Ausblick Trotz Gaskrise und Corona: Sächsische Museen sollen im Winter offen bleiben

Die Vorsitzende des Sächsischen Museumsbunds, Sabine Wolfram, setzt im Winter weiter auf Energiesparen. Erneute Lockdowns wolle sie vermeiden.

Dr. Sabine Wolfram, Direktorin am smac – Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz
Sabine Wolfram ist Direktorin des Staatlichen Museums für Archäologie Chemnitz und Vorsitzende des Sächsischen Museumsbunds. Bildrechte: LfA/smac, László Farkas

MDR KULTUR: Erst Abstand und Maske, jetzt Wollpulli und Taschenlampe – muss man sich so den Museumsbesuch im Herbst und Winter 2022 vorstellen, Frau Wolfram?

Sabine Wolfram: Nein, ganz so wird es natürlich nicht sein. Es liegt uns auf jeden Fall trotz Ressourcenknappheit viel dran, dass wir offen bleiben können, weil wir haben so schon genug Probleme und Sorgen, wieder in ein gutes Fahrwasser zu kommen wie vor der Pandemie. Und ein erneuter Lockdown würde uns sicherlich nachhaltig, sehr, sehr schaden. Und ansonsten ja, werden sich die Häuser natürlich in den nächsten Monaten ganz individuell auf die verknappten Energieressourcen einstellen.

Es gibt ja schon die ersten Bemühungen bestimmte Häuser und Statuen beispielsweise nicht mehr anzustrahlen. Wie könnte das aus Ihrer Sicht bei den sächsischen Museen aussehen? Worauf müssen sich Besucherinnen und Besucher einstellen potenziell, gibt es da schon Überlegungen?

Also sagen wir mal so: Das Thema Einsparungen an Energie, um auch keinen zu großen CO2-Abdruck zu hinterlassen, das wird ja schon im Rahmen des Themas Nachhaltigkeit in Kultureinrichtungen seit längerem diskutiert. Also ganz neu ist das nicht und insofern nicht überraschend. Aber es wird keine Pauschallösung geben, weil jedes Haus anders ist.

Wie könnte das denn in Chemnitz bei Ihnen im Staatlichen Museum für Archäologie (SMAC) aussehen?

Wir sind schonmal ganz gut aufgestellt, da wir zum Beispiel ein ganzes Haus haben, was komplett mit LED-Beleuchtung ausgestattet ist. Und das ist sicherlich schon einmal etwas, was uns gut in die Tasche spielt, sagen wir mal so. Aber ansonsten ist das etwas, was wir jetzt entwickeln in der Diskussion – das sind ja auch nicht nur wir, da werden auch Restauratoren gefragt und über das Gebäudemanagement muss der Eigentümer mitsprechen. Es sind sehr komplexe Vorgänge – und wie gesagt ist das wirklich in jedem Haus anders.

Jedes Haus hat ja dann andere Bausubstanz …


Sie haben ein ganz altes Haus, Sie haben ein neues Haus. Und natürlich ist ein Museum, was 2014 eröffnet wurde […] anders ausgestattet als ein Haus, was in einem alten Schloss schon lange existiert und große Häuser haben andere Probleme als kleine Häuser. […] Uns liegt auf jeden Fall am Herzen, dass die Museen offen bleiben können. Und wir werden alles dafür tun – ob ein großes Haus oder kleines Haus – dass das möglich sein wird.

(Redaktion:  Pia Uffelmann, Sabrina Gierig)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 08. August 2022 | 09:30 Uhr