Internationales Jazz-Festival Halle: "Women in Jazz"-Festival startet digital und international

Das diesjährige "Women in Jazz"-Festival in Halle lässt sich ab Samstag kostenlos im Livestream erleben. Das teilte Festivalleiter Ulf Herden im Gespräch mit MDR KULTUR mit. Nachdem Jazz-Ikone Uschi Brüning bereits am vergangenen Wochenende in der Pauluskirche in Halle das Auftaktkonzert gegeben hatte, geht es nun am Samstag, 8. Mai, richtig los. Bis zum 15. Mai stehen dann unter anderem Konzerte von Jazz-Newcomern aus aller Welt und ein besonderes Angebot für das junge Publikum aus der Region auf dem Programm.

Ulf Herden, Leiter des Festivals "Women in Jazz", im Studio von MDR FIGARO 8 min
Bildrechte: MDR/Robert Kühne

Vom Modellprojekt zurück zum Livestream-Festival

Ursprünglich hätte das "Women in Jazz" Festival in Halle als Modellprojekt des Landes Sachsen-Anhalt mit Publikum am 30. April starten sollen. Trotz ausgefeiltem Hygienekonzept kam vor knapp drei Wochen dann die Absage durch die Stadt – zumindest für die Durchführung des Festivals im klassischen Format als Live-Musik-Veranstaltung. Vom gescheiterten Modellprojekt ließ sich Herden jedoch nicht entmutigen: kurzum verlegte er das Programm vom 8. bis zum 15. Mai in die digitale Welt mit rund einem Dutzend kostenlosen Konzerten von Jazz-Künstlerinnen aus aller Welt.

Künstlerinnen aus Polen, Brasilien und Israel

Anna Maria Jopek
Anna Maria Jopek arbeitete bereits mit Weltstars wie Pat Metheny, Bobby McFerrin, Branford Marsalis, Nigel Kennedy, Richard Bona, Makoto Ozone und Sting zusammen. Bildrechte: imago/Eastnews

Obwohl die zum "Women in Jazz"-Festival ursprünglich geladenen Künstlerinnen in diesem Jahr auf Publikum verzichten müssen, sind viele von ihnen dennoch der Einladung von Herden in die Händel-Halle gefolgt. Dazu zählt unter anderen die Swing-Band The Swingin‘ Hermlins mit Sängerin Rachel Hermlin und den Solisten Jack Latimer und David Hermlin, deren Auftritt am 8. Mai live übertragen wird.

Ein weiteres Highlight des diesjährigen Programms ist außerdem das Konzert von Marta Wajdzik: Die 2001 in Polen geborene Saxophonistin zählt zu den jüngsten in der Jazz-Branche und spielt am 13. Mai um 19:30 Uhr in der Händel-Halle. Ebenfalls aus Polen: Die Musikerin Anna Maria Jopek, die am 15. Mai um 20 Uhr im Livestream und live bei MDR KULTUR zu hören sein wird und aktuell als eine der wichtigsten Jazz-Stimmen Europas gilt.

Mit dabei sind außerdem die Sängerin und Echo-Preisträgerin Caro Josée, die Leipziger Künstlerin June Cocó und die beiden Gewinnerinnen des Wettbewerbs "Next Generation virtuell" aus dem letzten Jahr: die franco-deutsche Sängerin Nora Benamara und Izabella Effenberg. Trotz der Corona-Pandemie ist das Festivalprogramm auch in diesem Jahr mit der Brasilianerin Viviane de Farias und der israelischen Künstlerin Reut Regev über die Grenzen Europas hinaus international aufgestellt.

Programm für Jazz-Nachwuchs

Neben einem Dutzend Konzerten gibt es im diesjährigen Festivalprogramm noch eine Besonderheit für den Jazz-Nachwuchs aus der Region: Unter dem Motto "Jazz Girls Day" findet am 13. Mai ab 10 Uhr ein eintägiger Workshop für die in und um Halle ansässige junge, weibliche Jazzszene statt.

Außenansicht der Händelhalle.
Das 16. Festival "Women in Jazz" kann corona-bedingt nur als Streaming–Festival stattfinden. Dennoch sind viele Künstlerinnen in die Händel Halle gekommen. Bildrechte: Händelhalle Betriebsgesellschaft mbH

Wettbewerb: Next generation virtuell Noch bis zum 13. Mai kann beim diesjährigen Wettbewerb für junge Jazzmusikerinnen im Netz abgestimmt werden. Rund 6.500 Stimmen seien bereits abgegeben worden, verriet Festivalleiter Ulf Herden. Am 15. Mai wird die Gewinnerin gekürt, die dann im nächsten Jahr bei der 17. Auflage des "Women in Jazz"-Festivals in Halle auftritt – dann hoffentlich wieder vor Publikum.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 06. Mai 2021 | 08:40 Uhr

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