Absage des Modellprojekts Halle: "Women in Jazz"-Festival 2021 doch ohne Publikum

Uschi Brüning
Trotz Absage: Jazz-Ikone Uschi Brüning gibt dennoch ein Konzert. Bildrechte: IMAGO / Andreas Weihs

Das 16. Festival "Women in Jazz" ist Corona-bedingt als Live-Musik-Festival abgesagt worden. Die Konzerte finden nun ohne Publikum als Streaming-Angebot im Netz statt. Wie Festivalleiter Ulf Herden am Freitag mitteilte, war das Jazzfestival ursprünglich als Modellprojekt in Halle beantragt worden, konnte als solches im Hinblick auf das gegenwärtige Infektionsgeschehen jedoch letztlich nicht von der Stadt genehmigt werden.

Eine bittere Entscheidung

Das Festival in seiner gewohnten Form im zweiten Jahr in Folge absagen zu müssen, sei für Festivalleiter Ulf Herden eine bittere Entscheidung und doch einzige Option gewesen, sagte er MDR KULTUR.

Die Ungewissheit, die seit nun mehr dreizehn Monaten die Veranstaltungswirtschaft erlebt, lässt eine Verlegung des Festivals als wenig sinnvoll erscheinen.

Ulf Herden, Festivalleiter "Women in Jazz"
Ulf Herden, Leiter des Festivals "Women in Jazz", im Studio von MDR FIGARO
Festivalleiter Ulf Herden Bildrechte: MDR/Robert Kühne

Auch das Vertrauen in die Politik, eine verlässliche Perspektive für die Veranstaltungswirtschaft zu entwickeln, schwinde mit der erneuten Absage des "Women in Jazz"-Festivals, so Herden: "Die ungeheure positive Energie, die viele Festival- und Konzertveranstalter, auch unter Corona-Bedingungen aufgewendet haben, ihrem Publikum kulturelle Angebote zu unterbreiten, verpufft scheinbar nutz- und ergebnislos."

Digitales Ersatzprogramm ab 30. April

Damit die ursprüngliche Festivalwoche nicht ohne Jazzmusik verstreicht, hat das Festival die nationalen und internationalen Künstlerinnen und Künstler trotzdem nach Halle, in den Saalekreis und nach Magdeburg eingeladen. Ulf Herdens Ziel ist es, wie schon im letzten Jahr, die Konzerte live oder als Aufzeichnung über Streaming für das Jazzpublikum kostenfrei erlebbar zu machen. Bereits ein Großteil der Musizierenden sei dieser Einladung gefolgt, so Herden. Unter anderen die Jazz-Ikone Uschi Brüning, die am 30. April ein Konzert in Merseburg gibt. Desweiteren haben Monika Herzig, Marta Waidzik und Anna Maria Jopek ihre Konzerte für Halle bereits zugesagt. Auch seitens der britischen Künstlerin Sona Jobarteh gebe es, laut Festivalleitung, die Bereitschaft nach Halle zu kommen.

Ungeachtet der Absage des diesjährigen "Women in Jazz"-Festivals kann noch bis zum 13. Mai über die Teilnehmerinnen der 17. Edition des Festivals im nächsten Jahr abgestimmt werden.

Der Prozess der Rückzahlung bereits gebuchter Tickets sei laut Festivalleitung bereits in die Wege geleitet worden.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur Kompakt | 16. April 2021 | 15:30 Uhr

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