Kunst von Morgen Regional und international: Magdeburger Kunstmesse startet

Die Mitteldeutsche Messe für zeitgenössische Kunst wächst weiter. Nach einem Besucherrekord im letzten Jahr zieht die "Kunst/Mitte" von der Stadthalle weiter in die Magdeburger Messehallen. Vom 26. bis 29. August kommen internationale und regionale Künstlerinnen und Künstler dafür in Sachsen-Anhalts Hauptstadt, wie etwa Astrid Salewski (Dessau-Roßlau), Carl Bens (Leipzig), Anne Merten (Halle) oder Deborah Ziller (Halle). Und Organisator Matias Tosi will mit der Messe noch weiter wachsen.

Besucherinnen und Besucher einer Kunstmesse in den Magdeburger Messehallen. 4 min
Bildrechte: KUNST/MITTE/Tobias Quast

Am Donnerstag eröffnet die internationale Messe für zeitgenössische Kunst in Mitteldeutschland erstmals in den Magdeburger Messehallen. Nach einem Besucherrekord im vergangenen Jahr – in der Stadthalle Magdeburg – wurde die Ausstellungsfläche nun verdoppelt. Damit können sich noch mehr Künstlerinnen und Künstler aus der ganzen Welt präsentieren. Außerdem sind neue und erweiterte Programmpunkte geplant.

Opernsänger organisierte Magdeburger Kunstschau

Besucherinnen und Besucher einer Kunstmesse in den Magdeburger Messehallen sehen sich Ausstellungsstücke an.
Das Zusammenwirken von Bildenden und Darstellenden Künstlerinnen und Künstlern ist eine Säule der "Kunst/Mitte" Bildrechte: KUNST/MITTE/Tobias Quast

Der argentinische Opernsänger Matias Tosi zeigt sich als Multitalent. Er leitet in Magdeburg das Hundertwasserhaus und ist nun auch der Manager der "Kunst/Mitte"-Messe. Zu dieser gehören diese vier wichtigen Säulen: Die Nachwuchsförderung, das Zusammenwirken von Bildenden und Darstellenden Künstlerinnen und Künstlern, die Vermittlung von Kunst für Menschen mit Beeinträchtigungen sowie die Vernetzung von Kunstschaffenden der Region mit internationalen Kolleginnen und Kollegen.

Außerdem gibt es, so Tosi, "eine besondere Ehrung für die älteren Künstlerinnen und Künstler. Direkt am Eingang zur Messehalle steht eine Vitrine zu Ehren des im letzten Jahr verstorbenen Bildhauers Heinrich Apel."

Aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind unter anderem die Künstlerinnen Anne Merten und Deborah Ziller aus Halle, Zeichnerin und Fotografin Astrid Salewski aus Dessau-Roßlau, der Bildende Künstler Carl Bens aus Leipzig, Maler und Grafiker Jörg Kiesslinger aus Pößneck und Bildhauer Silvio Ukat aus Glauchau bei der "Kunst/Mitte" dabei.

Eintauchen in die internationale Kunstwelt

Besucherinnen und Besucher einer Kunstmesse in den Magdeburger Messehallen.
Die "Kunst/Mitte" soll keine reine Verkaufsmesse sein und stattdessen zeitgenössische Kunst näherbringen. Bildrechte: KUNST/MITTE/Tobias Quast

Die "Kunst/Mitte" ist keine reine Verkaufsmesse. Vielmehr geht es darum, dem Publikum zeitgenössische Kunst näher zu bringen. Da es in Sachsen-Anhalt vergleichsweise wenig Potenzial gibt, setzt die Messe auf Nachwuchspublikum. Die Kunst soll die Menschen direkt ansprechen: Das Publikum kann mit den über 150 Künstlerinnen und Künstlern aus der ganzen Welt in Kontakt kommen, Fragen stellen und sich in die Kunstwelt einfühlen.

Wir wollen ein großes Wohnzimmer sein.

Matias Tosi, Manager der "Kunst/Mitte"-Messe

Kunst von morgen in Magdeburg

Dazu gibt es auch den sogenannten Young-Artist-Space. Dort sollen sich die Besucherinnen und Besucher die Kunst von morgen ansehen können. Die jungen Künstlerinnen und Künstler wagen noch ein bisschen mehr und bekommen dafür auch einen Preis, den die Stadt Magdeburg zusammen mit dem Lions-Club stiftet. Erstmals vergibt auch die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt aus Halle einen Preis an einen Künstler vor Ort. "Das ist das erste Mal, dass wir endlich Halle und Magdeburg zusammenkriegen", erklärt Matias Tosi freudig.

Nahbar statt abgehoben

Messehalle 1 (l) und 2 (r) sowie Messehalle 3 (vorne) der Messe Magdeburg. In der Messehalle 3 befindet sich das Impfzentrum der Stadt.
Nach einem Besucherrekord im letzten Jahr verdoppelt sich die Ausstellungsfäche in den Magdeburger Messehallen. Bildrechte: dpa

Auf rund 400 laufenden Metern werden Gemälde, Zeichnungen und andere Kunstwerke zu sehen sein. Außerdem gibt es Skulpturen in der riesigen Messehalle 2. Es treten Performancekünstler auf, es wird Theaterstücke geben und DJs, deren Musik aber den Kunstgenuss nicht überdecken soll.

Tosi weiß, was er will: keine abgehobene Kunstschau, sondern Kunst zum Anfassen. Er möchte mit "Kunst/Mitte" die Menschen berühren. Sie dort abholen, wo sie sich befinden. Zeitgenössische Kunst ist für ihn kein elitäres Gehabe: "Man muss sagen, Kunst hat auch dekorative Elemente. Aber selbst wenn sie kommen und nichts kaufen, was sie mitnehmen werden, ist eine unglaubliche Art an Inspiration."

Magdeburger Kunstmesse soll wachsen

Die Künstlerinnen und Künstler kommen aus Afrika, Australien, Südamerika, aber auch aus Israel, Spanien und Österreich. Jeder bekommt eine sogenannte Koje, um seine Kunstwerke zu präsentieren. Eines steht bereits fest: Tosi will mit der "Kunst/Mitte" weiter wachsen. Was vor sieben Jahren in einem kleinen Wasserturm irgendwo außerhalb von Magdeburg begann, hatte bereits im vergangenen Jahr 2.500 Besucherinnen und Besucher. Und das mitten in der Corona-Pandemie.

Wir bespielen in diesem Jahr nur einen winzigen Teil von den Messehallen, und eins steht fest: Wir wollen nicht kleiner werden.

Matias Tosi, Manager der Kunstmesse "Kunst/Mitte"

Mehr Informationen Kunst/Mitte – Mitteldeutsche Messe für zeitgenössische Kunst
26. bis 29. August 2021

Messehalle Magdeburg
Tessenowstraße 9a
39114 Magdeburg

Öffnungszeiten: 11 bis 19 Uhr

Preise:
Tagesticket: 10 Euro / Messeticket: 20 Euro
(gültig Donnerstag bis Sonntag, E-Mail-Adresse erforderlich)

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 26. August 2021 | 08:40 Uhr

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