Ausstellung "Ankerplätze … in unruhigen Zeiten" Markkleeberg zeigt die Ankerplätze der malenden Weltenbummlerin Gudrun Petersdorff

Ihre farbenfrohe Bilder provozieren Fernweh: Inspiriert wurde Gudrun Petersdorff auf ihren Reisen um die Welt. Studiert hat die 1955 geborene Malerin einst bei Bernhard Heisig an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Im Weißen Haus in Markkleeberg präsentiert sie ihre Malerei in der Ausstellung "Ankerplätze … in unruhigen Zeiten".

Gudrun Petersdorff: Strand in Yport
"Strand in Yport": Gudrun Petersdorff zeigt in ihrer Ausstellung in Markkleeberg bei Leipzig Bilder, die Fernweh provozieren. Bildrechte: Christoh Sandig

Das "Weiße Haus" in Markkleeberg vor den Toren Leipzigs ist im Prinzip der ideale Ort für diese Ausstellung mit Malerei von Gudrun Petersdorff. Steht das neoklassizistische Gebäude doch mitten drin, im Neuseenland des Leipzigers Südens. Da, wo einst die Tagebaubagger die Landschaft devastierten und heute so manches neuangeschaffte Segelboot auf den Wellen schaukelt. Das passt gut zum Titel der Schau: "Ankerplätze … in unruhigen Zeiten".

Von Italien in die Karibik zurück nach Markkleeberg

Obwohl die letzten beiden Jahre eher schon zu ruhig waren für die Künstlerin. Alle Ausstellungen abgesagt und auch das für sie und ihr Werk so wichtige Reisen war kaum möglich. Ende letzten Jahres hat es dann endlich wieder geklappt. "Fuerteventura war wirklich verrückt. Ich bin ganz allein im Hotel gewesen, da waren kaum Menschen, keine Touristen. So wird man es kaum wieder erleben. Das war eigentlich sehr schön", erzählt sie von ihrem jüngsten Trip. Die Bilder der Ausstellung erzählen von vielen anderen: Nach Italien ist sie gereist, Israel, in die Schweiz, weit weg in die Karibik und immer wieder nach Frankreich. Die Ostsee nicht zu vergessen – die Reiselandschaft ihrer Jugend, der sie, trotz endlich offener Grenzen, immer die Treue gehalten hat.

Gudrun Petersdorff: Wasserfall
Gudrun Petersdorff: Wasserfall Bildrechte: Christoh Sandig

Studium an der HGB Leipzig bei Bernhard Heisig

Geboren ist sie in Ludwigslust. Studiert hat sie in Leipzig, von 1976 bis 1981. Bei einem der damals an der Hochschule für Grafik und Buchkunst herrschenden Überväter der gegenständlichen Malerei: Bernhard Heisig. So mancher seiner Studenten schaffte es nicht, sich vom Stil des Meisters zu befreien. Gudrun Petersdorff ist das offensichtlich gelungen. Sie liebt das eher fröhliche Farbspiel. Ihre Bilder atmen einen spielerischen-naiven Realismus. Leben von der Landschaft, dem Spiel mit der Fläche. Auch Menschen kommen vor, rücken aber mit einer Art Bescheidenheit oft fast den Rand des Geschehens.

Markkleeberger Ausstellung zeigt Eindrücke aus aller Welt

Warum das so ist? "Keine Ahnung. Früher habe ich viel porträtiert, auch Akt gemalt, das hat sich irgendwie verschoben. Da sind mir andere Dinge wichtiger geworden, Stimmungen zum Beispiel", sagt die Malerin, die eine Frau mit vielen Talenten ist. Sie zeichnet auch, ist in den grafischen Techniken zuhause und war auch mal in der Meißner Porzellanmanufaktur tätig. Wenn sie auf Reisen ist, hat sie den Skizzenblock immer dabei. Zum Festhalten der Stimmung, der Situation. "Dann notiere ich mir auch die Farben. Zuhause im Atelier kann ich das dann alles wieder aufleben lassen", erklärt sie. Und so können wir teilhaben an den vielen Reisen, die Gudrun Petersdorff in den letzten Jahren um die halbe Welt geführt haben. "Andere brauchen das vielleicht nicht so. Aber ich zehre davon, in meinem Werk. Eindrücke sammeln, indem man reist, das ist wichtig. Für mich jedenfalls."

Das süße Geheimnis von Gudrun Petersdorff

Und dann gibt es da noch was, von dem sie sich inspirieren lässt. Lachend führt mich Gudrun Petersdorff aus den Räumen mit den großen Formaten in einen etwas abseitig gelegenen Gang des weißen Hauses. Sozusagen die kulinarische Abteilung. Voller Stillleben, die einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Was da zu sehen ist? Das lassen wir jetzt mal als süßes Geheimnis im Raum stehen und empfehlen ganz einfach einen Besuch dieser Ausstellung.

Tempel der Musen in Markkleeberg, im Hintergrund das Weiße Haus.
Das Weiße Haus in Markkleeberg Bildrechte: imago images/Shotshop

Informationen zur Ausstellung "Ankerplätze … in unruhigen Zeiten"
Ausstellung von Gudrun Petersdorff

Ausstellungsdauer: 7. April bis 7. Juli 2022
Eintritt frei

Weißes Haus Markkleeberg
Raschwitzer Straße 11
04416 Markkleeberg

Dienstag bis Donnerstag: 10 bis 17 Uhr

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 07. April 2022 | 06:15 Uhr

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