Digitale Angebote Diese Ausstellungen und Museen können Sie auch online besuchen

Wegen der Corona-Krise sind viele Museen immer noch geschlossen. Doch viele Häuser bieten virtuelle Rundgänge an oder zeigen besondere Stücke in kurzen Video-Clips im Netz. Hier finden Sie eine Auswahl lohnender digitaler Museumsangebote aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen, die wir fortlaufend ergänzen. Die Frankeschen Stiftungen laden am 2. Mai zum Preview auf die neue Schau "Heilen an Leib und Seele", Kriminalbiologe Mark Benecke eröffnet im Livestream.

Mark Benecke, Kriminalbiologe und Spezialist für forensische Entomologie
Mark Benecke, Kriminalbiologe und Spezialist für forensische Entomologie Bildrechte: Rocksau Picktures

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"Heilen an Leib und Seele" in den Franckeschen Stiftungen: Preview am 2. Mai im Livestream mit Mark Benecke

"Heilen an Leib und Seele" – so heißt die neue Ausstellung der Franckeschen Stiftungen in Halle, die sich mit Medizin- und Hygiene-Vorstellungen im 18. Jahrhundert beschäftigt. Eröffnet wurde die Ausstellung mit einem Vortrag des Kriminalbiologen Mark Benecke, der als einer der "geistreichsten Wissensvermittler" gilt. Benecke studierte Biologie, Zoologie und Psychologie und ist seit über 20 Jahren international auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Forensik unterwegs. Dass er sich intensiv nicht nur mit Fragen der Kriminalbiologie, sondern auch der Psyche beschäftigt, half ihm bei der Aufklärung internationaler Kriminalfälle. Wie, darüber spricht er in seinem Festvortrag.

Dass Mediziner auf Leib, Seele und Gemüt schauen sollten beim Versuch zu heilen, das erkannten die halleschen Pietisten im Umfeld der Franckeschen Stiftungen bereits im 18. Jahrhundert, wie die Jahresausstellung zeigen will. Damals wurde europaweit über das Thema debattiert. Auch mit der Gründung des ersten Kinderkrankenhauses 1721 in Deutschland, einer Armensprechstunde, die jährlich 12.000 Menschen kostenfrei versorgte oder einer solidarisch organisierten Krankenkasse waren die halleschen Pietisten führend. Frömmigkeit, aber auch "werktätige" Nächstenliebe waren die Maxime der protestantischen Reformbewegung. Mit spannenden Exponaten aus der kulturhistorischen Sammlung der Franckeschen Stiftungen und Hintergründen etwa zum einzigartigen Frisch- und Abwassersystem in der Schulstadt, aber auch mit Comics und Schaubildern in sieben Ausstellungsräumen auf 300 Quadratmetern versprechen die Kuratoren ein Erlebnis für die ganze Familie.

Beim Preview mit Mark Benecke gibt es erste virtuelle Einblicke. An der halleschen Universität wirkte damals mit Michael Alberti übrigens der (Mit)begründer der modernen Forensik. Von dem pietistisch gesinnten Mediziner stammt das erste systematische, deutsche Lehrwerk, möglicherweise hat Mark Benecke auch mal darin geblättert.

Weitere Informationen Heilen an Leib und Seele
Preview zur Jahresausstellung der Franckeschen Stiftungen in Halle mit Mark Benecke 2. Mai, ab 11:30 Uhr

Abhängig von der Corona-Lage läuft die Ausstellung im Historischen Waisenhaus bis 13. Oktober 2021, geöffnet Dienstag bis Sonntag und feiertags 10 bis 17 Uhr, entsprechend der aktuellen Verordnung.


"Im Garten des Dichters": Kunstausstellung im Literaturmuseum "Theodor Storm" in Heiligenstadt

Heines schöner wilder Garten
Heines schöner wilder Garten Bildrechte: Werner Löwe/Literaturmuseum "Theodor Storm"

Seit 40 Jahren lebt der in Dresden geborene Bildhauer Werner Löwe in Heiligenstadt. Vor einigen Jahren hat er sein Atelier aufgegeben und ist im Ruhestand. Das bedeutet jedoch nur, dass er nicht mehr mit Skulpturen arbeitet, sondern sich nun mit Grafik und Collagen am Computer beschäftigt. Das Literaturmuseum "Theodor Storm" zeigt nun 48 seiner jüngsten, bisher nicht ausgestellten Arbeiten.

In den Bildern setzt sich der Künstler mit der Literatur auseinander. So kreisen sich 14 Collagen mit dem Dichter Heinrich Heine und seinem Werk. 18 weitere Bilder beschäftigen sich mit dem Namenspatron Theodor Storm. Da das Museum derzeit geschlossen bleiben muss, wurde ein 3D-Rundgang entwickelt, sodass Besucherinnen und Besucher die Bilder problemlos von zu Hause aus erkunden können. Ergänzt wird die digitale Ausstellung durch Audio- und Video-Kommentare der Museumsmitarbeiter und des Künstlers selbst.

Weitere Informationen Die virtuelle Ausstellung "Im Garten des Dichters. Zeichnungn und Collagen" wird am 18. April eröffnet.
Je nach Infektionslage kann die Schau bis zum 5. September auch vor Ort besucht werden.


Geraubte Bücher: Digitale Ausstellung in der Dresdner Staatsbibliothek

Jana Kocourek und Elisabeth Geldmacher übergeben Georg Webers "Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung" des ursprünglichen Eigentümers Max Geyer 2018 an seinen Enkel Rabbi Michael Meyerstein
Jana Kocourek und Elisabeth Geldmacher übergeben Georg Webers "Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung" des ursprünglichen Eigentümers Max Geyer 2018 an seinen Enkel Rabbi Michael Meyerstein Bildrechte: Stolpersteine für Dresden e.V. / Lukas-Paul Kretzschmar

Während der NS-Diktatur wurden vielen jüdischen Menschen nicht nur objektiv wertvolle Gegenstände wie Schmuck oder Kunstwerke gestohlen, sondern oft auch ganze Bücherbestände mitgenommen. Nach dem Ede des Zweiten Weltkriegs gingen diese Bücher oft in Antiquariats- und Bibliotheksbestände über. Auch in der Sächsischen Landes-, Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) finden sich zahlreiche Bücher, die vormals in Haushalten von Menschen beheimatet waren, die von den Nazis verhaftet, verschleppt oder vertrieben wurden.

Das Team zur Provinienzforschung an der SLUB hat zahlreiche solcher Bücher im Bestand identifiziert und versucht Besitzer-Angaben unter zahlreichen Stempeln zu finden. Anhand von drei Beispielen erzählen sie nun, wie die Arbeit funktioniert, die die Bücher leider nur selten zu den ursprünglichen Besitzern zurückbringt. Gemeinsam mit der Gestalterin Judith Andó haben die Forscherinnen und Forscher die Online-Ausstellung "mind the gap" entwickelt, die online besucht werden kann.

Weitere Informationen Die virtuelle Ausstellung "mind the gap. Von geraubten Büchern, fairen Lösungen ... und Lücken" wird am 14. April 2021 um 17 Uhr eröffnet.

Die Teilnahme am digitalen Eröffnungsrundgang der Sächsischen Landes-, Staats- und Universitätsbibliothek Dresden ist über einen Link möglich. Dieser findet sich auf der Homepage der SLUB.

Italien-Rundreise: Kunstsammlungen Zwickau bieten digitalen 360-Grad-Besuch

Max Pechstein Monterosso al Mare 1924
Max Pechstein: "Monterosso al Mare" (1924) Bildrechte: Pechstein Hamburg Tökendorf

Sehnsuchtsort Italien: ob das Fernweh nach historischen Städten wie Rom, Florenz, Venedig oder der romatischen Amalfi-Küste verlangt, Abhilfe schaffen die Kunstsammlungen Zwickau. Dank des 360-Grad-Rundgangs durch die Sonderausstellung "ITALIENSEHNSUCHT!" folgt man den Reise-Spuren deutschsprachiger Künstlerinnen und Künstler zwischen 1905 und 1933. Mehr als 100 Gemälde, Fotografien, Papierarbeiten und Skulpturen von mehr als 30 Kunstschaffenden wie Max Pechstein, Ernst Barlach, Gabriele Münter, Karl Schmidt-Rottluff und Anita Rée können digital erlebt werden. Und auch die ständige Sammlung der Kunstsammlungen Zwickau kann im digitalen Rundumblick erkundet werden.

Ab dem 14. Mai 2021 kann dann zusätzlich mit der App "MuseumStars" Kunst spielerisch entdeckt und Wissenswertes gelernt werden. Die Lern-App richtet sich nicht nur an Kinder, Jugendliche und Schulklassen, sondern generell an alle Interessierten, die Lust auf interaktive, spielerische Museums-"Challenges" haben.

Klassik Stiftung: Weimarer Schätze im Netz entdecken

Die Klassik Stiftung Weimar hat drei große Online-Angebote freigeschaltet: "100 Schätze" präsentiert erstmalig zentrale Objekte aus den Stiftungsmuseen, der Herzogin Anna Amalia Bibliothek sowie dem Goethe- und Schiller-Archiv miteinander verknüpft und für ein großes Publikum aufbereitet.

Screenshot einer Internet-Seite
Die "100 Schätze" warten mit zahlreichen Hintergrundinformationen, wie bspw. deren Provinienz auf. Bildrechte: Klassik Stiftung Weimar

Über einen Zeitstrahl oder eine thematische Übersicht sind die mit reichlich Informationen und Metadaten, wie deren Herkunft, versehenen digitalisierten Objekte verfügbar. Darunter etwa der Reisemantel des Dichters Johann Wolfgang von Goethe. Mit einer Schreibkugel gehört auch ein Lieblingsobjekt der Stiftungsdirektorin Ulrike Lorenz: Es sei eines der überraschenden Objekte, die fast auch in eine Wunderkammer gehören könnten. Tatsächlich nutzte der mit schwindender Sehkraft kämpfende Philosoph Friedrich Nietzsche die frühe Schreibmaschine.

Darüber hinaus gehen die ersten 10.000 Objekte in den digitalen Sammlungen der Museen online, ebenso wie die Forschungsdatenbank so:fie mit über 30.000 Personen- und Körperschaftsdaten.

Screenshot einer Internet-Seite
Die digitalen Sammlungen der Klassik Stiftung spiegeln die Vielseitigkeit der Weimarer Kunst- und Kulturgeschichte nun auch im Netz wieder. Bildrechte: Klassik Stiftung Weimar

Senckenberg Museum Dresden: "Tot wie ein Dodo" - Die virtuelle Ausstellung übers Artensterben

Die Ausstellung "Tot wie ein Dodo" in Dresden beschäftigte sich mit der Ausrottung von Tierarten durch den Menschen, von den Anfängen bis zur heutigen Zeit. Bis zu einer Million der weltweit geschätzten acht Millionen Arten sind vom Aussterben bedroht, so der Bericht des Weltbiodiversitätsrats aus dem Jahr 2019. Arten wie der Dodo, die Stellersche Seekuh oder der Riesenalk sind für immer verloren. Pandemie-bedingt musste die Ausstellung im Japanischen Palais Dresden bereits im November schließen. Jetzt kann sie virtuell besichtigt werden.

Zwickau/Sachsen: Landesausstellung "Boom" jetzt digital

Die 4. Sächsische Landesausstellung 2020 stand unter dem Motto "Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen" und war eindrucksvoll geplant und angelegt. Durch die coronabedingten Einschränkungen blieb sie hinter den erwarteten Besucherzahlen zurück. Nun lässt sich – zumindest im Internet – ein Ausstellungsbesuch nachholen. Und der lohnt sich. Ein 360-Grad-Rundgang durch den Audi-Bau in Zwickau ermöglicht den Blick in die mittlerweile abgebaute Hauptschau, auch andere Ausstellungsorte in Sachsen sind mit Video, Bild und Text erlebbar.

Landesmuseum für Vorgeschichte Halle: Video-Führungen zum "Grab der Schamanin von Bad Dürrenberg"

Das Landesmuseum für Vorgeschichte hat eine neue Filmreihe ins Leben gerufen: Unter dem Titel "Museum exklusiv" lädt Direktor Harald Meller zu einer Reihe von Video-Kurzführungen ein. In kurzen Filmen von fünf bis zehn Minuten Dauer stellt er Highlights in der Dauerausstellung von der Altsteinzeit bis zur Völkerwanderungszeit vor. Im Vordergrund stehen neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und spannende Geschichten rund um die bedeutendsten Funde, aber auch Hintergrundinformationen zur Art und Weise, wie die Exponate in der Dauerausstellung in Szene gesetzt werden.

Den Anfang macht  "Das Grab der Schamanin von Bad Dürrenberg". Im Video beantwortet Harald Meller zahlreiche Fragen nach dem Leben und Tod jener Frau, die als "Schamanin von Bad Dürrenberg" über Sachsen-Anhalt hinaus bekannt ist: Welche außergewöhnlichen Dinge bekam sie mit in ihr Grab? Woran starb sie und was machte ihren Tod ganz besonders tragisch? Und durch welche anatomische Auffälligkeit war sie als Schamanin geradezu perfekt geeignet? In der laufenden Woche wird die Filmreihe täglich um einen weiteren Beitrag ergänzt.

Deutsches Genossenschaftsmuseum Delitzsch: Virtueller Rundgang durch die Geschichte der Genossenschaft

Von der Ärztegegenossenschaft Nord über Skatbank und Weiberwirtschaft bis hin zum Zentralkonsum – im Deutschen Genossenschaftsmuseum in Delitzsch präsentieren sich viele interessante Genossenschaften. Diese können ab sofort in einem virtuellen Rundgang mit insgesamt zwölf Stationen aus der Dauerausstellung zu Hermann Schulze-Delitzsch (1808-1883) und zur Genossenschaftsidee besichtigt werden.

Denkmal Hermann Schulze-Delitzsch
Virtueller Rundgang zeigt Highlights aus der Daueraustellung zu Hermann Schulze-Delitzsch. Bildrechte: IMAGO / Joko

Burg Posterstein: Burggespenst lässt Kinder hinter die Burgmauern blicken

Das Museum Burg Posterstein stellt ein neues digitales Angebot für Kinder zur Verfügung: Im Kinderblog des Museums kann die Burg und ihre Geschichte digital erkundet werden. Burggespenst Posti beantwortet dabei den Kindern häufig gestellte Fragen, z.B. was die Menschen in früheren Zeiten statt Klopapier benutzten und ob ein Ritter in Rüstung überhaupt auf Toilette gehen konnte. Andere Themen sind für den Schulunterricht relevant. Im Video "Warum heißt das Mittelalter Mittelalter?" wird die Bezeichnung der Epoche in einfachen Sätzen und lustigen Zeichnungen zusammengefasst. Wer kniffelige Rätselfragen beantwortet, kann sich sogar einen Stempel im Kulturpass-Heft verdienen.

Burg Posterstein
Kinder können Burg Posterstein im Lockdown digital entdecken Bildrechte: Burg Posterstein

Lindenau-Museum Altenburg: Mitmachangebote für Kinder

Projekt "…allein im Studio" des Lindenau Museums
Projekt "…allein im Studio" des Lindenau-Museums Bildrechte: Halina Kirscher

Auf der Website des Lindenau-Museums lassen sich mehrere Vorlagen herunterladen, mit denen man sich zu Hause kreativ betätigen kann. Beim Illustrationsprojekt "Gedankenmeer und Funkelflausen" verwandeln sich Begriffe wie "Seelenschmetterling", "Federallee" oder "Taumelaugenblick" in kleine Kunstwerke. Passend zu den derzeit menschenleeren Kursräumen des Studios sind in der Reihe "…allein im Studio" Malvorlagen zu derzeit regungslosen Studiogeräten verfügbar. Für diejenigen, die plastisch arbeiten möchten, gibt es eine Anleitung, mit der zu Hause "Flaschenköpfe" – kleine Werke aus Modelliermasse – hergestellt werden können.  

Mehr Informationen Alle Vorlagen und Anleitungen stehen im Studiobereich des Lindenau-Museums zum Download bereit. Für die Malaktion "…allein im Studio" können Vorlagen auch in der Kunstgasse 1 in Altenburg abgeholt werden.
Die fertigen Arbeiten für das Illustrationsprojekt "Gedankenmeer" und die Fensterausstellung "…allein im Studio" können per Post oder E-Mail (studio@lindenau-museu.de) an das Studio geschickt oder direkt in der Kunstgasse 1 in Altenburg abgegeben werden.

Erfurt: Virtuelle Führungen durch jüdische Geschichte

Im Februar und März 2021 zeigen Wissenschaftlerinnen in Videos die Alte Synagoge, das mittelalterliche Ritualbad Mikwe und mittelalterliche Grabsteine. Die Filme sind auf der Facebook-Seite und Website des Jüdischen Lebens Erfurt abrufbar.

Mehr Informationen Durch die aktuelle Sonderausstellung in der Alten Synagoge "'Mit diesem Ring …': Jüdische Hochzeit im Mittelalter" führt Dr. Maria Stürzebecher, Kuratorin der Schau, am 9. März 2021. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die drei mittelalterlichen Hochzeitsringe aus Erfurt, Colmar und Weißenfels.

Bauhaus-Universität Weimar: Instagram-Ausstellung "Sofa so good"

Eine Künstlergruppe aus Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar hat ihre Ausstellung "Sofa so good" pandemiebedingt auf die Social-Media-Plattform Instagram verlegt. Auf dem Kanal @sofasogood.nova finden sich neben Fotos und Videos auch diverse künstlerische Arbeiten wie Gemälde und Zeichnungen.

Eine Hand hält eine kleine durchsichtige Sofa-Plastik
Teil der Ausstellung "Fainted Couch" von Hannah Sophie Dunkelberg. Bildrechte: Alex Heide / Hannah Sophie Dunkelberg / Bauhaus-Universität Weimar

Wie der Ausstellungstitel verrät, drehen sich alle Beiträge rund um ein Möbelstück, das im Lockdown eine echte Renaissance erlebte: das Sofa. Zu sehen ist die Sitzmöglichkeit als Torte, als klassisches Chesterfield Möbelstück, aber auch als das poppige aufblasbare Sofa aus den 90er-Jahren. "Wir geben so ein bisschen einen humoristischen Blick auf das Sofa", sagt Kuratorin und Kunsthistorikerin Katharina Wendler. Wer es sich auf der Couch bequem macht, um sich die Online-Ausstellung anzusehen, wird am Ende feststellen: Das Sofa ist mehr als nur eine Sitzgelegenheit.


Leipzig: Online-Führung durchs Schumann-Haus

Das Schumann-Haus in Leipzig hat zwei neue Audioguides entwickelt, die auf der Website des Museums verfügbar sind. Ein Guide ermöglicht den digitalen Rundgang durch die erste gemeinsame Wohnung des Musiker-Ehepaares Clara und Robert Schumann. Der andere ist ein Audio-Rundgang für Besucher mit Sehbehinderung. Das Angebot soll in Zukunft noch um eine "Hörbildergalerie" ergänzt werden, mit Beiträgen von Musikern und Experten.

Leipziger Schumann-Haus
Blick ins Leipziger Schumann-Haus Bildrechte: Schumann-Haus Leipzig/Christian Kern

Staatliche Kunstsammlungen Dresden: Raffael und die Madonna

Sie ist eines der bekanntesten Bilder der Dresdner Gemäldegalerie Alte Meister: Die "Sixtinische Madonna" von Raffael (1483-1520). Eine Kabinettsausstellung zeigt sie zusammen mit anderen Madonnenbildern des berühmten Italieners. Coronabedingt nur virtuell. Zu sehen sind gut ein Dutzend Werke, darunter auch Kopien von Werken Raffaels aus dem 17. Jahrhundert. 2020 jährt sich Raffaels Todestag zum 500. Mal.

Blick in die Ausstellung "Raffael und die Madonna. Vom Frühwerk bis zur Meisterschaft" virtuell
Virtueller Rundgang durch die Kabinettsausstellung Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Idee war es, den ursprünglichen räumlichen Zusammenhang der Altarbilder zu verdeutlichen, wie Kurator Stephan Koja erklärt. Denn es handelte sich um Kunst für Kirchen. Der erschrockene Blick des Jesuskindes und seiner Mutter Maria im "Sixtina"-Gemälde sei erklärbar, weil das Bild einst in der Klosterkirche San Sisto in Piacenza gegenüber einem Kruzifix hing, das Kind also quasi in seine Zukunft, also hin auf die Kreuzigung geblickt habe.


Virtuelle Führung: "KlangZeitRaum" in Kloster Michaelstein

Auch Kloster Michaelstein in Blankenburg im Harz öffnete als virtuelles Museum. Einblicke gibt es in die gut erhaltenen Klosterräume, aber auch in die Musikausstellung "KlangZeitRaum". Und fast wie gewohnt kann man sich durchs 900 Jahre alte Gemäuer und die Schau führen lassen – via Youtube.


Kunstmuseum Moritzburg Halle: Der Silberschatz der Halloren

Ausstellungsstücke in Vitrinen
Blick in das Gerichtszimmer im Talamt Bildrechte: Kunstmuseum Moritzburg Halle / Foto: Marcus-Andreas Mohr

100 Jahre lang war er nicht mehr zu sehen: Jetzt kann der einzigartige Silberschatz der Halloren zumindest virtuell betrachtet werden und zwar an einem kulturgeschichtlich besonderen Ort. Im Gerichtszimmer des ehemaligen Talamtes wird die aus insgesamt knapp 100 Bechern bestehende Sammlung präsentiert. Dort war einst das Verwaltungszentrum des Salzbezirks angesiedelt. Der Silberschatz steht auf der Liste des national wertvollen Kulturguts, 2014 wurde die Salzwirker-Brüderschaft im Thale zu Halle in das bundesweite Verzeichnis Immaterielles Kulturerbe aufgenommen. 2021 jährt sich zum 300. Mal die Gründung der königlich-preußischen Saline in Halle (Saale). Die Ausstellung gehört bereits zum Themenjahr 2021.

Das Kunstmuseum Moritzburg Halle nutzte die Zeiten der Corona-bedingten Schließungen. So wurde kürzlich der neu eröffnete Ausstellungsbereich zur Kunst des 16. bis 19. Jahrhunderts im Talamt mit einem virtuellen Rundgang zugänglich gemacht. Dort integriert wurde nun auch die Silberschatz-Schau.


Kunstmuseum Moritzburg Halle: Alte Meister online erleben

Das Kunstmuseum Moritzburg präsentiert seine Alten Meister und das nun auch online. Nach einigen Jahren des Umbaus war dieser komplett neu gestaltete Teil der Dauerausstellung erst Ende Oktober 2020 eröffnet worden. Jetzt kann man die Kunstwerke aus dem 16. bis 19. Jahrhundert zumindest virtuell betrachten. Und das dank einer Zoom-Funktion ganz aus der Nähe, wie Direktor Thomas Bauer-Friedrich am Beispiel eines "fantastischen Vanitas-Stilllebens" von Damien L’homme erklärt. Natürlich zeigt die Moritzburg auch ihre bekanntesten Werke virtuell: Caspar David Friedrichs "Klosterruine Oybin" und die "Hallesche Perlhaube", gefertigt im 16. Jahrhundert aus Süßwasserperlen.


"Im Steinbruch der Zeit": Digitaler und audiophoner Rundgang durch die Erdgeschichte

Die Jahresausstellung der Franckeschen Stiftungen in Halle bringt jetzt auch "Steine ins Scrollen". Ausgangspunkt ist ein Blick in den Mineralien-Schrank der barocken Wunderkammer. Damals wussten die naturkundlichen Gelehrten noch nicht, wie alt die Erde wohl sein könnte. Anders als die Geowissenschaftler von heute, die auf modernste Technik zurückgreifen können. Erdgeschichten von den Anfängen der Geologie bis ins Heute lassen sich nun auf einem digitalen Rundgang erleben, eine Einladung hinabzusteigen in den "Steinbruch der Zeit". Und: Wer nicht scrollen will, kann hören: Denn es gibt auch einen Audio-Rundgang durch die Schau, die eigentlich bis zum 21. März vor allem analog zu sehen sein sollte.


"Radiophonic Spaces" – Mindmap zur Radiokunst

Die Geschichte der Radiokunst lässt sich ab sofort auf einer audiovisuellen Online-Plattform erkunden. Auf einer Mindmap werden die Ergebnisse des künstlerischen Forschungsprojekts "Radiophonic Spaces" präsentiert, das von der Weimarer Bauhaus-Universitäts-Professorin Nathalie Singer initiiert wurde. Die onlinebasierte Mindmap funktioniert wie eine Art Nachschlagewerk für die letzten 100 Jahre im radiokünstlerischen Schaffen. Gleichzeitig fungiert sie als digitaler Katalog der Wanderausstellung "Radiophonic Spaces", die 2018 und 2019 in Basel, Berlin und Weimar zu sehen war.

Die Mindmap zeigt die Vielfalt der Radiokunst auf und soll weiterwachsen. Das Projekt zielt darauf, der akustischen Kunst mehr Gewicht verleihen und das Hören in den Mittelpunkt der sonst eher visuell dominierten Kunstwelt zu stellen.


"Nietzsche Superstar" – digitaler Parcours der Klassik Stiftung Weimar

Friedrich Nietzsche polarisiert: Von den Nazis wurde er vereinnahmt, in der DDR tabuisiert, heutzutage wird er oft auf plakative Sätze wie "Gott ist tot" reduziert. Das will die Klassik Stiftung Weimar mit "Nietzsche Superstar. Parcours der Moderne“ aufbrechen und rückt 2020 das Leben und Werk Nietzsches in den Fokus und  bringt Interessierten unbekanntere Seiten des Philosophen näher.

Wegen der Corona-Pandemie findet dieser Parcours nun digital statt. Neben den virtuellen Ausstellungen wie "Nietzsche liest" oder "Nietzsche komponiert"  bekommen Nutzer untere anderem über ein Online-Spiel, Videoclips über Sammlungs-Highlights oder das Nietzsche-ABC Einblicke in Nietzsches Leben, Denken und Wirken.


Schaubühne Lindenfels bietet besonderes Webjournal

Die Leipziger Schaubühne Lindenfels Bringt mit ihrem Webjournal "Schauschau" multimediale Inhalte ins Netz. So kann man den Kubus zur "Expedition 4x6 – Tiefsee" eine Installation, die eigentlich vor Ort im Naturkundemuseum Leipzig zu sehen sein sollte, nun im Internet erkunden. Der Faszination Tiefsee kann dabei mit einem Videorundgang, einem Videopodcast des Naturkundemuseums oder der literarischen Auseinandersetzung mit den Untiefen des Meeres nachgespürt werden. Regelmäßig soll es im Webjournal "Schauschau" neue Inhalte geben.


Raffael – 500. Todestag des Renaissance-Genies

Der Maler und Architekt Raffael zählt zu den berühmtesten Künstlern der Kunstgeschichte. Anlässlich seines 500. Todestages am 6. April hat die Plattform Musement dem Renaissance-Genie eine virtuelle Ausstellung gewidmet. Hunderte Werke können dort besichtigt werden, die sonst in den berühmten Museen in Deutschland, Italien, Vatikanstadt, Frankreich oder Spanien betrachtet werden können. Die Kunstwerke können nach Land, Museum oder Galerie sortiert angezeigt werden. Mit dabei ist die "Sixtinische Madonna" aus Dresden oder das Selbstporträt, das in den Uffizien von Florenz hängt.


Industriemuseum Chemnitz: 3D-Scan der Dauerausstellung

Das Industriemuseum in Chemnitz bietet einen Streifzug durch 220 Jahre sächsische Industriegeschichte und zeigt, wie sehr sich Sachsen von den Anfängen der Industrialisierung bis heute verändert hat. Die Dauerausstellung ist in Themenfelder untergliedert, die wichtige Bereiche der industriellen Welt, vom Bergbau und der Textilindustrie über den Maschinen- und Automobilbau, bis hin zu sozialen Folgen der Industrialisierung vorstellen. Die komplette Schau wurde per 3D-Scan digital erfasst. Einen Teil davon kann man auf der Webseite des Museums betreten.


Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz

Noch nie hat es eine Ausstellung gegeben, die sich mit der Region des Toten Meeres beschäftigt – weltweit. Das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz hat diese Lücke nun mit seiner Sonderausstellung "Leben am Toten Meer" geschlossen.Die Schau zeigt 12.000 Jahre Kulturgeschichte dieser Region anhand von über 350 Objekten. Die Ausstellung lässt sich auch digital erleben, ergänzt durch Hintergrundinformationen, Detailbilder, Videos und 3D-Animationen.


Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Bei den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden lassen sich auf digitalem Wege eine ganze Reihe der Ausstellungsräume betreten. Auf der eigenen Webseite gibt es Panorama-Rundgängen unter anderem durch das Albertium, das Neue Grüne Gewölbe oder das Museum für Sächsische Volkskunst.


Verkehrsmuseum Dresden: Besondere Exponate vorgestellt

Das Verkehrsmuseum beschäftigt sich mit der  Geschichte der einzelnen Verkehrszweige: Eisenbahn, Straßenverkehr, Luftverkehr und Schifffahrt. Während der Schließung stellen Mitarbeiter auf dem YouTube-Kanal des Museums in kurzen Clips ihre Lieblingsexponate vor.  


Virtuelle Tour durch das Senckenberg Museum Görlitz

Das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz widmet sich den Schwerpunkten Zoologie, Botanik und Geologie. Die Hauptforschungsrichtung liegt auf dem Gebiet der Bodenbiologie. Das Museum vereint zweihundert Jahre Sammlungs- und Forschungsgeschichte. Die verschiedenen Ausstellungsbereiche können Interessierte auf einer virtuellen Tour entdecken.


Sachsen-Anhalts Gartenträume 360-Grad

Die schönsten Parks und Gärten Sachsen-Anhalts kann man nun auch vom Sofa aus erkunden. 360°-Panoramen ermöglichen es, 48 der 50 Gartenträume-Parks Sachsen-Anhalts im Rundumblick zu genießen. Musik, Texte, Fotos und kleine Filme schaffen in zahlreichen der Panorama-Rundgänge zusätzliche Erlebnisse. Tipp: Ton einschalten und neugierig sein!


Jahresausstellung im Händel-Haus Halle

Das Händel-Haus in Halle gedenkt in seiner Jahresausstellung dem Kunsthistoriker und Dirigenten Oskar Hagen. Dieser hat 1920 in Göttingen die erste Oper Händels nach rund 180 Jahren aufgeführt, "Rodelinda". Vor seiner Zeit in Göttingen war Oskar Hagen in Halle an der Universität tätig. Und diese Phase ist der Ausgangspunkt der Schau "Meine Seele sieht im Hören – Händels Opern, Oskar Hagen und die Bildkraft der Musik". Die Jahresausstellung stellt das Händel-Haus auf seiner Webseite nun sukzessive vor. Das erste Thema  lautet "Oskar Hagen als Wiederentdecker der Händelschen Opern". Regelmäßig kommt ein neues Thema hinzu.


Naturkundemuseum Leipzig: Videopodcast

Der Leiter des Naturkundemuseums, Dr. Ronny Maik Leder, hat den Videopodcast "School’s Out" ins Leben gerufen. Die Folgen widmen sich unter anderem der Tiefsee, dem Waldboden oder Moosen und Pilzen. In zehn bis fünfzehn Minuten nimmt Leder die Zuschauer mit durch die Sammlung des Naturkundemuseums und erläutert so manche Besonderheiten. Das Ganze ist nicht nur informativ, sondern sehr kurzweilig aufbereitet und macht deshalb nicht nur Kindern Spaß. Man bekommt Wissen, mit dem man andere beeindrucken kann.


Deutsche Nationalbibliothek: Das Medium Buch

Mit der spannenden Online-Präsentation der Dauerausstellung "Zeichen - Bücher - Netze" lässt es sich einige Stunden verbringen. Anzuklicken sind Themenbereiche rund um das Buch wie z. B. "Ästhetik des Buches", "Zensur", "Massenmedien", "Industrialisierung" oder "Buchdruck". Jeder einzelne Bereich eröffnet einen ganzen Informationskosmos: Es erscheinen Bildtafeln, die außerdem einzeln anklickbar sind. Sie enthalten Informationen, Zitate, biografische Details von Buch-Menschen oder Beispiele für Entwicklungen und alles in gut verdaulichen Häppchen präsentiert.


Kunstsammlungen Chemnitz

Die Kunstsammlungen Chemnitz lüpfen das "Geheimnis der Bilder". In der virtuellen Ausstellung lässt sich jedes Bild anklicken, dann öffnet es sich in größerer Ansicht. Auf der großen Ansicht befinden sich einzelne Klickpunkte, hinter denen sich Informationen zu dem Bild verbergen – etwa zu Bedeutung, Entstehung und zeitgeschichtlichen Hintergründen der Gemälde. Es gibt Bilder u. a. von Alexej von Jawlensky, Caspar David Friedrich, Willi Baumeister, Gabriele Münter, Otto Dix, Ernst Ludwig Kirchner, Lyonel Feininger oder Georg Baselitz.


MdbK-Talk über ostdeutsche Kunst

Der Podcast vom Museum der bildenden Künste in Leipzig hatte im Rahmen der Ausstellung "Point of no Return. Wende und Umbruch in der ostdeutschen Kunst" einige der ausstellenden Künstlerinnen und Künstler im Gespräch. Zu Wort kamen zum Beispiel Annette Schröter, Cornelia Schleime, Hartwig Ebersbach, Henrike Naumann oder Oskar Manigk. Sie erzählen über ihre Kunst, wie sie die Zeit vor, während und nach der Wiedervereinigung erlebten und wo sie bzw. ostdeutsche Kunst heute stehen.


Virtueller Rundgang durch das Museum Bautzen

Mit mehreren hunderttausend Objekten zählt das Museum in Bautzen zu den größten und bedeutendsten Museen der Oberlausitz. Mit dem virtuellen Rundgang lässt es sich in den Etagen stöbern, zu sehen sind u. a. ein Nürnberger Puppenhaus von 1773, ein Gemälde über eine Entbindung aus dem 18. Jahrhundert, stadtgeschichtliche Exponate wie Kleidung des Oberlausitzer Landadels aber auch Werke von Carl Gustav Carus oder Lucas Cranach der Ältere.


Städtische Museen Zittau

Einen echten virtuellen Rundgang bietet das Kulturhistorische Museum Franziskanerkloster Zittau. Ausgehend von einem 3D-Modell der Klosterkirche lässt sich das gesamte Gebäude am Bildschirm durchschreiten, vom Folterkeller über die Rüstkammer bis zur Wunderkammer. Laut Museum sind sogar Räume zu sehen, die sonst nicht zugänglich sind, etwa der Dachboden der Klosterkirche.


Mühlhäuser Museen

Die Museen im thüringischen Mühlhausen präsentieren Ausstellungsstücke in kurzen Youtube-Videos. Dabei stellt Direktor Thomas T. Müller seit dem 15. März täglich je ein besonderes Exponat aus verschiedenen Museen vor. Gezeigt werden etwa ein angebliches Schwert von Thomas Müntzer oder eine Maschine, die den Buchdruck im 16. Jahrhundert demonstriert.


Bachs Leipzig in 3-D durchschreiten

Das Bach-Archiv Leipzig macht im Netz eine virtuelle Zeitreise möglich: Seit kurzem ist ein 3D-Modell online, das die Stadt Leipzig mit ihren Vorstädten so zeigt, wie sie aussah, als Johann Sebastian Bach Thomaskantor war (1723–1750). Grundlage für das virtuelle Modell ist ein echtes Modell aus dem Jahr 1822, angefertigt von einem Leipziger Tapezierer und Möbeltischler. Mithilfe einer Minikamera wurden davon 360-Grad-Aufnahmen erstellt und digital zusammengefügt. So können Nutzer am Bildschirm Bachs täglichen Weg von seiner Wohnung in der Thomasschule zur Nikolaikirche ablaufen. Unterwegs werden Informationen zu wichtigen Orten wie dem Marktplatz, dem Naschmarkt oder der Paulinerkirche eingeblendet. Nach und nach sollen weitere historische Ansichten ergänzt werden.

Mehr Kulturerlebnisse für zu Hause

Corona und die Folgen für das Kulturleben

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 12. Dezember 2020 | 13:15 Uhr

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