Würdigung Immaterielles Kulturerbe Thüringens: Bratwurst, Gartenzwerge und Kindergartenidee sind dabei

Ein Museum
Das Museum "Brehms Welt" hat es ins Landesverzeichnis Immaterielles Kulturerbe Thüringen geschafft. Es ist dem "Tiervater" Alfred Edmund Brehm sowie dem "Vogelpastor" Christian Ludwig Brehm gewidmet. Bildrechte: Jan Dörre / Mitteldeutscher Rundfunk

Was haben Thüringer Bratwurst, das Museum "Brehms Welt" und die Kindergartenidee nach Friedrich Fröbel gemeinsam? Diese und vier weitere Kulturformen schmückt seit Dienstagabend das neu geschaffene Prädikat "Immaterielles Kulturerbe Thüringen". Das teilte die Staatskanzlei des Freistaats im Vorfeld einer Auszeichnungsveranstaltung im Haus Dacheröden in Erfurt mit.

Mareike Wiemann, Landesreporterin von MDR KULTUR, erläutert: "Das Bundesverzeichnis Immateriales Kulturerbe gibt es bereits seit fast zehn Jahren, in Thüringen ist nun eine eigenes Landesverzeichnis hinzugekommen. Diese Liste stellt eine Art Erweiterung dar, auch sie soll regional bedeutende Kulturformen abbilden und so die kulturelle Vielfalt im Freistaat sichtbar machen."

Zeichen der Wertschätzung

Das Landesverzeichnis sei ein Zeichen der Wertschätzung für das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern, führt Mareike Wiemann aus. Alle zwei Jahre solle es künftig möglich sein, Anträge für das Landesverzeichnis einzureichen. Eine Fachjury bewerte diese Vorschläge, das letzte Wort habe dann der Kulturminister.

Gartenzwerge werden in Gräfenroda (Thüringen) bemalt.
Gartenzwerge aus der Manufaktur in Gräfenroda zählen jetzt zum "Immateriellen Kulturerbe Thüringen" Bildrechte: dpa

Nach Einschätzung der volkskundlichen Beratungsstelle haben bereits mehrere Gruppen Interesse an einer Bewerbung signalisiert. Das sagte die Volkskundlerin Juliane Stückrad der Deutschen Presse-Agentur. Neue Bewerbungen seien derzeit allerdings noch nicht möglich, dazu müsse die neue Ausschreibungsrunde abgewartet werden, die voraussichtlich im Frühjahr 2023 beginnt.

Werbung für Thüringen

Die Thüringer Kulturstaatssekretärin Tina Beer erklärt: "Lokale Bräuche und Feste, traditionelle Handwerkstechniken und regionale Musik- und Tanzformen wirken identitäts- und gemeinschaftsstiftend. Sie bringen Menschen unterschiedlicher Prägung zusammen, binden sie an ihre Region und verbinden eine Gemeinschaft. Gleichzeitig sind sie natürlich auch Werbung für unseren Freistaat und ziehen Touristinnen und Touristen an. So reisen Menschen nicht nur nach Thüringen, um die Wartburg oder die Stätten Goethes und Schillers in Weimar zu besichtigen."

Tina Beer
Bildrechte: Staatskanzlei Thüringen

Das immaterielle Kulturerbe ist gerade für den sozialen Zusammenhalt von immenser Bedeutung.

Tina Beer, Kulturstaatssekretärin

Immaterielles Kulturerbe Thüringens

Vier kulturelle Traditionen aus Thüringen waren bereits im Landesverzeichnis Immaterielles Kulturerbe eingetragen, weil sie zuvor im Bundesverzeichnis standen. Das Landesverzeichnis wächst nun auf elf Einträge an:

  • Brehms Welt – Tiere und Menschen
  • Der weihnachtliche Fackelbrand zu Schweina
  • Eisenacher Sommergewinn (im bundesweiten Verzeichnis seit 2016)
  • Erfurter Brunnenkresse
  • Gartenzwerge aus Gräfenroda
  • Heiligenstädter Palmsonntagsprozession (im bundesweiten Verzeichnis seit 2016)
  • Kindergartenidee nach Friedrich Fröbel
  • Lauschaer Christbaumschmuck (im bundesweiten Verzeichnis seit 2021)
  • Skatspiel aus Altenburg (im bundesweiten Verzeichnis seit 2016)
  • Taubenmarkt in Dermbach
  • Thüringer Bratwurstkultur

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 14. Juni 2022 | 16:30 Uhr