Dresden Militärhistorisches Museum zeigt Ausstellung zur "Bundeswehr in der Ära Merkel"

Im Militärhistorischen Museum in Dresden wird am Freitag eine neue Sonderausstellung eröffnet, die sich mit der Geschichte der Bundeswehr unter Bundeskanzlerin Angela Merkel von 2005 bis 2021 befasst. Es geht um Themen wie den Afghanistan-Einsatz, die Frage nach bewaffneten Drohnen, Rettungseinsätze im Mittelmehr oder die Aussetzung der Wehrpflicht.

Außenansicht des Militärhistorischen Museums Dresden
Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden Bildrechte: Hentschke Bau

Das Militärhistorische Museum Dresden eröffnet am Freitag seine neue Sonderausstellung über "Die Bundeswehr in der Ära Merkel – Krieg und Frieden 2005–2021". Dem Museum zufolge wird die Schau am bisherigen Ende des chronologischen Rundgangs durch die deutsche Militärgeschichte eingerichtet. Der Überfall Russlands auf die Ukraine Ende Februar 2022 lasse die Merkel-Jahre auch in Bezug auf die Bundeswehr wie einen abgeschlossenen Zeitraum wirken, der nun in der Ausstellung genauer betrachtet werden solle.

Das Museum nennt eine Reihe wichtiger Entscheidungen und Entwicklungen, die die Arbeit der Bundeswehr während Merkels Kanzlerschaft geprägt und auch grundlegend verändert hätten – etwa die Aussetzung der Wehrpflicht oder der Afghanistan-Einsatz, an dem erstmals deutsche Bodentruppen beteiligt waren.

Ausstellungsstücke aus dem Kriegsalltag

Zu den Exponaten der Ausstellung gehören etwa das Wrack eines gepanzerten Einsatzfahrzeuges, vor dem sich in Afghanistan ein Selbstmordattentäter auf einem Fahrrad in die Luft sprengte, der dabei fünf Kinder und zwei deutsche Soldaten tötete. Ebenfalls zu sehen ist das Rad eines Jeeps der ukrainischen Streitkräfte, das von einer Granate durchbohrt wurde. Laut Museum stammt es aus den Kämpfen im Donbass Anfang 2016.

Die Reste eines ausgebrannten Bundeswehrfahrzeugs, zu sehen in der Ausstellung: "Die Bundeswehr in der Ära Merkel"
Das Wrack eines Bundeswehr-Einsatzfahrzeugs "Mungo" ist in der Ausstellung "Die Bundeswehr in der Ära Merkel" im Dresdner Militärhistorischen Museum zu sehen. Bildrechte: MHM/Andrea Ulke

Die Schau zeigt auch persönliche Erinnerungsstücke, zum Beispiel einen Armreif eines ehemaligen Oberfeldwebels, der Karfreitag 2010 bei einem Gefecht schwer verletzt wurde und drei seiner Kameraden verlor. Der Armreif trägt die Vornamen der Gefallenen.

Ein Armreif beschriftet mit den Vornamen Nils, Robert und Martin
Dieser Armreif eines Ex-Soldaten trägt die Vornamen gefallener Kameraden. Bildrechte: MHM

Die Ausstellung behandelt verschiedene Bundeswehr-Themen

Ein weiteres Thema der Ausstellung sind Einsätze im Kampf gegen Schleuser im Mittelmeer von 2015 bis 2019, bei denen zugleich Flüchtende aus Seenot gerettet wurden. Veranschaulicht wird das Thema unter anderem anhand der Schwimmwesten zweier Menschen, die 2018 von Afrika übers Mittelmeer nach Europa gelangen wollten.

Eine gelbe Schwimmweste aus der Ausstellung: "Die Bundeswehr in der Ära Merkel"
Die Bundeswehr war in der Ära Merkel auch an Rettungsmissionen im Mittelmeer beteiligt. Bildrechte: MHM/Andrea Ulke

Auch die Frage, ob die Bundeswehr bewaffnete Drohne benötigt, wird im Militärhistorischen Museum behandelt. Gezeigt werden unter anderem Aufklärungsdrohnen, die die Bundeswehr in den vergangenen Jahren genutzt hat.

Ab Oktober sind begleitende Veranstaltungen zur Ausstellung geplant, darunter ein Podium, bei dem Bundeswehrsoldaten von ihren Einsätzen in Afghanistan berichten. Zur Ausstellung erscheint auch ein Begleitband.

Ausstellung: "Die Bundeswehr in der Ära Merkel"
Eine "Mikroaufklärungsdrohne für den Ortsbereich ('MIKADO')", wie sie die Bundeswehr in Afghanistan genutzt hat. Die Drohnen werden im Nahbereich bis zu einem Kilometer Entfernung zur Aufklärung eingesetzt. Bildrechte: MHM/Andrea Ulke

Informationen zur Ausstellung

Sonderausstellung "Die Bundeswehr in der Ära Merkel. Krieg und Frieden 2005–2021"
Militärhistorisches Museum Dresden
Olbrichtplatz 2
01099 Dresden

Öffnungszeiten:
montags 10 bis 21 Uhr
dienstags, donnerstags bis sonntags: 10 bis 18 Uhr
mittwochs: geschlossen

Ein Enddatum der Sonderausstellung steht laut Museum noch nicht fest.

Redaktionelle Bearbeitung: Hendrik Kirchhof

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 01. Oktober 2022 | 08:45 Uhr

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