Convention für Science-Fiction-Freunde ElsterCon Leipzig: Mit Science-Fiction-Literatur in die Zukunft gucken

Der Freundeskreis Science Fiction Leipzig e.V. richtet vom 16. bis 18. September 2022 die 16. ElsterCon aus. Das Motto des mehrtägigen Treffens lautet "(N)Irgendwo (N)Irgendwann". Es finden zahlreiche Veranstaltungen und Lesungen statt, mit bekannten Namen wie Dietmar Dath, Jasper Fforde, Martha Wells, Emma Braslavsky oder Ben Aaronowitsch. Im Haus des Buches findet außerdem ein Buchmarkt statt.

Titelbild der Anthologie zur 16. elstercon
Titelbild der Anthologie zur 16. elstercon in Leipzig Bildrechte: Mario Franke

Science-Fiction, Fantastik, utopische Literatur – egal, welche Bezeichnung jeweils darübersteht, die damit gemeinten Bücher spielen letzten Endes in einer nahen oder fernen Zukunft. Sie malen aus, welche technischen, biologischen und sozialen Veränderungen sich in einer solchen Zukunft vollziehen könnten – und was dann mit uns Menschen geschehen wird. Dabei verbindet Science-Fiction die Begeisterung für technische Details mit der für spannende Geschichten und überraschende Plots.

Science-Fiction-Literatur erzählt von großen Konflikten

S/F im Jahr 2022 – das ist längst auch eine literarische Zukunftsschau, die die großen Konflikte unserer Gegenwart spiegelt und von Klimakatastrophen, Kriegen und staatlich organisierter Unterdrückung erzählt. Von immer wieder aufgelegten (und verfilmten) Klassikern wie Jules Verne oder Stanisław Lem bis zu den heute populären Namen wie Frank Schätzing, Douglas Adams oder Martha Wells hat sich mit der Science-Fiction-Literatur ein überaus vielgelesenes, in aller Welt beliebtes Genre entwickelt.

Der Freundeskreis Science Fiction Leipzig – Verein mit Tradition

Jasper Fforde
Jasper Fforde Bildrechte: Mari Fforde

Mit dem Freundeskreis Science Fiction Leipzig e.V. gibt es in Leipzig einen der traditionsreichsten und aktivsten Vereine zur Vermittlung und Präsentation dieser Literatur. Alle zwei Jahre organisieren Thomas Braatz und seine Mitstreiter mit der ElsterCon ein mehrtägiges Festival - in diesem Jahr bereits die 16. Ausgabe. "(N)Irgendwo (N)Irgendwann", das ist in diesem Jahr der Titel, und angesagt haben sich mit Emma Braslavsky oder Dietmar Dath, Martha Wells Jasper Fforde und Ben Aaronowitsch bekannte Namen der deutschen bzw. der internationalen S/F-Gemeinde.

S/F mit ihren Utopien und Dystopien wird ausdrücklich als Form der ambitionierten Literatur verstanden und vermittelt – und sie nimmt demzufolge auch teil an dem, was gerade in unserer Gesellschaft passiert. S/F-Autorinnen und Autoren werden bei der 16. ElsterCon nicht nur im Leipziger Haus des Buches aus ihren Büchern vorlesen, sie werden auch in Leipziger Schulen auftreten und in verschiedenen Vorträgen und Gesprächsrunden die Geschichte und die Wirkungsweisen der Science Fiction untersuchen.

Dietmar Dath und Jasper Fforde sind Gäste auf der ElsterCon

Dietmar Dath
Dietmar Dath Bildrechte: dpa

Mit Dietmar Dath etwa ist ein Autor zu Gast, der zu Deutschlands faszinierendsten Denkern zählt. In seinen Romanen, Sachbüchern oder Zeitungsartikeln verknüpft Dath Politik mit Popkultur, erzählt er von technischen Entwicklungen genauso wie von deutscher Geschichte. Ebenfalls nach Leipzig kommen Martha Wells, Jasper Fforde und Ben Aaronowitsch; alle drei bekannt für ihren kreativen Umgang mit den Möglichkeiten der Literatur und speziell der Science-Fiction: Film- und Computerspiel-Strategien sickern hier ebenso mit ein wie verschiedene Erzähltraditionen der gehobenen oder der Trash-Literatur.

Emma Braslavskys Vorlage für den Film "Ich bin dein Mensch"

Emma Braslavsky
Emma Braslavsky Bildrechte: Stefan Klüter/Suhrkamp Verlag

Und freuen können sich die Fans der Science-Fiction in diesem Jahr auch auf die gebürtige Erfurterin Emma Braslavsky, von der die literarische Vorlage für den Film "Ich bin dein Mensch" stammt. Der Film wurde als deutscher Kandidat für die Oscars 2022 ausgewählt. Braslavsky bewegt sich mit ihren Romanen und Kunstaktionen an der Nahtstelle von Literatur und Philosophie und wurde im Jahr 2021 mit dem Thüringer Literaturstipendium ausgezeichnet.

Begleitend zu den Lesungen und Vorträgen wird es im Literaturhaus einen Buchmarkt mit den Titeln der eingeladenen Gäste geben – die nach ihren Lesungen auch signieren werden. Das "(N)Irgendwo (N)Irgendwann", mit Klammer oder ohne gelesen, hat dann doch einen ganz konkreten Ort und eine konkrete Zeit: das Haus des Buches in Leipzig, vom 16. bis 18. September.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 15. September 2022 | 12:10 Uhr

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