Führungswechsel 2024 Semperoper Dresden: Nora Schmid wird Intendantin

Nora Schmid, Intendantin Opernhaus Graz, 2013 5 min
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Die Grazer Opernintendantin Nora Schmid wechselt 2024 an die Semperope und löst Peter Theiler ab, dessen Vertrag ausläuft. Landeskorrespondentin Birgit Fritz erklärt die Hintergründe und stellt die neue Chefin vor.

MDR KULTUR - Das Radio Di 08.06.2021 15:30Uhr 05:14 min

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Die gebürtige Schweizerin Nora Schmid wird ab der Spielzeit 2024/25 Intendantin der Semperoper Dresden. Wie Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch am Dienstag mitteilte, folgt die derzeitige Intendantin der Oper Graz dann auf den Dresdner Amtsinhaber Peter Theiler. Der Vertrag des 65-Jährigen endet in drei Jahren. Für Schmid ist es eine Rückkehr nach Dresden: Sie war 2010/2011 Chefdramaturgin an der Semperoper unter der damaligen Intendantin Ulrike Hessler. Nach deren Tod 2012 gehörte Schmid der geschäftsführenden Interims-Intendanz an. 2024 wird sie nach Hessler die zweite Frau an der Spitze des renommierten Opernhauses.

Klepsch bezeichnete Schmid als Intendantin einer neuen Generation. Die CDU-Politikerin lobte Schmids Motivation zur künstlerischen Exzellenz, ihre Begeisterung für die Oper als gesellschaftlich relevantem Ort, ihre kommunikative Stärke und ihren zeitgemäßen Führungsanspruch. Das mache sie zu einer "profilierten, überzeugenden und gefragten Intendantin".

Nora Schmid, Intendantin Opernhaus Graz, 2013 7 min
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MDR KULTUR - Das Radio Mi 09.06.2021 06:00Uhr 07:22 min

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Nora Schmid, Intendantin Opernhaus Graz, 2013 7 min
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Ein bekanntes Gesicht in Dresden

Schmid wurde 1978 in Bern geboren. Sie studierte Musikwissenschaft und Betriebswirtschaft und ließ sich im Bereich Gesang ausbilden. Sie arbeitete sowohl im Bereich Marketing an der Staatsoper unter den Linden in Berlin als auch als Dramaturgin, etwa am Theater in Wien.

Bereits am Dienstagmorgen hatte der Kulturreferent der Stadt Graz, Günter Riegler, Schmid bei Twitter zu ihrem Wechsel nach Dresden gratuliert.

Führungswechsel aus politischen Gründen?

Vor wenigen Wochen hatte das sächsische Kulturministerium bekanntgegeben, dass die Verträge des Intendanten Peter Theiler und des Chefdirigenten Christian Thielemann 2024 auslaufen sollen. Beide Verträge wurden im Mai nur um ein Jahr verlängert, üblich seien zwei bis vier Jahre, erklärte MDR KULTUR-Musikexperte Michael Ernst im Interview. Angesichts vorangegangener Unstimmigkeiten zwischen Theiler und Thielemann über den Umgang mit den Corona-Maßnahmen ist es laut Ernst denkbar, dass die Entscheidung eine politische sei: "Diese Konflikte, die will sich die Staatsregierung natürlich vom Halse schaffen in Zukunft."

Kulturministerium wünscht sich jüngere Ausrichtung

Dem Kulturministerium als Arbeitgeber und Personalverantwortlichen ist es Klepsch zufolge wichtig, dass sich das Dresdner Operntheater neu aufstelle, hieß es bei der Bekanntgabe der geplanten Führungswechsel. Als Slogan gab das Kulturministerium "Perspektive Semper 2030" vor: Junge Besucherinnen und Besucher sollen begeistert, digitale Angebote ausgebaut werden.

Mehr über die Semperoper Dresden

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur Kompakt | 08. Juni 2021 | 12:30 Uhr

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