode richtig. Hier lässt sich an mehr als 60 harztypischen Modellen im Maßstab 1:25 entlangschlendern: darunter der Nachbau der Brockenkuppe mit Mini-Brockenbahn, das Josephskreuz Stolberg und der Halberstädter Dom.

Der Brocken mit Sendeanlage, Wetterwarte, Hotel, Brockenhaus und Brocken-Bahnhof im Miniaturenpark Kleiner Harz in Wernigerode
Brocken, Schloss Wernigerode oder Kaiserpfalz in Goslar – mehr als 60 Harzer Sehenswürdigkeiten auf einem Fleck Bildrechte: MDR/Ricarda Wenge

Die Schau wird nach Angaben des Parks jedes Jahr erweitert. Mit rund 20 Loks und 30 Waggons, die auf rund 400 Meter Streckenlänge in Spurbreite G durch den Park fahren, ist der "Kleine Harz" auch für Eisenbahn-Fans ein Highlight. Einige der Modelleisenbahnen können Interessierte per Knopfdruck selbst steuern.

Der Miniaturenpark mit der Größe von 1,4 Hektar liegt im Wernigeröder Bürgerpark, der mit Spielplätzen, einem Tiergehege und zahlreichen Picknick-Ecken zum anschließenden Besuch lädt. Hungrige können außerdem im Parkrestaurant einkehren.

Mehr Informationen

Miniaturenpark Wernigerode
Dornbergsweg 27
38855 Wernigerode

Öffnungszeiten:
Der Miniaturenpark in Wernigerode ist von 9. April 2022 bis 6. November 2022 geöffnet.
September und Oktober: täglich 9 bis 18 Uhr
November: täglich 9 bis 16 Uhr

Eintritt:
Erwachsene 9 Euro / ermäßigt 5 Euro
Familienkarte 20 Euro
Kinder bis 5 Jahre sind frei.

(Recherche: Cornelia Winkler, MDR KULTUR)

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Dieses Thema im Programm: Das Erste | 31. Juli 2022 | 23:40 Uhr

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