Spielzeit 2022/23 DNT Weimar setzt in neuer Spielzeit auf "Riskante Träume" und gesellschaftliche Brückenschläge

"Riskante Träume" heißt es am Deutschen Nationaltheater Weimar (DNT) in der kommenden Spielzeit. Insgesamt 16 Neuinszenierungen im Musiktheater und Schauspiel sind ab dem 3. September geplant. Die Stücke nehmen dabei auch auf aktuelle Krisen Bezug und wollen auch im Kontext des Ukraine-Krieges Brücken schlagen.

Das Goethe-Schiller-Denkmal vor dem Deutschen Nationaltheater DNT auf dem Theaterplatz in Weimar.
Die neue Spielzeit am DNT Weimar beginnt am 3. September 2022 mit einer Uraufführung im E-Werk. Bildrechte: imago images/Jacob Schröter

Das Deutsche Nationaltheater Weimar (DNT) stellt die Spielzeit 2022/23 unter das Motto "Riskante Träume". Insgesamt seien 16 Neuinszenierungen im Musiktheater und Schauspiel geplant, wie Generalintendant Hasko Weber auf der Pressekonferenz in Weimar am Dienstag bekannt gab.

Nach einer "Akrobatik der Problembewältigung" durch coronabedingte Ausfälle befinde sich das Theater nun auf einer Schwelle. Deswegen sei "Riskante Träume" das neue Spielzeit-Motto: "Alles, was wir inhaltlich zu vertreten haben, vertreten wollen, wo wir künstlerisch hinwollen, soll in den Plan für die nächste Spielzeit rein", so der Intendant.

Beliebte Stücke von Bulgakow bis Dürrenmatt zu sehen

Beate Seidel
Chefdramaturgin Beate Seidel freut sich besonders über Dürrenmatt im neuen Spielplan. Bildrechte: Sebastian Kowski

Neu auf dem Spielplan stehen unter anderem die italienische Komödie "Der Diener zweier Herren" und "Die Nibelungen". Mit "Der Besuch der alten Dame" von Dürrenmatt werde eine Geschichte inszeniert, die in Weimar eine lange Geschichte habe und sich mit der Verschiebung von Grundsätzen und Moral befasse, sagte Chefdramaturgin Beate Seidel bei der Pressekonferenz. Dürrenmatt sei zudem immer wieder vom Publikum gewünscht worden.

Die erste große Schauspiel-Premiere im Großen Haus wird "Der Meister und Margarita" nach Michail Bulgakow sein. Zwar sei es heute "nicht mehr so ganz ohne", sich mit russichen und sowjetischen Autoren auseinanderzusetzen, so Chefdramaturgin Beate Seidel. Das Haus sei sich jedoch einig, "dass absolut wichtig ist, dass wir diese Art von Brückenschlägen nach wie vor in der Gesellschaft versuchen."

DNT Weimar reagiert auf Krisen und Ukraine-Krieg

Intendant Hasko Weber sagte MDR KULTUR, angesichts der derzeitigen Krisen sei man am Weimarer Nationaltheater "aussagefähig" und nannte als Beispiel "Die Nibelungen". In dem Stück gebe es "einen großen Traum von Brunhild, der mit der Weltherrschaft zu tun hat und dann nicht zustande kommt", so Weber. "Wir haben versucht, mit dieser Begrifflichkeit etwas Gebrochenes, Doppeldeutiges zu formulieren, was sich dann im Spielplan findet."

In der laufenden Spielzeit sei bereits bei manchen Stücken eine Relevanz entstanden, die man so gar nicht vor Augen hatte, gab Weber zudem mit Blick auf den andauernden Krieg in der Ukraine an.  

Hasko Weber, 2017, auf dem Balkon des Deutschen Nationaltheater in Weimar 11 min
Bildrechte: dpa

Nationaltheater nutzt Spielstätten wie das E-Werk

Die neue Spielzeit am Deutschen Nationaltheater beginnt am 3. September mit der Uraufführung eines neuen Musiktheaterwerks im E-Werk. Geplant sind außerdem Inszenierungen von den Opern "Ariadne auf Naxos" und "I Capuleti E I Montecchi" sowie insgesamt zehn Sinfoniekonzerte. Auch das in der aktuellen Spielzeit gestartete Musiktheaterfestival "Passion: Spiel" soll laut Operndirektorin Andrea Moses fortgesetzt werden.

Mit "Samson" stehe eine Uraufführung des Musikdramas, das Joachim Raff vor über 160 Jahren komponiert hat, in der Regie des spanischen Regisseurs Calixto Bieito auf dem Programm. "Eine Geschichte über Vertrauen und Misstrauen", so Operndirektorin Andrea Moses. Abgeschlossen wird die Spielzeit 2022/23 mit einer Open Air Konzertnacht "Frank Sinatras Greatest Hits" im Weimarhallenpark.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kulturnachrichten | 19. April 2022 | 16:30 Uhr

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