Gesichter der Wissenschaft Leopoldina Halle zeigt Porträt-Fotos von Herlinde Koelbl

Herlinde Koelbl ist eine der renommiertesten deutschen Fotokünstlerinnen. Bekannt ist sie vor allem durch Langzeitprojekte wie ihre Reihe mit Porträts von Angela Merkel. Eine Doppelausstellung der Fotografin ist nun in der Kunststiftung Sachsen-Anhalt und in der Leopoldina in Halle zu sehen. Gezeigt werden rund 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich jeweils ihre liebste Formel oder einen Leitspruch für ihre Arbeit auf die Hand geschrieben haben.

Die deutsche Fotokünstlerin Herlinde Koelbl steht in der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina zwischen ihren Porträts der Wissenschaftlerinnen Emmanuelle Charpentier (l-r), Sangeeta Bhatia und Marcelle Soares-Santos. 40 min
Fotokünstlerin Herlinde Koelbl will die Wissenschaft in der Gesellschaft sichtbar machen. Bildrechte: dpa

Eine neue Foto-Ausstellung in Halle will zeigen, dass hinter Forschungsergebnissen, Zahlen und Statistiken echte Menschen stecken. Am Donnerstagabend, den 9. Juni 2022, ist sie unter dem Titel "Faszination Wissenschaft" mit Bildern von Herlinde Koelbl in der Leopoldina in Halle, der Nationalen Akademie der Wissenschaften, eröffnet worden. Entstanden ist sie in Zusammenarbeit mit der Kunststiftung Sachsen-Anhalt, die ihren Sitz ebenfalls in Halle hat. Deshalb ist die Ausstellung nun an beiden Orten gleichzeitig zu sehen.

60 internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Porträt

"Mir geht es darum, Wissenschaft in der Gesellschaft sichtbar zu machen", erklärte die 82-jährige Herlinde Koelbl zu ihrer Fotoserie. "Die Leidenschaft für das, was Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tun, ist bewundernswert. Ebenso ihre ungeheure Beharrlichkeit, ohne die sie Fehlschläge nicht verarbeiten könnten. Ich sehe die Forscherinnen und Forscher deshalb auch als Vorbilder für junge Menschen."

Die deutsche Fotokünstlerin Herlinde Koelbl steht in der Kunststiftung Sachsen-Anhalt vor einer Wand mit ihren Porträtarbeiten
Zahlreiche der von Koelbl fotografierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehören zur Leopoldina. Bildrechte: dpa

Für ihr Projekt bat sie verschiedene internationale Forschende, ihre liebste Formel und den wichtigsten Leitgedanken auf die Hand zu schreiben und in die Kamera zu zeigen. So sind humorvolle Porträts von Menschen entstanden, deren Arbeit oft viel Ernst innewohnt. Von den 60 abgelichteten Personen gehören 22 zur Leopoldina – daher passe die Ausstellung auch gut hierher, meinen die Organisatorinnen.

"Es sind ganz erstaunliche Porträts", so Thomas Bille von MDR KULTUR. Zu sehen seien keine feierlichen Fotos von Nobelpreisträgern und -Trägerinnen – sondern ausgelassene Gesichter. Wer sich für historische Abbildungen interessiere, finde in den Räumlichkeiten der Kunststiftung Sachsen-Anhalt Beispiele, die zeigen, dass Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen früher anders dargestellt wurden als heute. Die Ausstellung von Koelbl Porträits in der Leopoldina wiederum gleiche einem Familientreffen: "Denn unter den 60 porträtierten sind 22 aktuelle Mitglieder der Leopoldina", so Bille. Egal, welche der beiden Ausstellungen man besuche – Herline Koelbl habe faszinierende Persönlichkeiten aus der Wissenschaft eingefangen, denen ihre Verantwortung gegenüber der Gesellschaft bewusst ist.

Herlinde Kölbl 4 min
Bildrechte: dpa

Bemerkenswerte Foto-Künstlerin Herlinde Koelbl

Die deutsche Fotokünstlerin Herlinde Koelbl steht in der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina zwischen ihren Porträts der Wissenschaftler Carolyn Bertozzi (l-r), Pascale Cossart und Detlef Günther
In ihren Porträts will Koelbl den inneren Antrieb der Forschenden zeigen. Bildrechte: dpa

Koelbl gehört zu den wichtigsten Vertreterinnen der aktuellen Fotografie in Deutschland. Immer wieder gelingt es ihr, Menschliches sichtbar zu machen. Ihr Bildband "Das deutsche Wohnzimmer" (1980) gewährte Einblicke in mittelständische Rückzugsorte und gilt heute als Klassiker. Von 1991 bis 1998 porträtierte sie regelmäßig Politikerinnen und Politiker, um auf die Veränderung der Menschen hinzuweisen. Daran knüpft auch ihre jüngste Arbeit an, die die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel von 1991 bis 2021 zeigt.

Weitere Informationen Die Ausstellung "Faszination Wissenschaft" ist bis zum 11. September 2022 in der Leopoldina und bis zum 3. Juli 2022 auch in der Kunststiftung Sachsen-Anhalt zu sehen.

Adressen:
Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften
Jägerberg 1
06108 Halle (Saale)

Kunststiftung Sachsen-Anhalt
Neuwerk 11
06108 Halle

Öffnungszeiten für beide Orte:
täglich außer mittwochs von 13 bis 18 Uhr

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 10. Juni 2022 | 08:10 Uhr