Ausflugstipps Von Bergbau bis Bauernhof: Sachsens schönste Freilichtmuseen

Für Familien mit Kindern ist ein Ausflug ins Freilichtmuseum ideal, denn hier lässt sich Geschichte anschaulich entdecken. Von mittelalterlichen Bergbaudörfern im Erzgebirge über Bauernhöfe vergangener Jahrhunderte im Vogtland bis hin zu Tagebau-Baggern aus dem Leipziger Neuseenland ist dort Vieles zu sehen, was das Leben in Sachsen in früheren Zeiten ausgemacht hat. Das sind unsere Tipps.

Eine bäuerliche Küche um 1900 mit Gerätschaften
In einem nordsächsischen Mittelbauernhof des frühen 19. Jahrhunderts wurde in der Gemeinde Zabeltitz im Jahre 1982 ein volkskundliches Museum eingerichtet. Der Hof präsentiert auf seinem Gelände bäuerliche Maschinen und Geräte der Region und vermittelt durch die originalgetreu restaurierten und eingerichteten Wohnräume einen Eindruck von der Lebensweise der Landbevölkerung um 1900. Bildrechte: imago images/Sylvio Dittrich

Großpösna: Bergbau-Technik-Park im Leipziger Neuseenland

Im Zentrum der Bergbau-Technik-Ausstellung stehen ein großer Schaufelradbagger und ein weiteres Großgerät aus dem ehemaligen Tagebau Espenhain. Beide Anlagen sollen künftig auch begehbar gemacht werden. Daneben wird viel weitere Tagebau-Technik gezeigt, etwa zur Entwässerung oder zur Stromversorgung. Die Ausstellung erklärt aber den gesamten "Lebenszyklus" eines Tagebaus: von der Vorbereitung über die Erschließung des Geländes, bei der ganze Dörfer verschwunden sind, bis hin zum Kohleabbau und zur späteren Sanierung und Neugestaltung der Landschaft. Insgesamt 24 Informationstafeln sollen das Thema Tagebau auch für Kinder verständlich machen.

Bandabwurfgerät Absetzer 1115 im Bergbau-Technik-Park
Dieses Großgerät aus Espenhain ist heute im Bergbau-Technik-Park Großpösna zu sehen und lässt große und kleine Technik-Fans staunen. Bildrechte: imago images/Sylvio Dittrich

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Bergbau-Technik-Park im Leipziger Neuseenland
Am Westufer 2
04463 Großpösna

Öffnungszeiten:
Geöffnet bis 13. November 2022
Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 17 Uhr, in den Herbstferien zusätzlich dienstags

Eintritt:
7 Euro, ermäßigt 4 Euro
Kinder bis fünf Jahre frei

Crimmitschau: Landwirtschaftsmuseum beim Schloss Blankenhain

Das Museum verspricht eine Zeitreise durch die Geschichte ländlicher Lebens- und Arbeitswelten vom 18. Jahrhundert bis heute. Gezeigt werden Alltagskultur, Handwerk und Landtechnik. Insgesamt umfasst das Museum Ausstellungen in 80 Gebäuden, darunter die laut Museum weltweit größte Sammlung kurioser Eigenbautraktoren, eine Landarzt-Ausstellung, eine Brauerei, eine Dorfschule, ein Müllerhaus und vieles mehr. Auch die Geschichte des ehemaligen Rittergutes wird hier aufbereitet.

Ein Schloss, das sich im See spiegelt.
Das Deutsche Landwirtschaftsmuseum Schloss Blankenhain zeigt auf großer Fläche das ländliche Leben in früheren Jahrhunderten. Bildrechte: IMAGO / Hanke

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Deutsches Landwirtschaftsmuseum Schloss Blankenhain
Am Schloss 9
08451 Crimmitschau/Ortsteil Blankenhain

Öffnungszeiten:
1. Mai bis 15. Oktober: täglich 9 bis 18 Uhr
16. Oktober bis 15. November: täglich außer montags 8 bis 17 Uhr
16. November bis 15. Dezember: nur für angemeldete Gruppen
16. Dezember bis 9. Februar: geschlossen
10. Februar bis 30. April: täglich außer montags 9 bis 17 Uhr

Eintritt:
Erwachsene 6 Euro
Kinder von 6 bis 15 Jahren 4 Euro
Kinder unter 6 Jahren frei

Schwarzbach: Museum für Volksarchitektur und bäuerliche Kultur in Sachsen

Das Museum wurde im Jahr 2000 gegründet und versammelt sieben alte Gebäude, die einst an anderen Orten standen. Das Älteste von ihnen stammt aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, das Jüngste aus dem 19. Jahrhundert. Die Häuser zeigen, wie in früheren Zeiten gebaut wurde und wie Menschen und Tiere lebten. Außerdem werden landwirtschaftliche Geräte und Hausrat aus vergangenen Zeiten präsentiert.

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Museum für Volksarchitektur und bäuerliche Kultur Schwarzbach e.V.
Wiesenweg 1a
09306 Königsfeld, Ortsteil Schwarzbach

Öffnungszeiten:
Samstags von 11 bis 16 Uhr
außer an Feiertagswochenenden, außerdem nach Anmeldung

Eintritt:
Erwachsene 4 Euro, ermäßigt 3 Euro
Kinder bis Schuleintritt frei

Frankenberg: Mittelalterliche Bergstadt Bleiberg im Erzgebirge

Die einstige Bergstadt "Blyberge" im Erzgebirge wurde ab dem Jahr 1220 von Bergleuten besiedelt, die dort nach Erz suchten. Später wohnten dort etwa 1.500 Menschen, darunter auch die Familien der Bergleute. Um 1350 wurde die Stadt verlassen und der Bergbau eingestellt. Das Freilichtmuseum veranschaulicht, wie die Menschen dort damals gelebt und gearbeitet haben. Dazu wurden verschiedene Häusertypen nach damaligem Vorbild rekonstruiert.

Historische Häuser in Bleiberg
Rekonstruierte mittelalterliche Häuser im Freilichtmuseum Bergstadt Bleiberg Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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Mittelatlerliche Bergstadt Bleiberg
Schönborner Straße 11b
09669 Frankenberg, Ortsteil Sachsenburg

Öffnungszeiten:
April bis Oktober:
Mittwoch bis Freitag 10 bis 16 Uhr, Samstag 10 bis 18 Uhr, Sonn- und Feiertage 10 bis 16 Uhr
November bis März: Nur nach Anmeldung

Eintritt:
Erwachsene 3 Euro, ermäßigt 2 Euro

Seiffen im Erzgebirge: Freilichtmuseum des Spielzeugmuseums

Das Spielzeugmuseum lohnt an sich schon einen Besuch. Das Freilichtmuseum zeigt zudem auf drei Hektar, wie die traditionellen Spielwaren des Erzgebirgs hergestellt werden. Daneben werden aber auch andere holzverarbeitende Berufe der Region vorgestellt. Zu sehen sind insgesamt 14 Gebäude, darunter zwei Wasserkraftwerke. Eine Besonderheit ist die original erhaltene Reifendreherei von 1760, bei der es täglich Vorführungen gibt.

Ein Mann in blauer Arbeitskleidung arbeitet an einer Drechselbank.
Im Freilichtmuseum Seiffen wird unter anderem gezeigt, wie früher eine Reifendreherei funktioniert hat. Bildrechte: dpa

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Freilichtmuseum des Spielzeugmuseums Seiffen
Hauptstraße 203
09548 Seiffen

Öffnungszeiten:
Täglich von 10 bis 17 Uhr (November bis März von 10 bis 16 Uhr), außer 24., 25. und 31. Dezember und 1. Januar.
Der Einlass ist von 12:30 Uhr bis 13 Uhr geschlossen.

Eintritt fürs Freilichtmuseum ohne Spielzeugmuseum:
6 Euro, ermäßigt 4,50 Euro
Kinder von 4 bis 16 Jahren in Begleitung eines zahlenden Eltern- oder Großelternteils haben freien Eintritt

Großenhain: Bauernmuseum Zabeltitz

Das Museum ist in einem über 200 Jahre alten Dreiseitenhof eingerichtet. Es veranschaulicht das bäuerliche Leben zu Beginn des 20. Jahrhunderts in einer traditionellen Familienwirtschaft mit Futterküche, Stall, Heuboden und Scheune. Die Besucherinnen und Besucher sehen dabei auch, wie und mit welchen Werkzeugen damals Milch, Butter, Honig oder Fleisch produziert wurden und wieviel Arbeit das gemacht hat.

In einem nordsächsischen Mittelbauernhof des frühen 19. Jahrhunderts wurde in der Gemeinde Zabeltitz im Jahre 1982 ein volkskundliches Museum eingerichtet. Der Dreiseithof Wohnhaus, Scheune, Auszughaus präsentiert auf seinem Gelände bäuerliche Maschinen und Geräte der Region und vermittelt durch die originalgetreu restaurierten und eingerichteten Wohnräume einen Eindruck von der Lebensweise der Landbevölkerung um 1900.
Typische Inneneinrichtung eines sächsischen Bauernhofes im 19. Jahrhundert, zu sehen im Bauernmuseum Zabeltitz Bildrechte: imago images/Sylvio Dittrich

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Bauernmuseum Zabeltitz
Hauptstraße 54
01561 Großenhain, Ortsteil Zabeltitz

Öffnungszeiten:
April bis Oktober: Dienstag bis Freitag 10 bis 12:30 Uhr und 14 bis 16 Uhr, Sonntag 14 bis 17 Uhr

Eintritt:
Erwachsene 2 Euro, ermäßigt 1,50 Euro, Schüler 1 Euro.
Kinder unter 6 Jahren gratis

Markneukirchen: Vogtländisches Freilichtmuseum

Hier sind mehr als 40 historische Gebäude aus drei Jahrhunderten zu sehen, mit Wohnhäusern, Ställen, Werkstätten und Scheunen. Außerdem wird gezeigt, wie früher die Ländereien bewirtschaftet wurden. Das Museum ist zweigeteilt: Der Standort Landwüst hat vier historische Hofanlagen und bietet von seiner Höhenlage einen weiten Ausblick. Der Standort Eubabrunn zeigt drei Gehöfte in einem Tal an einem Bachlauf. Gerade für Kinder toll: Hier werden auch heute noch alte Rassen landwirtschaftlich genutzter Tiere gehalten, die vom Aussterben bedroht sind – etwa Erzgebirgsziegen oder ostfriesische Milchschafe.

Ein altes Bauernhaus, umgeben von grünen Wiesen und Feldern.
Das Vogtländische Freilichtmuseum entstand 2019 aus den vormals getrennten Museen am Standort Wüst (Foto) und am Standort Eubabrunn. Bildrechte: IMAGO / Rainer Weisflog

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Vogtländisches Freilichtmuseum
Standort Landwüst
Rohrbacher Straße 4
08258 Markneukirchen

Standort Eubabrunn
Waldstraße 2A
08258 Markneukirchen

Öffnungszeiten:
April bis November:
Dienstag bis Sonntag und feiertags 10 bis 17 Uhr
Dezember bis März:
Samstag und Sonntag 10 bis 16 Uhr, in den Winterferien Dienstag bis Sonntag 10 bis 16 Uhr

Eintritt:
Erwachsene 6 Euro, ermäßigt 5 Euro
Schüler bis 18 Jahre 3 Euro
Kinder bis 6 Jahre gratis

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 19. Juli 2021 | 07:10 Uhr

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