Tipps Ausflugsziele: Welten aus Thüringer Porzellan entdecken

Über 250 Jahre Tradition machen Thüringer Porzellan zu etwas Besonderem. Auf der "Straße des Thüringer Porzellans" kann man die eindrucksvolle Porzellankunst bestaunen. Dazu gehören Figuren und Geschirr aus der chinesischen Geschichte, Manufakturen und Museen etwa in und um Gotha, Jena, Altenburg und Rudolstadt. Hier werden exklusive Einblicke in die faszinierende Welt des "weißen Goldes". Wir haben eine Auswahl an Ausflugstipps zusammengestellt, die auch spannend für Kinder sind.

Prunkvoller Tisch in Ausstellung mit Goethe-Zitat 1 min
Bildrechte: Pressestelle Leuchtenburg
1 min

Thüringen ist DAS Porzellanland. Hier befindet sich die größte Konzentration an Porzellankompetenz. Auf der Leuchtenburg kann man die Geschichte des "weißen Goldes" entdecken.

Do 21.11.2019 15:04Uhr 01:29 min

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Video

Porzellanwelten Leuchtenburg

In der interaktiven Ausstellung der Porzellanwelten Leuchtenburg begeben sich Besucherinnen und Besucher auf eine Reise durch die Geschichte des Porzellans: von den Anfängen im alten China über seinen Weg nach Europa, der Entschlüsselung seiner Rezeptur bis hin zum Einzug in unser Leben. Erzählt wird das spielerisch, mit spektakulär inszenierten Räumen und multimedial. Anfassen ist hier ausdrücklich erwünscht: Man kann an einer fürstlich gedeckten Tafel Platz nehmen, versuchen, die Rezeptur des Porzellans zu entschlüsseln, indem man selbst die "Zutaten" mischt und mithilfe eines Blasebalgs einen digitalen Brennofen befeuern, bis die richtige Temperatur erreicht ist.

Höhepunkte auf der Leuchtenburg sind die größte Vase der Welt, die weltweit erste Porzellankirche, die von einem Schüler des Star-Architekten Daniel Libeskind entworfen wurde und der "Steg der Wünsche". Hier können Sie ein Porzellanstück mit einem innigen Wunsch beschriften und vom Steg aus über die Burgmauer werfen. Mit ein bisschen Glück geht der Wunsch in Erfüllung ...

Menschen betrachten ein Ausstellungsexponat, bestehend aus weißen Porzellanschalen, die auf Metallstangen aufgesteckt sind.
Ein Besuch der Porzellanwelten auf der Leuchtenburg bei Kahla lohnt sich mit der ganzen Familie. Interaktiv kann die Geschichte des Porzellans erkundet werden. Bildrechte: Stiftung Leuchtenburg

Weitere Informationen zur Leuchtenburg Adresse:
Leuchtenburg
Dorfstraße 100
07768 Seitenroda

Öffnungszeiten: 
April bis Oktober: täglich 9 bis 18 Uhr
November bis März: täglich 10 bis 17 Uhr

Eintritt:
Erwachsene: 15 Euro
Senioren: 14 Euro
Kinder 6 bis 16 Jahre: 9 Euro
Familienkarte: 38 Euro


Schloss Heidecksburg in Rudolstadt

Auf Schloss Heidecksburg in Rudolstadt können Besucherinnen und Besucher in der Porzellangalerie in die Welt des "weißen Goldes" eintauchen. Die Galerie befindet sich als Teil der Dauerausstellung in der "Großen Hofstube" direkt im Eingangsbereich der Heidecksburg. Zu sehen sind vor allem Volkstedter Porzellane und Figuren und Gruppen der Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst – darunter Modelle namhafter Künstler wie Ernst Barlach und Gerhard Marcks. Einblick in die Porzellangalerie gibt es auch über einen virtuellen Rundgang.

Porzellanfigur, eine sitzende Frau mit einem kleinen runden Behältnis in der linken Hand
Porzellanfigur von Ernst Barlach: Russische Bettlerin mit Schale, 1906 Bildrechte: Kunstsammlung Gera

Weitere Informationen zur Heidecksburg Adresse:
Thüringer Landesmuseum Schloss Heidecksburg
Schlossbezirk 1
07407 Rudolstadt

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen: 10 bis 17 Uhr
montags geschlossen

Eintritt:
Erwachsene: 8 Euro, ermäßigt 5 Euro
Kinder bis 14 Jahre frei


Stadtmuseum Jena

Das Jenaer Stadtmuseum zählt mehr als 900 Teile der Burgauer Porzellanmanufaktur zu seinem Fundus. Eine Auswahl präsentiert das Museum in seiner Dauerausstellung "Jenas Aufbruch in die Moderne". Die 1901 von Ferdinand Selle gegründeten Porzellanmanufaktur stellte bis 1929 im heutigen Jenaer Stadtteil Burgau modern gestaltete Speise- und Kaffeeservice her – vorwiegend Gebrauchsgeschirr, aber auch Mokka-Sammeltassen und Zierporzellan.

Weitere Informationen zum Stadtmuseum Jena Adresse:
Stadtmuseum Jena
Markt 7
07743 Jena

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag: 10 bis 17 Uhr
montags geschlossen

Eintritt:
Erwachsene: 5 Euro, ermäßigt 3 Euro
Kinder bis 18 Jahre und Schüler bis 20 Jahre frei


Aelteste Porzellanmanufaktur Volkstedt

1762 gegründet, ist sie die älteste der heute noch produzierenden Porzellanmanufakturen Thüringens. 2006 wurde das Fabrikgebäude zu einer "Gläsernen Porzellanmanufaktur" umgebaut. Besucherinnen und Besucher bieten sich so interessante Einblicke und sie können dabei zusehen, wie Künstlerinnen und Künstler ihre Porzellanwerke in Handarbeit fertigen. Das Werksmuseum stellt Mustervorlagen, Modelle und Formen aus und informiert über die Entwicklung der Manufaktur.

Wie aufwändig die Gestaltung der filigranen Kunstwerke ist, können Interessierte bei den Mitmach-Angeboten selbst erleben, wo sie Porzellanrosen formen und Porzellananhänger bemalen können.

Rohware steht zum Bemalen und Brennen bereit in der ältesten Porzellanmanufaktur Volkstedt in Rudolstadt.
Die Rohware der Aeltesten Porzellanmanufaktur Volkstedt in Rudolstadt bevor sie bemalt und gebrannt wird. Bildrechte: MDR/Jörg Thiem

Weitere Informationen zur Aeltesten Porzellanmanufaktur Volkstedt Adresse:
Aelteste Porzellanmanufaktur Volkstedt
Breitscheidstraße 7
07407 Rudolstadt/Volkstedt

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 12 bis 17 Uhr
Samstag: 10 bis 14 Uhr
sonntags und feiertags: geschlossen


Schloss Altenburg

Das Residenzschloss Altenburg wartet nicht nur mit fürstlichen Schätzen auf, sondern auch mit einem umfassenden historischen Bestand an asiatischem Porzellan. Am fürstlichen Hof wurden solche Kostbarkeiten früher in Kabinetten inszeniert, um Macht und Kunstsinnigkeit zu unterstreichen.

In Altenburg befindet sich eines der selten erhaltenen, barocken Kunstkabinette: das sogenannte Sibyllenkabinett – benannt nach Herzogin Magdalena Sibylle (1617-68), die als kunstsinnig galt. Sowohl im Kabinett als auch in den fürstlichen Wohnräumen wird die Porzellansammlung Bernhard August von Lindenaus gezeigt, die vor allem ostasiatische und frühere Meißener Porzellane beinhaltet. Lindenau hatte bereits 1845 verfügt, dass die Sammlung im Altenburger Schloss ausgestellt werden soll.

Schloss Altenburg aus der Luft.
Das Residenzschloss Altenburg ist schon als Bauwerk einen Ausflog wert - die Porzellansammlung ist ein zusätzlicher Höhepunkt Bildrechte: IMAGO / Westend61

Weitere Informationen zum Schloss Altenburg Adresse:
Residenzschloss Altenburg
Schloss 2-4
04600 Altenburg

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen: 9:30 bis 17 Uhr
montags geschlossen

Führungen: 11, 13 und 15 Uhr

Eintritt:
Erwachsene: 8 Euro
Ermäßigt: 6 Euro
Familienkarte: 15,00 €


Schloss Friedenstein Gotha

Wie es sich für ein barockes Schloss gehört, befindet sich auch auf Schloss Friedenstein ein Porzellankabinett. Eingerichtet zwischen 1723 und 1726, präsentiert es heute die Höhepunkte der Porzellansammlung des Herzoglichen Museums, darunter chinesisches und Meissener Porzellan, aber auch eine Auswahl an Böttgersteinzeug. Das "rote Gold" wurde nur wenige Jahre produziert, weshalb das braunrote Porzellan vor allem Sammlerherzen höherschlagen lässt.

Porzellanplastiken aus der Pauls-Eisenbeiss-Sammlung stehen in einem Regal, vier Personen, zwei  Frauen mit großem Röcken und Männer mit altertümlicher Kleidung.
Porzellanplastiken aus der Pauls-Eisenbeiss-Sammlung im Schloss Friedenstein Gotha Bildrechte: dpa

Weitere Informationen zum Schloss Friedenstein Adresse:
Schloss Friedenstein Gotha
Schlossplatz 1
99867 Gotha

Öffnungszeiten:
April bis Oktober:
Dienstag bis Sonntag: 10 bis 17 Uhr

November bis März:
Mittwoch bis Sonntag: 10 bis 16 Uhr

Eintritt:
Friedenstein-Karte: 10 Euro (inkl. Museen, Ekhof-Theater, Herzogliches Museum, Sonderausstellungen)
Ermäßigt 4 Euro
Kinder bis 16 Jahre in Begleitung Erwachsener frei

Anfahrt: Das Schloss befindet sich mitten in Gotha und ist vom Hauptbahnhof mit einem Spaziergang durch den Schlosspark zu erreichen. Verschiedene Buslinien fahren ebenfalls zum Schloss. Wenn Sie ein Navigationsgerät nutzen, dann geben Sie bitte: "Schloss Friedenstein, Schlossplatz 1, Gotha" ein.

Barrierefreiheit: Wegen der historischen Bausubstanz und konservatorischer Einschränkungen sind nicht alle Bereiche barrierefrei zugänglich.


GoetheStadtMuseum Ilmenau

Das GoetheStadtMuseum lockt mit Objekten aus der Blütezeit der Ilmenauer Porzellanmanufaktur. Ab 1760 wurde immer mehr Porzellan produziert, das sich auch das Bürgertum leisten konnte, wie beispielsweise von der Ilmenauer Porzellanmanufaktur. Das im Jahr 1777 gegründete Unternehmen erreichte seine erste Blüte unter Leitung des Erfurter Kaufmanns Christian Nonne. Aus der Sammlung seiner Nachfahren befinden sich zahlreiche Objekte im Illmenauer Museum, die hier in einem Raum mit historischen Biedermeiertapeten in wohnlichem Ambiente bestaunt werden können.

Das Goethe Stadtmuseum Ilmenau: Ein Gebäude mit einer großen Eingangstreppe
Das GoetheStadtMuseum in Ilmenau Bildrechte: imago/imagebroker

 Weitere Informationen zum GoetheStadtMuseum Ilmenau Adresse: 
GoetheStadtMuseum Ilmenau
Am Markt 1 (Amtshaus)
98693 Ilmenau

Öffnungszeiten:
Mai bis Oktober:
Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen: 10 bis 17 Uhr

November bis April:
Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen: 10 bis 16 Uhr

Eintritt:
Erwachsene: 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro
Kinder bis 14 Jahre in Begleitung Erwachsener frei


Sitzendorfer Porzellanmanufaktur

Sitzendorf im Thüringer Wald gilt als die Geburtsstätte des Thüringer Porzellans. Nach Angaben des Museums erfand Georg Heinrich Macheleid hier das Porzellan – selbständig und unabhängig von anderen, die es ihm gleichtaten. Er gründete 1760 die erste Porzellanmanufaktur in Thüringen, bevor er sie zwei Jahre später nach Volkstedt verlegte. Die heutige Sitzendorfer Manufaktur wurde 1850 gegründet und stellt filigrane Figuren, kunstvollen Tafelschmuck, Uhren und Lampen her. In einer Vorführstraße können Interessierte mehr über die Porzellanherstellung und über die Kunst der Figuren-Herstellung erfahren.

Eine rosafarbene Blüte aus Porzellan, die zur Verzierung an einer Prunkvase gehört
Eine rosafarbene Blüte aus Porzellan, die zur Verzierung an einer Prunkvase der Porzellanmanufaktur Sitzendorf gehört. Bildrechte: dpa

Weitere Informationen zur Sitzendorfer Porzellanmanufaktur Adresse:
Sitzendorfer Porzellanmanufaktur GmbH
Hauptstraße 26
07429 Sitzendorf

Öffnungszeiten:
Montag bis Samstag: 10 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung


Wagner & Apel Porzellanfiguren Lippelsdorf

Im kleinen Ort Lippelsdorf wird seit 1877 Porzellan in Handarbeit hergestellt. Im technisches Schaudenkmal lässt sich die Porzellanherstellung vergangener Tage auf eigenen Faust erkunden. Eine historische Dampfmaschine von 1937, Rundöfen und historische Rührwerke demonstrieren die Technik der Porzellanherstellung. Ein Blick hinter die Kulissen bieten Führungen durch die alten und neuen Produktionsstätten.

Die Komponisten Mozart, Haydn, Bach und Beethoven in Form kleiner Porzellanbüsten
Porzellanbüsten der Komponisten Mozart, Haydn, Bach und Beethoven (vlnr.) aus der Manufaktur Wagner & Apel Bildrechte: dpa

Weitere Informationen zu Wagner & Apel Adresse:
Lippelsdorf Nr. 54, 98743 Gräfenthal

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 9 bis 17 Uhr

Führungen: Montag bis Freitag 11 und 14 Uhr

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 01. April 2022 | 17:30 Uhr