Onlinekonzert aus Halle "Women in Jazz": Lisa Bassenge singt Songs von Joni Mitchell bis Billie Eilish

Das internationale Festival "Women in Jazz" hat gerade begonnen. Mit dabei ist auch die Berliner Musikerin Lisa Bassenge mit ihrem Band-Trio. Im Gepäck hat sie ihr aktuelles Album "Mothers", für das sie Songs von unterschiedlichen Musikerinnen bearbeitet hat, von Joni Mitchell bis hin zu Billie Eilish. Im Interview spricht sie über die Idee dahinter und ihren Umgang mit der Corona-Pandemie.

Musikerin Lisa Bassenge
Musikerin Lisa Bassenge in ihrem Element. In der Händelhalle in Halle an der Saale steht sie mit ihrem Trio am Montag, 10. Mai 2021, auf der Bühne. Das Konzert ist live online zu erleben. Bildrechte: dpa

MDR KULTUR: Welche Erfahrungen haben Sie als Musikerin und Sängerin denn mit Streaming-Konzerten gemacht, wie fühlt sich das an und welche Herausforderungen bringt es für Sie als Sängerin und Ihre Band mit sich?

Lisa Bassenge: Ich persönlich freue mich jetzt sehr auf das Konzert in der Händel-Halle um 19.30 Uhr, weil ich habe so lange schon nicht mehr mit meinem Trio musiziert und ich glaube, das ist einfach total schön, überhaupt wieder aufzutreten und zu spielen. Streaming ist natürlich immer so eine Sache – also man arbeitet da eben ohne sichtbares Publikum und Musik. Konzerte leben ja eigentlich auch von der Interaktion mit dem Publikum, von daher ist es immer ein bisschen schwierig in so einen schwarzen Saal hineinzuspielen auch ohne Applaus, aber ich würde mal sagen: besser als nix. Deswegen hoffe ich, dass sich viele Leute heute Abend dazuschalten.

Für Ihr aktuelles Album mit dem Titel "Mothers" haben Sie zwölf Songs von Songwriterinnen aus ganz unterschiedlichen zeitlichen Epochen bearbeitet, von den großen Ikonen Janis Ian und Joni Mitchell bis zur jüngsten Neuentdeckung der Generation Z, Billie Eilish. Was ist die gedankliche Klammer und was hat Sie auf die Idee für "Mothers" gebracht?

Die Idee für "Mothers" ist mir gekommen, weil ich gemerkt habe, dass weibliches Songwriting eigentlich in der allgemeinen Wahrnehmung immer noch ziemlich unterrepresäntiert ist. Man kriegt das gar nicht so mit, dass auch Frauen Songwriterinnen sind und es ist bis heute so, dass Musikerinnen doch auch eher unterrepresäntiert sind in der Musiklandschaft. Von daher wollte ich da einfach mal ein Licht drauf scheinen lassen und die Weiblichkeit in der Musik feiern.

Sie sind selbst Mutter, hat das die Titelauswahl oder überhaupt die Herangehensweise an die Musik beeinflusst oder sogar verändert?

Meine eigene Mutterschaft hat jetzt relativ wenig damit zu tun, würde ich mal sagen. Das Album heißt ja nicht "Mothers", weil da gebärende Menschen drauf vertreten sind, sondern weil da die Mütter der Popmusik drauf vertreten sind, also sozusagen eine Hommage an die komponierenden Frauen. Ich komponiere auch, von daher bin ich auch Mutter von einigen Werken oder Stücken und da würde ich mich eher einreihen.

Es heißt ja oft, dass Krisen uns zu größerer Kreativität befähigen oder zwingen. Ist das bei Ihnen auch so?

Ich weiß nicht genau, ob mich diese Krise jetzt zu mehr Kreativität beflügelt hat. Also, ich war erstmal damit sehr beschäftigt, die Krise selbst zu bewältigen und irgendwie zu gucken, wie es jetzt weitergehen soll für uns. Von daher glaube ich ja, ich habe schon angefangen, Sachen zu schreiben und so ein bisschen. Aber eigentlich war ich jetzt erstmal damit beschäftigt, das ganze Ding irgendwie verpackt zu kriegen.

Das Interview führte Musikredakteurin Heidi Eichenberg für MDR KULTUR.

Das Konzert im Livestream Das Konzert von Lisa Bassenge und ihrem Trio wird am Montagabend,10. Mai 2021, ab 19:30 Uhr live online gestreamt. Der Stream ist kostenlos.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Jazz-Lounge | 10. Mai 2021 | 19:35 Uhr

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