Übersicht Vögel, Dinos, Menschenschädel: Naturkundemuseen in Halle, Dessau, Magdeburg u.a.

Auf der Suche nach einem Ausflugsziel für die Familie? Im Museum für Naturkunde bekommen Kinder und Erwachsene spannende Einblicke in die Geschichte der Erde, können seltene Tiere, Pflanzen oder Gesteine bestaunt werden. Hier finden Sie eine Übersicht der Museen von Magdeburg über Halle bis Halberstadt, inklusive wichtiger Informationen für Ihren Besuch, wie Öffnungszeiten, Eintrittspreis und Adresse.

Zwei Frauen schauen in eine Vitrine in der Ausstellungsobjekte liegen
In Vitrinen wie diesen sind Ausstellungsobjekte der Naturalienkammer in den Franckeschen Stiftungen in Halle zu bewundern Bildrechte: dpa

Dessau: Museum für Naturkunde und Vorgeschichte

Das Museum zeigt seit 1927 Ausstellungen zu den Themen Erdgeschichte, Ökologie sowie Mensch und Umwelt. Schwerpunkte liegen auf dem Pleistozän, dem Leben im Dessauer Land von der Germanenzeit bis zur Stadtgründung und auf der Artenvielfalt der Flusslandschaft Mittlere Elbe.

Eine Besonderheit ist der Aufstieg in den 40 Meter hohen Turm des Museums, von dem man einen guten Blick über die ganze Stadt hat. Auf ihrem Weg nach oben können Besucherinnen und Besucher eine Reise durch verschiedene Erdzeitalter machen, die auf sechs Etagen anhand von Fossilien erläutert werden. Regelmäßig bietet das Museum außerdem Veranstaltungen und Workshops an, z.B. das beliebte Bernsteinschleifen.

Blick auf den Museumsturm in Dessau bei strahlend blauem Himmel.
Das Museum in Dessau mit seinem markanten Turm. Bildrechte: IMAGO / Steinach

Weitere Informationen Museum für Naturkunde und Vorgeschichte
Askanische Straße 32
06842 Dessau-Roßlau

Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr
Der Turm kann am Freitag von 10 bis 15 Uhr und Sonntags von 14 bis 16 Uhr bestiegen werden.

Eintritt:
Erwachsene: 4,50 Euro
Ermäßigt (u.a. Kinder und Jugendliche, Arbeitslose): 3,50 Euro

Halberstadt: Museum Heineanum

Das Museum Heineanum ist ein auf Vogelkunde spezialisiertes Naturkundemuseum. Die Dauerausstellung zeigt Vögel aus aller Welt und informiert über deren Biologie und Verhaltensweisen. Sie basiert auf der Sammlung des Halberstädter Gutsbesitzers und Ornithologen Ferdinand Heine aus dem 19. Jahrhundert, die sich durch ihre Artenvielfalt auszeichnet. Ein Schwerpunkt liegt auf Kolibris. Jedes Jahr gibt es eine Sonderausstellung zum jeweiligen Vogel des Jahres. Über die ornithologischen Ausstellungsstücke hinaus besitzt das Museum auch zwei Saurierskelette, Plateosaurus und Plesiosaurus, die im Stadtgebiet von Halberstadt gefunden wurden. Das Heineanum ist an Forschungsprojekten beteiligt, unterstützt den Artenschutz und ist Einsatzstelle für das Freiwillige Ökologische Jahr.

Ein Besucher vor einer großen Vitrine mit ausgestopften Vögeln
Die Vielfalt der Vogelwelt lässt sich gut in Halberstadt erkunden. Bildrechte: dpa

Weitere Informationen Museum Heineanum
Domplatz 36
38820 Halberstadt

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag, 13 bis 17 Uhr
Montag geschlossen

Eintritt:
Erwachsene: 7 Euro
Ermäßigt: 5 Euro
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei

Halle: Kunst- und Naturalienkammer der Franckeschen Stiftungen

Die Kunst- und Naturalienkammer der Franckeschen Stiftungen ist ein ganz besonderer Schatz, denn es ist die einzige vollständig am authentischen Ort erhaltene europäische "Wunderkammer" des Barock. Und so fühlt sich ein Besuch auch wie eine Zeitreise an, als die Betrachtung der Mitbringsel von Missionaren aus Indien und anderen Ländern Faszination und Gänsehaut auslösten. Mehr als 3.000 wundersame und kuriose Objekte wurden hier vor etwa 300 Jahren von nah und fern zusammengetragen.

An der Decke hängt ein riesiges Nil-Krokodil, die Rippe eines Wales belegt eindrucksvoll die Größe dieser schwimmenden Säugetiere, außerdem gibt es ein Mäuse-Embryo, einen tätowierten Fisch oder versteinerten ungarischen Käse zu sehen. Zur Schau gestellt werden sie in teilweise prächtig bemalten Vitrinen im ehemaligen Schlafsaal des Historischen Waisenhauses. Denn die Ausstellungsstücke wurden für die Waisenkinder herangebracht, die in den historischen Franckeschen Stiftungen Obhut und Ausbildung erhielten.

Ein Mann hlt einen alten Flusspferdzahn in der Hand, im Hintergrund hängt ein ausgestopftes Krokodil an der Decke
Diesen über 300 Jahre alten, Flusspferdzahn beherbergt das Kunst- und Naturalienkammer der Franckesche Stiftungen Bildrechte: dpa

Weitere Informationen Historisches Waisenhaus
Haus 1, Franckeplatz 1, 06110 Halle

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag, Feiertage: 10 bis 17 Uhr

Eintritt:
Erwachsene: 6 Euro
Ermäßigt: 4 Euro
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt

Halle: Meckelsche Sammlung

Die Meckelsche Sammlung wurden in der Mitte des 18. Jahrhunderts von Johann Friedrich Meckel d. Ä. (1724-1774) in Berlin begründet. Dessen Sohn Philipp Friedrich Theodor Meckel (1755-1803) erbte das Sammlungsarsenal und brachte es mit nach Halle. Dessen Sohn Johann Friedrich Meckel d. J. (1781-1833) wiederum, der berühmteste Anatom der Meckel-Familie, erweiterte das Sammlungsarsenal auf etwa 12.000 Präparate. Durch die Umlagerung der Sammlungsstücke vom Meckelschen Wohnhaus in die Universität 1840 sowie durch ungünstige Unterbringung gingen viele Präparate verloren. Die Meckelschen Sammlungen gehören jedoch mit heute 8.000 Präparaten zu den größten anatomischen Sammlungen Europas.

Die Meckelschen Sammlungen waren und sind von größtem Wert und Nutzen für die anatomische Lehre und Forschung. Sie stellen ein nationales Kulturgut ersten Ranges dar. Die meisten Präparate sind Unikate und nicht ersetzbar.

In den Sammlungen existieren außergewöhnliche anatomische Präparate, Trocken- und Feuchtpräparate, Skelette, Schädel. Zu den attraktivsten Stücken gehören Injektions- und Korrosionspräparate, die die Versorgung der Organe mit Blut- und Lymphgefäßen zeigen. Spektakulär sind Präparate zu Embryonen und Fehlbildungen. Inmitten der Sammlungen steht auch der berühmte Meckel-Schrank mit dem Skelett von Philipp Friedrich Theodor Meckel. Führungen sind besonders beliebt bei Studierenden, Ärzten und Naturwissenschaftlern.

Zwei Skelette von siamesischen Zwillingen, die am Brustkorb zusammengewachsen sind oder sich Hüfte und Beine teilen
Auch die Meckelschen Sammlungen des Instituts für Anatomie und Zellbiologie gehören zum Zentralmagazin in Halle. Bildrechte: dpa

Weitere Informationen Institut für Anatomie und Zellbiologie
Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität
Großen Steinstraße 52, 06108 Halle

Führungen können zu bestimmten Terminen auf der Webseite gebucht werden.

Eintritt:
Erwachsene: 5 Euro
Studierende anderer Fakultäten/Universitäten, Schüler: 3 Euro
Studierende der Medizinischen Fakultät (Medizin und Zahnmedizin, Gesundheits- und Pflegewissenschaften) inkl. Betreuer: kostenfrei

Halle: Zentralmagazin Naturwissenschaftlicher Sammlungen der Martin-Luther-Universität

Die größte naturwissenschaftliche Sammlung Sachsen-Anhalts befindet sich an der Universität in Halle und hat eine über 230-jährige Geschichte. Seit 2010 vereint sie verschiedene Teil-Sammlungen. Die wichtigsten sind die Zoologische Sammlung, die europaweit einmalige Haustierkundliche Sammlung und die Geiseltal-Sammlung mit Fossilien aus ehemaligen Braunkohletagebauen.

Die Sammlung ist nicht in einem zentralen Museum zusammengefasst und deshalb auch nicht vollständig zugänglich, dafür ist sie auch zu umfangreich. Es gibt aber regelmäßige Führungen und immer wieder Sonderausstellungen. Außerdem sind auch virtuelle Rundgänge möglich.

Eine junge Frau betrachtet in der Zoologischen Sammlung Halle einen ausgestopften Orang-Utan
Ausstellungsobjekte wie dieser Orang Utan gehören zur Zoologischen Sammlung der Martin-Luther-Universität Bildrechte: dpa

Weitere Informationen Zoologische Sammlungen
Domplatz 4, 06108 Halle

Führungen:
Jeden Donnerstag, 15:00 Uhr und an jedem ersten Donnerstag im Monat auch 17:00 Uhr. Treffpunkt: Eingang des Gebäudes (Domplatz 4)

Geiseltalmuseum
Domstraße 5, 06108 Halle

Führung durch das Museum nur auf Anfrage und Voranmeldung möglich.Treffpunkt: Eingang des Museums (Domstraße 5)

Museum für Haustierkunde
Steintorcampus
Adam-Kuckhoff-Str. 35a, 06108 Halle

Führungen immer am zweiten Mittwoch des Monats, 15 Uhr. Treffpunkt: Eingang des Museums (Adam-Kuckhoff-Straße 35a)

Köthen: Naumann-Museum

Das Naumann-Museum zeigt die ornithologische Sammlung Johann Friedrich Naumanns, der sie im frühen 19. Jahrhundert anlegte und seitdem als einer der Begründer der wissenschaftlichen Vogelkunde gilt. Seit über 170 Jahren befindet sich sein Nachlass im Ferdinandsbau des Köthener Schlosses. Seit 2015 ist der Nachlass außerdem als "National wertvolles Kulturerbe" der Bundesrepublik Deutschland eingetragen.

Die ganze Dauerausstellung – im Ganzen rund 1200 Präparate – ist in Original-Vitrinen mit historischen Hintergrundmalereien und in Naturrequisiten zu sehen. Das Naumann-Museum ist eines von mehreren kleinen Museen, die im Schloss untergebracht sind. Es gibt u.a. noch eine kleine archäologische Ausstellung über die Besiedlungsgeschichte Anhalts.

Saal des Vogelmuseums Köthen (Sachsen-Anhalt): Rund 1200 ausgestopfte Vögel sind im Köthener Schloss in einer einzigartigen Sammlung auf insgesamt 65 laufenden Metern in Schaukästen ausgestellt. Das Bild ist von oben aufgenommen und bietet einen weiten Blick auf die Vitrinen.
Rund 1200 ausgestopfte Vögel sind im Köthener Naumann-Museum ausgestellt. Bildrechte: dpa

Weitere Informationen Naumann-Museum
Schlosshof, 06366 Köthen (Anhalt)

Öffnungszeiten:
Das Naumann-Museum ist derzeit wegen einer Baumaßnahme geschlossen.

Auf der Website wird dafür Virtuelles aus dem Schloss angeboten.

Eintrittspreise:
An jedem ersten Freitag im Monat ist der Eintritt kostenfrei.
Schlosskarte (alle Museen) 6 Euro
Schlosskarte ermäßigt 4 Euro
Schlosskarte Gruppe, je Person 4 Euro

Magdeburg: Museum für Naturkunde Magdeburg

Ein sechs Meter langer Saurier, ein Buckelwalmodell in Originalgröße, Giraffen und ein Elefant: all das können Besucherinnen und Besucher im Museum für Naturkunde in Magdeburg entdecken. Mit einer Sammlung von über 380.000 Objekten gehört es zu den größten naturkundlichen Museen in Sachsen-Anhalt. Zusammen mit dem Kulturhistorischen Museum befindet es sich im selben Haus.

Seit 2015 wird die Sammlung auf über 1000 Quadratmetern neu präsentiert. Vorher wurde sie über zehn Jahre hinweg modernisiert. Die Dauerausstellung ist in drei Abschnitte gegliedert: "Wunder des Lebens" mit großen Fossilien und Tierpräparaten, "Lebensräume Sachsen-Anhalts", wo interaktive Elemente warten, und "Eiszeitalter – Klimawandel und Evolution bis zur Gegenwart". Darüberhinaus gibt es regelmäßige Sonderausstellungen und in den Ferien Kreativwerkstätten und Führungen für Kinder.

Mehrere ausgestopfte Vögel stehen in der Mitte eines Ausstellungsraums des Magdeburger Naturkundemuseums.
Tierpräparate im Magdeburger Naturkundemuseum. Bildrechte: Magdeburger Museen/Dirk Mahler

Weitere Informationen Museum für Naturkunde Magdeburg
Otto-von-Guericke Straße 68 -73
39104 Magdeburg

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag, 10 bis 17 Uhr
Samstag und Sonntag, 10 bis 18 Uhr

Eintrittspreise:
Erwachsene 5 Euro
Ermäßigt 3 Euro
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt

Abonnieren