Filmfestival Berlinale 2022: Wie Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen im Wettbewerb vertreten sind

Heute wird die 72. Berlinale eröffnet. Das Festival findet pandemiebedingt erneut unter besonderen Bedingungen statt. Unter anderem ist die Filmauswahl um gut ein Viertel reduziert. Auch einige mitteldeutsche Produktionen gehen in diesem Jahr ins Rennen, darunter zwei Filme im Internationalen Wettbewerb um den Goldenen Bären.

Festivalbesucher stehen vor dem Berlinale Palast um sich auf das Corona Virus testen zu lassen.
Am Berlinale Palast können sich die Besucherinnen und Besucher 2022 auf Corona testen lassen Bildrechte: dpa

Nach dem außergewöhnlichen "Wild" über die Beziehung zwischen einer jungen Frau und einem Wolf legt Nicolette Krebitz mit "A E I O U - Das Alphabet der Liebe" ihre nächste Regie-Arbeit vor - ein faszinierendes Spiel mit dem Schicksal.

Krebitz-Film - Wild
Regisseurin und Schauspielerin Nicolette Krebitz bei der Premiere ihres Films "Wild" Bildrechte: imago/Future Image

Ihr vierter Langspielfilm ist einer der Filme im Wettbewerb der Berlinale, die von der Mitteldeutschen Medienförderung (MDM) unterstützt wurden. Krebitz erzählt in "A E I O U" von einer Liebe zwischen einer nicht mehr ganz so jungen Frau und einem jungen Mann. Anna ist gerade Sechzig geworden. Die glanzvollen Tage der Schauspielerei sind vorbei. Da verliebt sie sich völlig unerwartet – in den 17-jährigen Adrian, einen Straßendieb, der ihr die Handtasche klaut. Wo die Liebe hinfällt ist oft unergründlich. Die Schauspielerin und Regisseurin Krebitz geht ihr nach.

Mittel der Mitteldeutschen Medienförderung

Auch "Rimini", der neue Film vom österreichischen Provokateur Ulrich Seidl entstand mit Mitteln der MDM und am Ende auch in Sachsen, sagt Claas Danielsen, Chef der Mitteldeutschen Medienförderung und vertieft: "Beide Filme wurden von uns unterstützt, weil die Tonpostproduktion in Mitteldeutschland stattfand. Auch Teammitglieder aus der Region haben daran mitgearbeitet. Bei 'Rimini' war es die Maskenbildnerin und der Tonmeister. Bei 'AEIOU' wurde das ganze Sounddesign in der Region gemacht. So haben wir mit Fachkräften aus der Region diese beiden Filme möglich gemacht."

Michael Thomas in einer Szene des Films «Rimini» (Österreich/Frankreich/ Deutschland, undatierte Filmszene)
Michael Thomas in einer Szene des Berlinale-Films "Rimini" Bildrechte: dpa

Kaum mitteldeutsche Produktionen bei der Berlinale

"A E I O U" und "Rimini" sind die einzigen beiden Produktionen bei der diesjährigen Berlinale, die in Mitteldeutschland entstanden. Dabei war die Region in den vergangenen Jahren stark aufgestellt, mit Filmen wie etwa "Die Agentin" oder "3 Tage in Quiberon". Doch in diesem Jahr ist das anders. Danielsen sucht nach Erklärungen: "Es gibt ein paar Produktionen, bei denen wir große Chancen sahen, dass sie in Berlin laufen. Aber nun ist das Festival ja ein Besonderes. Es findet in deutlich abgespeckterer Form statt. Es werden deutlich weniger Filme gezeigt als in den Vorjahren und insgesamt sind nicht so viele deutsche Filme in den Wettbewerben."

Die Corona-Situation hat zu Verzögerungen bei einigen Produktionen geführt. Daher sind wir sehr stolz darauf, dass mit "A E I O U" und "Rimini" gleich zwei von uns geförderte Produktionen im Wettbewerb gelandet sind.

Claas Danielsen, Mitteldeutsche Medienförderung

Pandemie trifft Filmproduktionen

Zahlreiche Drehs mussten aufgrund der Pandemie unterbrochen werden. Dokumentarfilme konnten zum Teil nicht realisiert werden, weil die Drehs im Ausland entfielen. Für das kommende Jahr ist Danielsen aber zuversichtlich. Viele spannende Produktionen stehen kurz vor der Fertigstellung, darunter Thomas Stubers "Die stillen Trabanten", eine weitere Adaption einer Geschichte von Clemens Meyer, der im vergangenen Jahr im Leipziger Hauptbahnhof gedreht wurde.

Claas Danielsen
Claas Danielsen ist Chef der 1998 gegründeten Mitteldeutschen Medienförderung Bildrechte: Rudolf K. Wernicke

Danielsen bemerkt: "Es gibt einige Filme, die jetzt fertig werden oder auf ihre Premiere warten. Ich bin sehr gespannt auf Thomas Stubers neuen Film, der hier in der Region realisiert und von uns auch gefördert wurde. Es wird in diesem Jahr auch ein großer Spielfilm von Emeily Atef realisiert werden: 'Irgendwann werden wir uns alles erzählen', nach der Romanvorlage von Daniela Krien, die ja auch in Leipzig lebt. Das wird ein, glaube ich, sehr besonderer Film. Emily Atef ist ja die Regisseurin von '3 Tage in Quiberon', der ja mit mehreren Bundesfilmpreisen ausgezeichnet wurde.

Aber auch zahlreiche Serien für Fernsehsender und Streaming-Anbieter sind in der Region realisiert worden, wie etwa "Torstraße 1", die eine Familiengeschichte im Berlin der 20er-Jahre erzählt und in Görlitz realisiert wurde. Es wird also wieder gedreht in Sachsen.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 10. Februar 2022 | 18:15 Uhr