Nachwuchswettbewerb Musikwettbewerb "Local Heroes": deutschlandweite Talentschmiede aus der Altmark

Das Projekt "Local Heroes" fördert seit über 20 Jahren von Salzwedel aus den bundesweiten Musiknachwuchs. Was als lokaler Wettbewerb in der Altmark begann, ist mittlerweile Deutschlands größte nicht kommerzielle Talenteschmiede. Das diesjährige Bundesfinale wird im Dezember als Musiksendung im Internet, TV und Kinos ausgestrahlt. Auch Rock- und Indie-Bands aus Freiberg, Halle und Erfurt sind im Rennen um den Newcomer-Musikpreis, der von Julia Wartmann organisiert wird.

Ein Mikrofon
Die "Local Heroes"-Bundesfinalshow wird am 13. Dezember unter anderem in zehn Kinos in den Heimatstädten der Bands ausgestrahlt.  Bildrechte: Colourbox.de

Sie ist Kulturschaffende, Nachwuchsförderin und organisiert einen der größten Bandwettbewerbe Deutschlands: Julia Wartmann. Mit dem "Local Heroes"-Musikwettbewerb musste die junge Frau 2020 neue Wege gehen. Denn noch immer ist in Zeiten von Corona Improvisationstalent gefragt, sagt sie. Letztes Jahr wurde das Bundesfinale des Festivals in Magdeburg deswegen als Musiksendung aufgezeichnet. "Es war eine super kreative Festival-Atmosphäre", erinnert sich Wartmann.

Kinos zeigen Wettbewerbsfinale aus Salzwedel

Ihr Motto: Not mache eben erfinderisch und könne auch zu Innovationen führen. Die "Insel der Jugend" in Magdeburg wurde im vergangenen Jahr zur digitalen Bühne des Bandwettbewerbs - schon damals ohne Live-Publikum. In diesem Jahr kehrt "Local Heroes" zurück zu den Wurzeln nach Salzwedel. Die Variante einer Voraufzeichnung bleibt aber auch 2021 erhalten.

Verlassene Holzgerüste, Statuen und Sitzgelegenheiten auf dem Außengelände des leeren Magdeburger Clubs "Insel der Jugend"
Ein Club in Magdeburg war 2020 die digitale Bühne des Wettbewerbs. Bildrechte: Leonard Schubert

"Wir haben das Format im Prinzip wiederholt. Das heißt eine ungefähr 100-minütige Musiksendung gedreht, die besteht aus Live-Performances, aus Interviews", erklärt Wartmann. Dieses Jahr wurde im Club Hanseat in Salzwedel gedreht: "Also zuhause, ein Heimspiel sozusagen. Und ja, es ist mittlerweile abgedreht und befindet sich jetzt im Schnitt".

Live-Perfomances, Konzerte und Interviews

Im Dezember soll das diesjährige Finale online gezeigt werden, freut sich die Chefin von Local Heroes auf das Ergebnis. "Auch dieses Jahr waren uns die Umstände einfach zu unsicher. Die Pandemielage war nicht so richtig klar, um so ein großes Format auf die Beine zu stellen", erklärt sie. Außerdem sei das Feedback zum letzten Finale extrem gut gewesen: "Deswegen haben wir frühzeitig entschieden: wir wiederholen das." Der Link zum Online-Finale wird im Dezember auf der Website des Vereins veröffentlicht.

Die aufgezeichneten Bands aus ganz Deutschland werden 2021 erstmals auf großer Leinwand gezeigt. Ausgewählte Kinos - vor allem in den Heimatorten der Bands - sollen das Finale mit Interviews und der Präsentation der Songs ebenfalls im Dezember zeigen.

Diese 10 Bands sind im "Local Heroes"-Finale

  • Baden-Württemberg: NEON DIAMOND (Neonpop-Band aus Ravensburg)
  • Berlin: Merely Minds (Pop-Rock-Band aus der Hauptstadt)
  • Brandenburg: Helio (Rock-Band aus Wriezen)
  • Mecklenburg-Vorpommern: Tini Thern (Indie-Pop-Folk-Sängerin aus Arpshagen)
  • Niedersachsen: OS (HipHop- & Pop-Duo aus Schwarme)
  • Rheinland-Pfalz: Sinu (Alternative Indiefolk-Band aus Mainz)
  • Sachsen: Stojanov & the Syndicate (Classic-/Blues-/Funkrock-Band aus Freiberg)
  • Sachsen-Anhalt: Reiche Söhne (Indiepop/-rock aus Halle/Saale)
  • Schleswig-Holstein: Arrested (Pop-, Rock- & Funk-Crossoverband aus Lübeck)
  • Thüringen: MALUS (Alternative-Rock-Band aus Erfurt)

Das SPUTNIK Konzert mit Dissy, Reiche Söhne, Lot, Genija und Ria!
Sachsen-Anhalt wird in dem Musikwettbewerb von der Band "Reiche Söhne" aus Halle vertreten. Bildrechte: MDR SPUTNIK / Joachim Blobel

Digitale Produktion wird immer professioneller

Die Vorbereitungen im Heimatort von "Local Heroes" in Salzwedel laufen bereits. Bei "Aktion Musik", dem Trägerverein des Wettbewerbs, wird aktuell am guten Ton gearbeitet. Damit soll nicht nur das Bundesfinale akustisch beim Publikum Eindruck hinterlassen. Die Aufnahmen sind vor allem für die Bands Zeugnisse ihrer Schaffenskraft, weiß Michael Schulze, der die vielen Tonspuren bearbeitet: "Wir wollten die Bands so gut wie möglich einfangen und ihnen halt auch beim Spielen das bestmögliche Gefühl geben." Jede Band konnte vier Takes spielen und sich danach den besten aussuchen, so Schulze.

Musiker beim Auftritt auf einer Bühne.
Beim Bundesfinale 2019 sind die Bands noch vor Publikum aufgetreten. Bildrechte: MDR/Alexander Klos

Ein Prozess, der auch für Ferdinand Günther spannend ist. Ferdinand ist in seinem Freiwilligen Kulturellen Jahr nah am Geschehen dran und begleitet die digitale Produktion des Wettbewerbs. Ein bisschen vermisst er aber die Konzerte vor Publikum: "Also ich finde, dass sowohl die digitale als auch die Konzert-Variante ihre positiven Seiten hat. Und eine Mischung wäre vielleicht eine coole Idee für die nächsten Jahre."

Musikalischer Nachwuchs soll gefördert werden

An einer hybriden Wettbewerbsausgabe arbeitet Julia Wartmann - immer mit Blick auf den musikalischen Nachwuchs. Ihr Team schaue darauf, was die Bands brauchen, um weiterzukommen: "Und wenn ein Studioaufenthalt hilft, dann natürlich liebend gern bei uns, weil es für uns superschön ist, Kontakt zu allen Musikerinnen und Musikern zu halten."

Wartmann und ihr Team machen weiter - mit und für den musikalischen Nachwuchs in Deutschland. Der Verein "Aktion Musik" in Salzwedel setzt dabei aber auch noch andere Ideen um. Beim Projekt "BahnhofBeats" ist der Verein mit Bands in Bahnhöfe in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gegangen, haben dort Sounds aufgenommen und die Bands haben daraus einen Song geschrieben. "Das waren wunderschöne Projekte, die vielleicht so nicht passiert wären, hätten wir nicht diese Corona-bedingte Stille dann auch genutzt", fasst Julia Wartmann zusammen.

Mehr zum musikalischen Nachwuchs

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 15. Oktober 2021 | 18:20 Uhr