Freizeittipp Ausflugsziele in Sachsen-Anhalt: Die schönsten Schlösser und Burgen

Herrliche Ausflugsziele für ein Wochenende mit Freunden oder Familie sind die Schlösser und Burgen in Sachsen-Anhalt. Wir haben in dieser Übersicht unsere Empfehlungen zusammengestellt: Von Schloss Blankenburg über Schloss Wörlitz, Burg Regenstein und Hundisburg bishin zur Moritzburg in Halle oder der Konradsburg. Dazu finden Sie hier die wichtigsten Informationen für Ihren Besuch, wie Adressen, Öffnungszeiten und Eintrittspreise.

Burg Saaleck und die Rudelsburg, jede auf einem eigenen Berg im Schnee
Burg Saaleck und die Rudelsburg sind auch im Winter ein märchenhaft schöner Anblick Bildrechte: imago/NBL Bildarchiv

Altmark: Jagdschloss Letzlingen

In Letzlingen steht das einzig heute noch erhaltene Hohenzollernschloss in Sachsen-Anhalt. Im 16. Jahrhundert stand an der Stelle ein schlichtes Jagdhaus, sucht Kurfürst Johann Georg von Brandenburg ein adäquates Jagdquartier inmitten der Wildnis und ließ daher um 1560 an dieser Stelle errichten ein Jagdschloss errichten. Dieses geriet irgendwann in Vergessenheit, Mitte des 19. Jahrhunderts ließ dann jedoch Friedrich Wilhelm IV. auf den Ruinen das heute so prunkvoll erstrahlende Letzlinger Jagdschloss im Stil der englischen Neogotik errichten. Wenige Jahre später wurde im Schlosspark eine Kirche, ebenfalls im neogotischen Stil Englands errichtet.

Jagdschloss Letzlingen umgeben von Bäumen
Das Jagdschloss Letzlingen fällt durch sein helles Mauerwerk auf. Bildrechte: imago/NBL Bildarchiv

Bis ins 20. Jahrhundert hinein fanden in Letzlingen Hofjagden statt, die ein bedeutendes gesellschaftliches Ereignis darstellten und Gäste von hohem Rang, darunter Otto von Bismarck und Zar Alexander II., hierher lockten.

Heute informiert eine spannende Daueraustellung über die wechselvolle Geschichte des Schlosses, das nach Ende des Ersten Weltkrieges zur Internatsschule wurde, im Zweiten Weltkrieg als Lazarett, anschließend bis 1991 als Krankenhaus diente – und heute ein beliebtes Ausflugsziel ist. Man kann im Schloss übernachten und auch ein Restaurant gibt es, hinter dem Gemäuer erstreckt sich noch immer ein Wald.

Ein weißer Eimer mit Holzgriff und geschwungenen Initialien steht neben einem alten Holzstuhl mit einem großen Loch auf der Sitzfläche.
Auch der Kaiser musste mal auf den Topf, im Museum ist die Kaisertoilette heute noch zu sehen. Bildrechte: MDR/Andreas Müller

 Weitere Informationen Jagdschloss Letzlingen
Schlossstraße 10, 39638 Hansestadt Gardelegen

Öffnungszeiten:
November bis März:
Dienstag bis Donnerstag: 10 bis 16 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertag: 11 bis 16 Uhr
Montag und Freitag geschlossen

April bis Oktober:
Dienstag bis Freitag: 10 bis 16 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertag: 10 bis 16:30 Uhr
Montag geschlossen

Altmark: Burg und Schloss Tangermünde

Hier wird man ins Tanzhaus Kaiser Karls IV. gebeten – oben, etwas auf dem Berg liegend, mit schönem Blick auf die Stadt und die Weite der Altmark. Was einst Burg und Schloss war, ist heute ein Hotel mit Restaurant. Auch die ehemalige Schlosskanzlei kann man mieten, beispielsweise für Krimi- oder Märchendinner. An den Wänden der Kanzlei zeugen Filmausschnitte von der wechselvollen Geschichte Tangermündes: Die Stadt war einst groß und mächtig, denn von hier aus regierte Kaiser Karl IV. von 1373-1378 Deutschland.

Seine wirtschaftliche Blütezeit erlebte Tangermünde im 15. Jahrhundert durch die Hanse. Für Geschichtsinteressierte ist der Ort ohnehin ein Eldorado, denn Tangermünde ist auch mit Grete Minde verbunden, deren Geschichte von Theodor Fontane aufgeschrieben wurde.

Am zweiten Wochenende im September findet jährlich das Burgfest statt, bei dem man auch den Kapitelturm besuchen kann. Außerdem liegt Tangermünde direkt am Elberadweg und bietet so einen abwechslungsreichen Aufenthalt. Und auch, wenn hier abends kein Kino oder Theater lockt, gibt es viel Kultur: Eindrucksvoll ist vor allem die Backsteinromanik, die die Kirchen, Stadttore und Mauern prägt.

Sonnenuntergang an der Elbe in Tangermünde, ein Fluss, dahinter die Stadtsilhouette
Auch die Umgebung von Tangermüne ist traumhaft schön, wie hier beim Sonnenuntergang Bildrechte: Jens Ernst

Weitere Informationen Hotel Schloss Tangermünde GmbH & Co. KG

Auf der Burg, Amt 1
39590 Tangermünde

Die Burganlage ist frei zugänglich, täglich von 8 bis 16:30 Uhr und am Wochenende von 8 bis 17:30 Uhr.

Telefonische Auskunft von Montag bis Freitag (außer an Feiertagen) von 8 bis 15:30 Uhr oder per E-Mail. Die Kontaktdaten finden sich auf der Website des Schlosses.

Anreise mit der Bahn:
Anfahrt über Stendal zur Bahnstation Tangermünde. (ca. 800m bis zum Hotel)

Anreise mit dem Auto:
Info für Navigationsgeräte: "Schlossfreiheit" bitte als Zielstraße eingeben!

Bei Dessau: Schloss Wörlitz

Schloss Wörlitz sieht aus wie aus dem Bilderbuch: Frisch saniert in hellem Gelb strahlt es durch die Bäume der Wörlitzer Anlagen. Den Eingang flankieren mächtige weiße Säulen. Gebaut wurde das Schloss von Friedrich Wilhelm Freiherr von Erdmannsdorff, eingeweiht wurde es 1773. Damals galt es als modernster Landsitz auf dem europäischen Kontinent. Die Architektur wirkt eher schlicht – das Schloss gilt auch als Gründungsbau des deutschen Klassizismus. Modern, aber nicht prahlerisch wollte sich der darin lebende Fürst Franz von Anhalt-Dessau geben, wie etliche Details verraten: etwa das exklusive Bad des Fürsten im Souterrain mit Heißwasser! Ein ausklappbares Bett erinnert daran, dass die Diener damals mit im Herrschaftszimmer schliefen. Der repräsentative Festsaal ist heute ein Ort für Klavierkonzerte. Im Obergeschoss lockt eine Dauerausstellung über den Südseeforscher Georg Forster – passend dazu führt eine wacklige Schiffstreppe ins Belvedere.

Nach einem Spaziergang durch die Anlagen – inklusive der Insel Stein mit nachgebauter Landschaft Neapels und des Vesuvs – lohnt sich eine Pause im einstigen Küchengebäude gleich neben dem Schloss, das heute ein Restaurant beherbergt. Das Schloss liegt inmitten des Wörlitzer Gartenreichs. Zusammen mit Luisium, Georgium (Museum), Oranienbaum, Mosigkau und deren Parks ist es UNESCO-Welterbestätte.

 Schloss Wörlitz, ein großes Gebäude mit Säulen, darum ein Park
Schloss Wörlitz Bildrechte: Kulturstiftung Dessau-Wörlitz/Heinz Fräßdorf

Weitere Informationen Schloss Wörlitz
Kirchgasse
06785 Oranienbaum-Wörlitz / OT Wörlitz

Der Park ist ganzjährig geöffnet.

Öffnungszeiten Schloss:
18. März bis 31. Oktober 2023
Di-So, Feiertage 10 bis17 Uhr
Führungen außerhalb der Öffnungszeiten sind nach Voranmeldung zu gesonderten Konditionen möglich.

Blankenburg: Burg und Festung Regenstein

Beliebtes Ausflugziel im Vorharz ist der Regenstein bei Blankenburg: Dort sind die denkmalgeschützten Reste der im Jahre 1162 erstmals erwähnten Burg zu besichtigen. Vom 12. bis zum 15. Jahrhundert war sie Herrschaftsitz der Grafen zu Regenstein. Einer von ihnen, Graf Albrecht II., fiel negativ als Raubritter auf. Vermutlich wusste er die spektakuläre Lage auf einem 290 Meter hohen Sandsteinfelsen, der nach drei Seiten steil abfällt, für seine Beutezüge zu nutzen.

Der Felssporn des Regensteins war einfach ideal für die Anlage einer Höhenburg nahe einer wichtigen Heer- und Handelsstraße im Dreieck von Wernigerode, Halberstadt und Quedlinburg. Vom Mauerwerk sind heute nur die Reste eines Turms vorhanden. Auch von der späteren kurbrandenburgischen Festung blieben nur Ruinen. Dennoch lohnt sich der Besuch schon wegen der Aussicht. Spektakulär sind außerdem die großteils zugänglichen Sandstein-Höhlen im Heers und die Regenstein-Mühle. Für Wanderfreunde bietet sich eine große oder kleine Rundtour über die Höhlen zur Regenstein-Mühle und Burg an. Taschenlampe und Frisbee nicht vergessen!

Graf Albrecht II. verärgerte die Bürger von Quedlinburg übrigens so sehr, dass sie ihn 1336 gefangen nahmen und bis zur Zahlung des Lösegeldes in einen Holzkasten setzten. Der so genannte Raubgrafenkasten lässt sich im Museum des Schlosses Quedlinburg besichtigen. Im 15. Jahrhundert wurde die Burg aufgegeben, die Grafen zogen vom Regenstein ins Blankenburger Schloss. 1671 konfiszierte Friedrich Wilhelm von Brandenburg das Gelände. Schließlich grenzte der Regenstein an die Herrschaftsgebiete der Brandenburger, Preussen und Braunschweiger. Erdschanzen und die Überreste der Heerstraße, die aus Richtung Goslar kommend bis nach Bernburg an der Saale führt, lassen sich im Wald um den Regenstein finden.

Zu Ostern, zu Pfingsten und im Juli wird die Vergangenheit der Burg Regenstein etwa bei Ritterspielen lebendig. Verpflegen kann man sich an einem Kiosk. Oder man bringt alles für ein Picknick mit und genießt den Panoramblick über das Harzvorland.

Die Burgruine Regenstein.
Die Burg Regenstein ist eine besondere Sehenswürdigkeit im Harz. Auch für Kinder wird hier Geschichte spürbar – ob beim Wikingerfestspiel oder Ritterspektakel. Bildrechte: dpa

Weitere Informationen Burg und Festung Regenstein
Am Platenberg
38889 Blankenburg (Harz)

Für Kinder geeignet, aber Vorsicht geboten.

Öffnungszeiten:
April bis Oktober: Täglich von 10 bis 18 Uhr
November bis März: Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr
Einlassschluss: 30 Minuten vor Schließzeit

Anreise:
Mit der Bahn:
Über Halberstadt und Blankenburg, dann mit der Buslinie 250 Richtung Wernigerode (nicht täglich)

Mit dem Auto:
Freier Parkplatz ca. 500 Meter unterhalb des Regensteins
Menschen mit Behinderung können bis in den Vorhof fahren.

Die Begehung der Anlage ist stellenweise anspruchsvoll.

Egeln: Wasserburg

Die Burg an der Bode südlich von Magdeburg hat schon viele berühmte Gäste gesehen: den späteren schwedischen König, General Bernadotte, Blücher oder den Hofstaat der Königin Luise von Preußen. Unter Erzbischof Günther von Schwarzenburg (1403-45) wurde sie zum Renaissanceschloss umgebaut. Im Dreißigjährigen Krieg war sie zeitweilig Hauptquartier der Schwedischen Armee und Wohnsitz der Familie von Generalfeldmarschall Johann Banér. Danach wurde sie als preußische Domäne an verdiente Offiziere verpachtet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage Volkseigenes Gut, die historischen Gebäude verfielen. Auf Initiative des Heimatvereins wurden Bergfried und Torhaus ab 1987 restauriert und beherbergen seitdem das Egelner Museum für Vor- und Früh- sowie Stadtgeschichte. 1995 übernahm die Stadt die Burganlage, die seitdem zum kulturellen Zentrum ausgebaut wurde. Entstanden sind eine große Freilichtbühne, eine mittelalterliche Taverne im Kellergewölbe der Burg sowie ein Kräutergarten. Seit 1999 gibt es dort sogar ein Kinder- und Jugendtheater.

Während sich der rührige Egelner Heimatverein um das Museum und die Erforschung der Stadtgeschichte bemüht, bringt der 1994 gegründete Förderverein Wasserburg Egeln e.V. mit mittelalterlichem Burgspektakel, Irish Folk Festival oder Romantischer Burgweihnacht Leben in die alten Mauern. Veranstaltet werden auch Antik- und Trödel- sowie Bauernmärkte, Country Open Airs oder Museumsnächte. "Tafeln wie die Grafen" lässt sich übrigens im Burg-Café, das am Sonntag geöffnet ist.

Ein Feuerwerk über der Wasserburg in Egeln im Salzlandkreis
Heiraten auf der Burg: Über der Wasserburg in Egeln im Salzlandkreis funkelt ein Feuerwerk, trauen lassen kann man sich dort auch. Bildrechte: dpa

Weitere Informationen Wasserburg Egeln
Wasserburg 6
39435 Egeln

Das Museum im Schloss ist sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Das historische Café ist sonntags von 14.30 bis 17 Uhr geöffnet.

Anreise:
Auch mit dem Bus ist Egeln zu erreichen, zwischen Mageburg und Egeln verkehrt die Linie 161, elf Mal täglich in der Woche, inzwischen auch am Wochenende. Vom Bahnhof geht es zu Fuß in wenigen Minuten über Markt und Schlossstraße zur Wasserburg.

Salzlandkreis: Schloss Bernburg

"Die Krone Anhalts" – so hat der Maler und Schriftsteller Wilhelm von Kügelgen das Bernburger Schloss im 19. Jahrhundert bezeichnet. Auch heute noch liegt es wundervoll über der Saale, nur das Städtchen hat sich verändert, geprägt durch die größte Sodafabrik der Welt und durch zwei sehr unterschiedliche Gesellen: den schöngeistigen Fürsten Christian den Ersten (dessen Geschichte man hier entdecken kann) und Till Eulenspiegel, der stark mit dem Mittelalterlichen Bergfried des Schlosses verbunden ist. Tatsächlich soll Till Eulenspiegel hier einst auf dem Turm gewesen sein – so jedenfalls steht es in der 22. Historie des 1510 oder 1511 erschienen Buches.

Nachlesen können Besucherinnen und Besucher die Geschichte im Schlossmuseum, wo es dazu noch wechselnde Ausstellungen gibt. Unbedingt anschauen sollte man auch die Schlosskirche, die der Künstler Moritz Götze aus Halle gestaltet hat. Fast gegenüber steht dazu noch eine Kunsthalle, in der wechselnde Ausstellungen stattfinden. Nicht zu vergessen: In Bernburg gibt es ein wundervolles Theater.

Der Maler und Grafiker Moritz Götze steht in der Schlosskirche St. Aegidien an seinem Bilderzyklus mit biblischen Szenen aus Emailletafeln.
Seit 2016 ziert ein Bilderzyklus aus 320 Emaille-Tafeln des Künstlers Moritz Götze (hier mit im Bild) das Innere der Schlosskirche. Bildrechte: dpa

Mehr Informationen Aktuell: Das Museum Schloss Bernburg ist zur Zeit geschlossen. Nach umfangreichen Baumassnahmen und einer Neukonzeption der Dauerausstellungen wird das Museum 2023 wieder eröffnet werden.
Der Eulenspiegelturm und die kunsthalle bernburg sind geöffnet.

Schloss Bernburg
Schloßstraße 24
06406 Bernburg

Öffnungszeiten:
Aufstieg zum Eulenspiegelturm:
1. November bis 31. März: Dienstag bis Donnerstag von 10 bis 16 Uhr, Freitag von 10 bis 13 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 bis 16 Uhr
1. April bis 31. Oktober: Montag bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr

Anfahrt:
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Elbe-Saale-Bahn und Harz-Elbe-Express z.B. aus Güsten, Könnern, Köthen und Calbe.

Mit dem Auto:
Autobahn A14 Halle in Richtung Magdeburg bis Ausfahrt 10 (Bernburg / Güsten / Aschersleben). Von dort in Richtung Bernburg und über die Krumbholzallee in die Stadt. Alternativ über die Bundesstraßen B6n, B71 und B185 die in Bernburg zusammentreffen.

PKW können gebührenfrei auf dem Schlosshof geparkt werden.

Haldensleben: Schloss Hundisburg

Auf eine Legende soll der Name zurückgehen: Als sich im Hochmittelalter in der Gegend der Orden der Tempelritter auflöste, suchte ein Hund seinen flüchtigen Herren. Als er ihn endlich fand, machte er sich vor der Burg sitzend durch freudiges Gebell bemerkbar darum Hundisburg. Fest steht: Das monumentale Ensemble mit Schloss, rekonstruiertem Barockgarten und einem 100 Hektar großer Landschaftspark hat eine bewegte Geschichte. Bei einem Besuch lässt sich dort allerhand unternehmen.

Berühmte Dichterinnen und Dichter besuchten die Burg

Erstmals erwähnt wurde die Burg 966. Später fungierte sie als Grenzfeste des Erzbistums Magdeburg. Mitte des 15. Jahrhunderts ging sie an die Familie von Alvensleben, die die Burg zu einem Renaissanceschloss ausbauen ließ, das deren Macht und Reichtum eindrucksvoll demonstrierte. Nach schweren Verwüstungen im Dreißigjährigen Krieg erstand die Hundisburg als grandioses Barockschloss mit großem Park wieder. Prominente Gäste weilten dort, darunter Gottfried Wilhelm Leibniz sowie Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. von Preußen. 1811 erwarb der Magdeburger Kaufmann Johann Gottlob Nathusius das Schloss. Nun kamen Dichterinnen und Dichter wie Carl Leberecht Immermann, Bettina von Arnim und Hoffmann von Fallersleben nach Hundisburg.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam es zu einem schweren Brand, der wieder für schwere Zerstörungen sorgte. Die Anlage wurde Volkseigenes Gut, im Landschaftspark wurde zu DDR-Zeiten Fußball gespielt. Versuche des Wiederaufbaus scheiterten. Der begann erst nach der Wende getragen von großem bürgerschaftlichem Engagement. 1995 übernahm die Stadt Schloss und Garten und betraute den Verein KULTUR-Landschaft Haldensleben-Hundisburg als Träger. Seitdem wurde die Anlage Stück für Stück restauriert. 2000 übertrug der im Juni 2020 gestorbene Magdeburger Bildhauer Heinrich Apel der Stadt Haldensleben seine Sammlung, die im Schloss Hundisburg zu sehen ist.

Zu sehen ist das Schloss Hundisburg mit Schlosspark von vorne, aus einer leicht erhöhten Position.
Der Blick vom Schlosspark aus. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Im Nordflügel des Schlosses ist die Landesforstverwaltung mit dem Haus des Waldes ansässig. Stärken kann man sich im Schlossrestaurant. Möglicherweise bei einem Bier aus der Schlossbrauerei, die ebenfalls besichtigt werden kann. Ein Spaziergang könnte danach durch den historischen Obstgarten führen, der schon im 18. Jahrhundert Teil des Barockgartens war. Seit der Rekonstruktion wird versucht, die historische Vielfalt samt Nathusius-Taubenapfel und Caraveilbirne wiederaufleben zu lassen.

Wer dann noch nicht genug gesehen hat, sollte einen Abstecher nach Hundisburg machen. Das Dorf am Nordrand der Magdeburger Börde wurde 1140 erstmals urkundlich erwähnt und ist seit 1994 Ortsteil der benachbarten Kreisstadt Haldensleben. Dort gibt es ein berühmtes technisches Denkmal: Die Ziegelei, wo noch heute Ton von Hand in eine Holzform gestrichen, luftgetrocknet und im Zick-Zack-Ofen nach alter Tradition gebrannt wird. Eine Rundfahrt mit der Feldbahn führt vorbei an der ehemaligen Tongrube, an Eimerkettenbagger und historischen Öfen. Die Geschichte, Ziegelherstellung und Arbeitsgeräte werden in einer Dauerausstellung erklärt. Angeboten wird auch eine multimediale Führung. Einen Besuch wert sind auch Schulmuseum und Andreaskirche, die nach vorheriger Anfrage im Gemeindebüro besichtigt werden kann.

Weitere Informationen Schloss Hundisburg
Schloss 1
39343 Hundisburg

Öffnungszeiten:
Historische Schlossräume mit der Alvenslebenschen Bibliothek und den Sammlungen Apel und Loock
April bis Oktober sonntags 14 bis 17 Uhr

Die Innenräume des Schlosses sind ggf. im Rahmen von Führungen zugänglich.

Eine Führung gibt es sonntags ab 14 Uhr, Treffpunkt Schlossladen oder nach Vereinbarung.

Haus des Waldes, Nordflügel des Schlosses
Öffnungszeiten:
Montag nach Vereinbarung, Dienstag bis Freitag, 9 bis 15 Uhr, Sonntag 14 bis 17 Uhr

Vom Schulprojekt über Kindergeburtstagsfeiern bis hin zum Kletterwalderlebnis gibt es hier zahlreiche waldpädagogische Angebote. Auch eine große Walderlebnisausstellung gehört dazu: mit der 15 Meter hohen "Biomaschine Baum".

Schlossrestaurant
Mittwoch bis Samstag, 11:30 bis 21:30 Uhr, Sonntag 11:30 bis 17 Uhr

Anreise:
Schloss Hundisburg liegt bei Haldensleben an der Straße der Romanik.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
DB-Bahnhof Haldensleben (Strecke Magdeburg-Wolfsburg)

Buslinie 600, an Werktagen stündlich

Parken:
Parkmöglichkeiten bestehen sowohl auf dem Schlosshof als auch am Garten nahe dem Sportplatz in fußläufiger Entfernung.

Halle: Burg Giebichenstein

Die Burg Giebichenstein ist eines der markanten Wahrzeichen von Halle. Berühmt wurde sie unter anderem, weil der Dichter der Romantik, Joseph von Eichendorff (1788-1857),  ihr folgende Zeilen widmete: "Da steht eine Burg überm Tale / Und schaut in den Strom hinein, / Das ist die fröhliche Saale, / Das ist der Giebichenstein ... ". Auch die Sage von Ludwig dem Springer soll sich hier zugetragen haben, eine Geschichte von Liebe, Mord, Gefangenschaft und einem beherzt-rettenden Sprung aus dem Burggefängnis in die Saale.

Burg Giebichenstein im Winter, im Vordergrund Bäume mit Raureif.
Die Oberburg. Wenn man sich den Abstand zur Saale anschaut, beschleichen einen Zweifel, ob Ludwig der Springer tatsächlich in die rettende Saale gesprungen sein soll. Bildrechte: imago images/Steffen Schellhorn

Bereits im Jahr 961 wurde Giebichenstein erstmals als besiedelt erwähnt. Die heute größtenteils verfallene, dadurch aber besonders romatisch wirkende Oberburg wurde erst im 12. bzw. 13. Jahrhundert errichtet. Ihr Niedergang ist auf einen Brand im 17. Jahrhundert zurückzuführen. Von der Burgruine aus hat man einen beeindruckenden Weitblick über die Saale und die Stadt. Von Ostern bis Oktober gibt es hier Burgfeste, Lesungen, Theater, Konzerte und Sommerkino. Mit dem Smartphone kann man per QR-Code Hörbeiträge zur Geschichte der Oberburg hören und an einer Soundstation vor Ort sich selbst im Minnesang ausprobieren.

Neben der Oberburg gibt es noch die Unterburg, die Mitte des 15. Jahrhunderts errichtet wurde und im Lauf der Jahrhunderte wohl hauptsächlich als Wirtschaftsstätte genutzt wurde. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist sie der Sitz einer Kunstgewerbeschule, die sich als Alternative zum Bauhaus, mit anderem, u.a. kunsthandwerklichen Ansatz verstand. 2015 feierte die heutige "Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle" ihr hundertjähriges Bestehen. Die "Burg", wie die Kunsthochschule kurz genannt wird, ist Magnet für die Ausbildung Kreativer, hier kann man Kunst und Design studieren – von Mode über Malerei, Schmuckgestaltung, Bildhauerei, Innenarchitektur bis zur Kunstpädagogik – was aktuell etwa tausend Studierende nutzen.

Luftbild der Burg Giebichenstein im Winter mit Schnee.
Blick auf die Unterburg. Hier haben Studierende der Kunsthochschule ihre Werkstätten. Bildrechte: imago images/Steffen Schellhorn

Weitere Informationen Oberburg Giebichenstein
Seebener Straße 1, 06118 Halle (Saale)

Öffnungszeiten:
8. April bis 31. Oktober:
Dienstag bis Freitag: 10 bis 18 Uhr
Samstag, Sonntag, feiertags: 10 bis 19 Uhr
Und zu den jeweiligen Veranstaltungen

Unterburg
Campus Kunst der "Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle"
Seebener Straße 1, 06114 Halle

Halle: Moritzburg mit Kunstmuseum

Die Moritzburg in Halle braucht man kaum vorzustellen, ist das dahin beherbergte Kunstmuseum doch deutschlandweit bekannt. Doch durch diese Strahlkraft geriet auch die Geschichte des Gemäuers inmitten der Saalestadt aus dem Fokus. Ende des 15. Jahrhunderts wurde der Grundstein gelegt und die Burg im Stil der ausklingenden Gotik erbaut. Im Dreißigjährigen Krieg hielten sich sowohl Wallenstein, Tilly, wie auch der Schwedische König Gustav Adolf in der Moritzburg auf. Der Dreißigjährige Krieg sollte für einen langdauernden Schaden am Gemäuer sorgen, jedoch nicht durch Kampfhandlungen, sondern durch ein Feuer im Januar 1637, das große Teile der Burg unbenutzbar machte. Eine aus kriegstaktischen Gründen gesprengte Mine zerstörte 1639 endgültig einen Teil der Anlage.

Eine Brücke führt zum Eingang des Kunstmuseums Moritzburg in Halle.
Der Eingang zur Moritzburg erfolgt über eine Brücke durch diesen Turm, in dem einst Lionel Feininger sein Atelier hatte und seine berühmten Halle-Bilder malte. Bildrechte: MDR/Michael Rosebrock

Dieser Sprengschaden blieb über Jahrhunderte sichtbar, und auch Teile der Burg verfielen zusehends, bis Anfang des 20. Jahrhunderts das Gebäude mittels Spenden nach und nach erneuert wurde, damit hier das Städtische Kunstmuseum einziehen konnte. Dieses legte den Grundstock für das heute so berühmte Kunstmuseum Moritzburg. Nach dem Krieg wurde die Nutzung der Moritzburg intensiviert, es gab hier unter anderem von 1965 bis 1990 das Fernsehtheater Moritzburg und ab den 1970er-Jahren wurde der im Nordostturm untergebrachte Studentenclub "Turm" zum musikalischen Treffpunkt der Stadt, mit Konzerten und Discos – bis heute ein kultureller Magnet.

Außenansicht Moritzburg Kunstmuseum Halle: über alten Gemäuer ist das neue erbaute Dach zu sehen.
Alt und Neu verbinden sich architektonisch in Harmonie. Bildrechte: Falk Wenzel

Das in der Moritzburg beheimatete Kunstmuseum ist nicht nur eine wichtige Sammlung expressionistischer Kunst und anderer Epochen wie DDR oder 19. Jahrhundert, sein Erfolg führte auch zur architektonischen Wundenglättung: Der noch immer zertörte Westflügel und der Nordflügel erhielten bis 2008 einen Überdachungsbau, der dezent Moderne mit jahrhundertealter Bautradition verbindet und noch größere Ausstellungsflächen ermöglichte. Ein Café lädt heute ebenfalls Gäste zum Besuch ein.

Das Gemälde zeigt eine weiße Katze auf einem gelben Kissen
"Die weiße Katze" von Franz Marc (1912) gehört zu den beliebtesten Kunstwerken der Dauerausstellung des Kunstmuseums. Bildrechte: Punctum/Bertram Kober

Weitere Informationen Kunstmuseum Moritzburg Halle
Friedemann-Bach-Platz 5, 06108 Halle (Saale)

Vom 9. Januar bis 25. Februar 2023 bleibt das Museum aufgrund von Wartungs- und Umbauarbeiten geschlossen.

Öffnungszeiten:
Donnerstag bis Dienstag: 10 bis 18 Uhr
Mittwoch geschlossen

Köthen (Anhalt): Schloss Köthen

Das nördlich der Altstadt gelegene Schloss Köthen ist besonders als Wirkungsstätte Johann Sebastian Bachs bekannt. Der Komponist war hier von 1717 bis 1723 als Hofkapellmeister engagiert. Heute ist das Schloss kulturelles Zentrum der Stadt Köthen, seit der Sanierung der Reithalle als Veranstaltungszentrum finden hier zahlreiche Kulturveranstaltungen statt.

Schloss Köthen Spiegelsaal
Der Spiegelsaal im Schloss Köthen. Bildrechte: Michael Moser

Das Schloss Köthen, das auf eine frühdeutsche Burganlage von 1115 zurückgeht, beherbergt heute die Museen der Stadt, das Stadtarchiv sowie die Musikschule. Im 15. Jahrhundert wurde das Köthener Schloss zur Dauerresidenz. Bei einem Brand im Jahr 1547 wurden große Teile der Anlage zerstört, nur der nördliche Westflügel blieb erhalten. Im Zeitraum von 1606 bis 1853 gab es ein selbstständiges Fürsten- beziehungsweise Herzogtum Anhalt-Köthen. Die Renaissancebauten des späten 16. und frühen 17. Jahrhunderts wurden in den Jahren 1821 bis 1833 klassizistisch umgestaltet.

Weitere Informationen: Schloss Köthen
Schlossplatz 4
06366 Köthen (Anhalt)

Öffnungszeiten Schloss und Touristinformation:
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr

Harz: Konradsburg bei Ermsleben

Auf eine mehr als tausendjährige Geschichte blickt die erstmals 1021 erwähnte Konradsburg bei Ermsleben im Harz zurück. Schon in der Jungsteinzeit haben Menschen auf der Anhöhe gesiedelt, auf der sich die Burganlage bis heute erstreckt. Ursprünglich als Schutzburg angelegt, haben sich im 12. Jahrhundert die namensgebenden Herrscher auf eine neue Burganlage konzentriert, die Burg Falkenstein, so dass das Gemäuer keine Wehraufgaben mehr erfüllen musste. Es wurde in ein Benediktinerkloster umgewandelt. Der Sage nach soll diese Widmung auch als Sühne für einen Mord erfolgt sein, den Egeno II. von Konradsburg um 1080 an dem Grafen Adalbert II. von Ballenstedt beging.

Im 16. Jahrhundert brannte das Kloster nieder und wurde aufgegeben. Ab 1712 erfolgte eine landwirtschaftliche Nutzung und im Lauf der Jahrhunderte kamen so noch weitere Gebäude hinzu, die der Anlage ihr heutiges Gesicht verleihen. Sehenswert ist der von der Kloster-Basilika erhaltene hohe Chorraum sowie die darunter liegende Krypta mit ihren eindrucksvoll verzierten Säulen, die die Besucher zu einem mittelalterlichen Tanz zu verführen scheinen. Bei einem Besuch auf der Konradsburg kann man am Wichenende im gemütlichen Café in der Geschichte schwelgen. Seit mehreren Jahrzehnten kümmert sich ein Verein um die erhaltenswerte und gefährdete Anlage.

Weitere Informationen Konradsburg
06463 Falkenstein/Harz OT Ermsleben

Das Café hat am Wochenende von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Harz: Burgruine Anhalt und Schloss Ballenstedt

Von der Selketalmühle bei Harzgerode schlängelt sich der Weg 130 Meter in die Höhe, bis man hinter dichtbewachsenen Bäumen die einstige Stammburg der Askanier entdeckt, die sozusagen die "Begründer" Anhalts waren. Der Anblick sorgt für ein erhebendes Gefühl, obwohl die Burg schon 1140 zerstört wurde: Gerade die Ruinen haben offensichtlich etwas Mythisches oder Magisches.

Ehrenamtlichem Engagement ist es zu verdanken, dass man auf einer Tafel die Geschichte der Ruine nachlesen kann, sonst könnte man sich nicht vorstellen, wie mächtig die Burg einst war: Bereits im 12. Jahrhundert wurde hier mit roten Ziegelsteinen gebaut – quasi "High-Tech" für die damalige Zeit.

Um die Burg im Modell zu sehen und auch etwas mehr über die Askanier zu erfahren, sollte man ins rund zehn Kilometer entfernte Ballenstedt fahren. Denn nach der Zerstörung ihrer Burg zog es die Askanier in das dortige Kloster, woraus sie dann nach und nach das Schloss errichteten. Außerdem liegt dort Albrecht der Bär begraben, eine der Schlüsselfiguren Anhalts. Für Kinder gibt es im Schloss manchmal Taschenlampenführungen, außerdem locken Konzerte im wundervollen Hoftheater.

Zu sehen ist das Innere des Schlafzimmers der Herzogin. Die Wände sind blau gestrichen.
Im Inneren von Schloss Ballenstedt können Besucher höfische Wohnkultur erleben. Bildrechte: imago/Köhn

Weitere Informationen Schloss Ballenstedt
Schlossplatz 3
06493 Ballenstedt

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag von 11 bis 16 Uhr
Montag geschlossen

Eintrittspreise:
Erwachsene: 5 Euro
ermäßigt: 3 Euro

Harz: Schloss Wernigerode

Wie entrückt ragen die Türme und Zinnen von Schloss Wernigerode aus den Wipfeln des Waldes – hoch oben über dem Städtchen. Schloss Wernigerode wirkt geradezu wie ein Märchenschloss und diente deswegen bereits verschiedenen Märchenfilmen als Kulisse. Man kann zum Schloss hinaufwandern oder mit einer Bahn fahren und es sich im zauberhaften Innenhof auch kulinarisch gutgehen lassen: zwischen plätscherndem Brunnen und einem faszinierenden Architektur-Mix, denn dieser reicht vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert.

Schloss Wernigerode im Winter mit etwas Schnee
Im Winter sieht Schloss Wernigerode noch zauberhafter aus Bildrechte: Michael Lumme

Das Interieur wirkt durch viel Holz und feste Mauern eher rustikal und dunkel, aber für Märchenstunden am Kamin ist es damit bestens geeignet (und wird auch dafür genutzt, beispielsweise beim nachweihnachtlichen Markt "Winterschloss"). Im Sommer hingegen dient der Innenhof als Festivalkulisse – die Wernigeröder Schlossfestspiele warten hier durch den abgeschlossenen Raum mit bestem Klang auf. Es lohnt sich auch, die Kapelle zu besichtigen. Schloss Wernigerode kann man immer wieder besuchen, denn regelmäßig finden Sonderausstellungen statt.

Weitere Informationen Schloss Wernigerode
Am Schloß 1
38855 Wernigerode

Öffnungszeiten:
7. November bis 23. Dezember 2022

Dienstag bis Freitag
10.00 - 17.00 Uhr
(letzter Einlass 16.30 Uhr)

Sonnabend/Sonntag
10.00 - 18.00 Uhr
(letzter Einlass 17.30 Uhr)

24. Dezember 2022 geschlossen

25. Dezember 2022 bis 8. Januar 2023
Montag bis Sonntag
10.00 - 18.00 Uhr
(letzter Einlass 17.30 Uhr)

Eintrittspreise:
Erwachsene: 7 Euro
ermäßigt: 6 Euro
Kinder (6 bis 14 Jahre): 3,50 Euro

Harz: Burg Falkenstein

Auf dem Berg mitten im Wald mutet sie aus der Ferne an wie eine mittelalterliche Festung – und als solche wurde die Anlage zwischen 1120 und 1180 auch erbaut. Burg Falkenstein trotzte in den Folgejahren allen Feinden, dieser Prototyp einer Ritterburg konnte tatsächlich niemals erobert werden.

Ihre Entstehung verdankt Burg Falkenstein der Sage nach einem Mordfall: Allein diese Story lohnt es, sich bei einer Führung erzählen zu lassen. Aber auch sonst gibt es einiges zu sehen, vom Zwinger bis zum Bergfried, die Anlage ist mächtig und in ihrer Architektur so typisch, dass sie auch schon in über 30 Filmen zur Kulisse wurde.

Zu sehen ist die Burg Falkenstein, leicht von unten fotografiert. Vorne sieht man Teile der Burgmauer, die Bäume daneben sind ohne Blätter
Imposant thront das Scholl auf der Erhebung, den Turm gen Himmel gestreckt Bildrechte: imago images/Shotshop

Auf der Burg gibt es nicht nur ein Museum (das u.a. Ritterrüstungen bereithält), sondern auch Sonderausstellungen und eine Falknerei. Jedes Jahr ab Mai fliegen die großartigen Vögel. Seit 2006 findet außerdem alljährlich auf der Burg im Sommer ein "Minneturnier" in Tradition eines mittelalterlichen Sängerwettstreits statt, bei dem bekannte Sänger aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien zu hören sind. Anfang Oktober gibt dann noch ein "Burgfest". Auch kulinarisch geht es auf der Burg mittelalterlich zu, so kann man etwa ein zünftiges Rittermahl genießen.

Weitere Informationen Burg Falkenstein
Pansfelde, Burg Falkenstein 1, 06543 Falkenstein (Harz)

Aktuelle Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 16:30 Uhr
Montag geschlossen (außer an Feiertagen)

Falknerei:
Greifvogelvorführungen finden erst ab April 2023 wieder statt!

Harzvorland: Schloss Blankenburg

Eingebettet in das hügelige Harzvorland erstreckt sich eine vielgestaltige barocke Gartenanlage: an der Stadtmauer entlang, zwischen den beiden Schlössern, das Große auf dem Berg, das Kleine am Fuß. Das Ensemble gilt als größtes noch erhaltenes Welfenschloss – und ist das Wahrzeichen der Stadt Blankenburg mit einer über 900-jährigen Geschichte.

Neben einem relativ kleinen symmetrischen Terrassenidyll reihen sich weitere Erlebnisräume des weitläufigen Gartenensembles den Hang entlang: der 1668 angelegte Tiergarten, der Schlosspark, der heute von Künstlern gestaltete Fasanengarten, der Orangerieplatz als bedeutender Teil des Lustgartens und der Berggarten – zusammen bilden sie eine ästhetisch funktionale Einheit. 

Auch die Bewässerung der riesigen Gartenanlage ist genial, man baute einst ein ausgeklügeltes Brunnensystem mit dem Schlossteich als Wasserreservoir. Immer wieder wurden die einzelnen Gärten überformt, Anfang des 18. Jahrhunderts gestaltete sie der Leibarzt des Herzogs, Dr. Reck, weiter: Er ließ eine 35 Meter lange Sandsteintreppe bauen, von der aus man die schönsten Ausblicke in die Umgebung hat. Und während die Prinzessinnen einst in einem der Wehrtürmchen spielten (heute übrigens eine Ferienwohnung) gab es für das Adelsgeplänkel das Teehaus: sozusagen eine Gartenlaube fürs "Stelldichein", in dem man heute Kaffee und Kuchen genießen kann.

Drumherum gibt’s einige Wandermöglichkeiten: zum Beispiel zum Regenstein, einer weiteren Burgruine mit altem Wasserrad. Diese ist bestens erschlossen und bietet viele Klettermöglichkeiten für Kinder.

Schloss Blankenburg im Schnee, ein Weg führt auf ein Tor zu
Durch diesen Torbogen gelangt man in Schloss Blankenburg. Bildrechte: PantherMedia / Daniel Kühne

Weitere Informationen Schloss Blankenburg
Großes Schloß 1, 38889 Blankenburg (Harz)

Öffnungszeiten:
März bis Dezember:
Innenhof – Dienstag bis Sonntag, 10 bis 16 Uhr
Innenräume – Samstag, 14 Uhr und 15 Uhr, Besichtigungen nur innerhalb einer Führung möglich
Januar bis Februar wegen Winterpause geschlossen

Anreise zu Fuß, per Fahrrad, Bus oder Bahn möglich. Kostenlose Parkplätze stehen in begrenzter Anzahl direkt am Schloss zur Verfügung.

Jerichower Land: Schloss Leitzkau

Das Renaissance-Schloss Leitzkau im Burgenland Fläming bei Gommern geht auf ein im 12. Jahrhundert gegründetes Stift der Prämonstratenser-Chorherren zurück. Noch heute ist die beeindruckende romanische Basilika aus dieser Zeit zu besichtigen. Im 16. Jahrhundert wurde das Stift zu einem
Schloss im Stil der Weser-Renaissance umgebaut und zählt zu den bedeutendsten Bauten dieser Epoche im Gebiet der mittleren Elbe.

Blick auf das Schloss Leitzkau
Schloss Leitzkau ist im Stil der Weser-Renaissance erbaut. Bildrechte: Henrik Bollmann

Schloss Leitzkau ist heute Sitz der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt. Der Schlosshof sowie die einstige Basilika können wochentags besichtigt werden. Außerdem bietet der Förderkreis Schloss Leitzkau Besichtigungen der Schlossanlage an. Beliebte Anlässe für Ausflüge sind ein Töpfermarkt im September sowie der Adventsmarkt am ersten Adventswochenende.

Weitere Informationen: Schloss Leitzkau
Am Schloss 4
39279 Gommern

Der Schlosshof ist ganzjährig geöffnet: Mo bis Do: 8 bis 16 Uhr; Fr: 8 bis 14 Uhr
Führungen nach vorheriger Anmeldung.

Mansfeld-Südharz: Schloss Oberwiederstedt

Schloss Oberwiederstedt ist ein ehemaliges Rittergut in Wiederstedt und dient heute als Sitz der Novalis-Forschungsstätte für Frühromantikforschung. Das Novalis-Museum ist das einzige Literaturmuseum der Romantik in Sachsen-Anhalt. Es beherbergt in seiner Dauerausstellung Gemälde und Zeichnungen aus der Ahnengalerie der Familie von Hardenberg. Im Schloss werden außerdem wechselnde Ausstellungen zu unterschiedlichen Themen gezeigt, die das Wissen und Wirken des romantischen Dichters und verschiedene Aspekte seiner Alltagswelt um 1800 präsentieren.

Bekannt ist Novalis wohl weniger durch seine Werke "Hymnen an die Nacht" oder "Heinrich von Ofterdingen", sondern durch die Blaue Blume, die für den Träumer und religiösen Schwärmer zur Quelle dichterischer Inspiration wurde und für die Allgemeinheit zu dem Symbol der Romantik. All das kann man in Führungen lernen, dazu noch, dass Novalis Bergbauer war und ihn nicht nur sein Beruf, sondern auch das Schloss (in dem er seinen Geschwistern Theater und Märchen vorspielte) inspirierte, dichterisch tätig zu werden.

Leider verschwanden spätestens mit der Enteignung 1945 alle originalen Schriften, Dokumente und auch das Mobiliar des Schlosses. Dennoch gibt es eine kleine Rarität zu sehen: das einzig erhaltene Porträt des Dichters. So bleibt der Romantiker, der selbst in seiner Literatur immer wieder die Natur verrätselt hat, selbst ein Rätsel – dem man aber im Schloss seiner Kindheit wunderbar nachspüren kann.

Ausstellungsraum der Novalisgedenkstätte im Schloss Oberwiederstedt in Wiederstedt
Das Novalis-Museum beherbergt in seiner Dauerausstellung Gemälde und Zeichnungen aus der Ahnengalerie der Familie von Hardenberg sowie unter anderem das Taufhäubchen des Dichters. Bildrechte: imago/STAR-MEDIA

Weitere Informationen Forschungsstätte für Frühromantik und Novalis-Museum Schloss Oberwiederstedt

Schäfergasse 6
06456 Arnstein OT Wiederstedt

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag: 10 bis 16 Uhr

Anreise:
Schloss Oberwiederstedt liegt an der L 152 zwischen Hettstedt und Sandersleben. Von der A14 , aus nördlicher Richtung über die Ausfahrt Plötzkau, von Süden über die Ausfahrt Könnern, jeweils weiter über Alsleben und Sandersleben. Im Ort Wiederstedt links dem Wegweiser in die Schäfergasse folgen.

Die nächstgelegenen Bahnstationen sind Sandersleben und Hettstedt.

Adresse für die Anreise mit dem Navi: Schäfergasse 6 in Wiederstedt

Saalekreis: Burg Querfurt

Inmitten der hügeligen Landschaft des Saale-Unstrut-Tales, hoch oben neben der Stadt, thront die mächtige Burg Querfurt. Sie ist mit ihren fast 1.200 Jahren eine der ältesten Burgen Mitteldeutschlands, außerdem ist sie von allen die Größte: Burg Querfurt ist siebenmal größer als die Wartburg, mit drei Burgtürmen, zwei Ringmauern und einer romanischen Burgkirche ist sie deswegen (und weil sie sehr gut erhalten ist) ein Eldorado für Filmschaffende.

"Die zertanzten Schuhe" oder "Jorinde und Joringel" sind hier gedreht worden, der "1½ Ritter"-Film von Til Schweiger und vor allem die "Päpstin" und der "Medicus". Die Drehorte kann man besichtigen sowie im Filmmuseum die Kostüme und Requisiten anschauen. Im Burgmuseum kann eine silberne Ritterrüstung bestaunt werden. Außerdem interessant ist der unterirdische Gang der mittelalterlichen Adelsburg. Gastronomie ist vorhanden, und in der Burgkirche finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen wie Orgelkonzerte statt.

Blick auf Burg Querfurt
Burg Querfurt ist schon häufig Drehort für Filmproduktionen gewesen. Bildrechte: MDR/Michael Rosebrock

In direkter Nachbarschaft zur Burg befindet sich das Kreisbauernmuseum "Alte Burgschäferei". Alte Landwirtschaftsmaschinen vom Lanz Bulldog bis zum ersten Mähdrescher-Typen der DDR sind dort genauso zu finden, wie ein mit Originalgegenständen eingerichtetes bäuerliches Wohnhaus. Wer etwas weiter fährt kommt nach Nebra, wo man die Himmelsscheibe gefunden hat – ein weiteres Ziel, um diesen Ausflugstag komplett zu machen. Aber Achtung: Die Burg Querfurt wird bis 2021 umfassend saniert. Die Museen sind zwar geöffnet, aber der Burghof beispielsweise nicht.

Weitere Informationen Burg Querfurt
Burgring
06268 Querfurt

Öffnungszeiten:
April bis Oktober: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr
November bis März: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 16 Uhr

Bauernmuseum:
April bis Oktober, Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr

Eintrittspreise:
Erwachsene: 5 Euro
ermäßigt: 3 Euro
Kinder unter 6 Jahre: Freier Eintritt

Burgenlandkreis: Schloss Neuenburg & Schloss Goseck

Schloss Goseck sieht weniger aus wie ein Märchenschloss, alles wirkt recht unfertig, denn viele Jahre verfiel das Gebäude. Seit 1998 aber päppelt ein Verein es wieder auf, außerdem hat er dort das "Europäische Musik und Kulturzentrum" gegründet und organisiert nun viele Konzerte im Jahr, wie beispielsweise das Festival für mittelalterliche Musik "Montalbâne".

Dieses ist auch und vor allem auf dem nahegelegenen Schloss Neuenburg präsent: Im Gegensatz zu Goseck, dass noch nicht ganz saniert ist, strahlt dieses Schloss bereits wieder. In ihm ist die örtliche Winzervereinigung zuhause, aber es gibt auch eine Ausstellung für Besucher von außerhalb. Gerade für Familien bietet es sich an, eine Führung mitzumachen: Kinder dürfen sich hier als Ritter und Burgfräulein verkleiden. Auch die Gastronomie ist auf Schloss Neuenburg gut ausgestattet. Sowohl Schloss Goseck als auch Schloss Neuenburg sind Stationen auf der "Straße der Romanik".

Schloss Neuenburg im Schnee, eine verschneite Fläche, dahinter Gebäude der Burg
Schloss Neuenburg im Schnee Bildrechte: MDR/Susann Häfke-Rook

Rund um die beiden Schlösser gibt es weitere Ausflugsziele: Man kann durch das umliegende Weingebiet wandern und in kleinen Weinschenken einkehren. Außerdem liegt in Goseck das 7.000 Jahre alte Sonnenobservatorium. Übernachten kann man im nahegelegenen Freyburg. Oder in Naumburg – hier ist etwas mehr Leben in der Stadt und es gibt ein Theater und den Dom.

Weitere Informationen Schloss Goseck
06667 Schloss Goseck

Öffnungszeiten:
Täglich von 11 bis 17 Uhr geöffnet

Schloss Neuenburg
Schloss 1
06632 Freyburg (Unstrut)

Öffnungszeiten:
April bis Oktober:
Museum in der Kernburg und Bergfried "Dicker Wilhelm": Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr
Kinderkemenate: Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr

November bis März:
Museum in der Kernburg: Dienstag von bis Sonntag 10 bis 17 Uhr
Bergfried "Dicker Wilhelm": geschlossen
Kinderkemenate: Dienstag bis Samstag von 13 bis 16 Uhr

Burgenlandkreis: Rudelsburg und Burg Saaleck

Gemächlich paddelnd auf der oberen Saale, bei der wohl schönsten Tagestour von Camburg nach Naumburg, kommt man an diesen beiden Burgen vorbei. Zwischen imposanten Felswänden sieht man die dicken Wehrtürme und das ruinenhafte Gemäuer der beiden berühmtesten Saaleburgen hoch oben aus den Bäumen ragen – strategisch positioniert, denn dies war einst eine militärische Anlage zur Absicherung der Grenze zwischen Franken und Sorben, die auf den Höhezügen entlang ging.

1171 wurde die Rudelsburg erstmals urkundlich erwähnt, im 17. Jahrhundert allerdings war sie bereits zur Ruine verwahrlost und ging deswegen als "schauriger Ort" in die Regionalliteratur ein. Im 18. Jahrhundert wurde die Burg wieder rekonstruiert und beherbergt in der Kastellanlage heute eine Gaststätte. Der Innenhof bietet mit seinen alten Bäumen einen wunderschönen Platz zum Verweilen.

Nur ein paar hundert Meter weiter, etwas bergab, steht die bereits 1140 erbaute und recht winzige Burg Saaleck. Von ihr sind tatsächlich nur noch die Reste der Oberburg mit zwei runden Türmen erhalten – die fantastische Aussicht entschädigt hierfür aber mehr als genug.

Burg Saaleck und Rudelburg , jede auf einem eigenen Berg im Schnee
Burg Saaleck und die Rudelburg schauen sich von verschneiten Bergen an Bildrechte: imago/NBL Bildarchiv

Weitere Informationen Rudelsburg
Am Burgberg 33
06628 Naumburg OT Saaleck

Öffnungszeiten:
Ab April von Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr

Burg Saaleck
Am Burgberg 32
06628 Naumburg OT Saaleck

Da die Burg von ehrenamtlichen Mitgliedern des Heimatvereins Saaleck e.V. betrieben wird, ist sie nur am Wochenende für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Es wir darum gebeten vorher unter 034463/27745 anzurufen.

Weitere Ausflugstipps

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 20. Dezember 2022 | 14:15 Uhr

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