Saisonpräsentation 2021/2022 Festspielhaus Hellerau startet mit Tanz-Festival in die neue Spielzeit

Das Europäische Zentrum der Künste im Dresdner Festspielhaus Hellerau hat am Mittwoch seine Pläne für die kommende Spielzeit ab dem 12. September 2021 vorgestellt. Intendantin Carena Schlewitt präsentierte das Programm, das neben zeitgenössischem Tanz vor allem Konzerte und Performances bietet. Man wolle im Festspielhaus den Corona-Krisenmodus hinter sich lassen und plane optimistisch für die kommenden Monate.

Große Eröffnung mit Festival "Dancing About"

Die Saison in Hellerau wird im September mit einem Spielzeitfest zum Tag des offenen Denkmals eröffnet. Neben Führungen bekomme man am 12. September in verschiedenen Räumen des Hauses Einblicke in die Probenarbeiten.

Vom 22. September bis 3. Oktober folgt das Festival "Dancing About", bei dem zehn Premieren von Künstlerinnen und Choreografen aus Sachsen präsentiert werden. Darüber hinaus finden zwei Partys, zahlreiche Publikumsgespräche, Open Studios, Diskussionen und Workshops statt.

Im Oktober folgt das nächste Festival: Mit "Hybrid" will das Festspielhaus vom 22. bis 31. Oktober eine neue internationale Plattform für digitale Künstle etablieren. Im Mittelpunkt stehen interaktive Installationen, partizipative Theater- und Musikperformances sowie Game-Formate.

Internationale Tanzgastspiele in Hellerau

Außerdem sind zahlreiche nationale und internationale Tanzgastspiele geplant. Im November zeigt die Akram Khan Company im Festspielhaus eine Produktion für Kinder und Familien. Im April nächsten Jahres wird die renommierte israelische Choreografin Sharon Eyal den letzten Teil ihrer Trilogie zur Liebe vorstellen. Im Juni erwarte das Publikum "The Sacrifice" der südafrikanischen Tänzerin Dada Masilo.

Der Schwerpunkt des Musikprogramms liegt auf den 30. Dresdner Tagen der zeitgenössischen Musik. Im Rahmen von "Tonlagen" werden im November 2021 und Februar 2022 zahlreiche Uraufführungen, Symposien und Diskussionen zum Thema Neues Musiktheater geboten. Ein musikalischen Highlight 2022 wird der Auftritt der Pianistinnen Katia und Marielle Labèque, die im Juni die Klavierfassung der Oper "Les Enfants Terribles" von Philipp Glass spielen.

Kein Plan B für weiteren Lockdown

Intendantin Carena Schlewitt sagte bei der Präsentation der neuen Spielzeit, dass es keinen Plan B für einen weiteren Lockdown gebe. Aktuell beschäftige man sich noch mit der Frage, wie man das Publikum wieder zurück ins Festspielhaus bekomme.

Was sich durch die Pandemie geändert hat, ist die Art und Weise des Denkens, wie wir an die künstlerischen Prozesse herangehen - dass wir die von Anfang an integrieren wollen in unsere Planung.

Intendantin Carena Schlewitt

Bei der Pressekonferenz anwesend war auch Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch. Diese betonte, dass Kultureinrichtungen wie Hellerau die Aufgabe hätten, als Orte des Disputes Menschen zusammenzubringen.

Weiterhin die freie Szene unterstützen

In der monatelangen Schließzeit habe sich das Festspielhaus bemüht, der freien Szene zu helfen, indem man Aufführungen im Internet oder die Möglichkeit für Proben angeboten habe, erklärte die Intendantin. Außerdem habe man versucht, die Kommunikation mit Künstlerinnen und Künstlern im In- und Ausland nicht abreißen zu lassen.

Das Festspielhaus wurde 1911 als Bildungsanstalt für Rhythmus nach den Visionen des Wegbereiters der modernen Architektur Heinrich Tessenow und des Musikpädagogen Émile Jaques-Dalcroze erbaut. Heute agiert Hellerau als interdisziplinäres und internationales Zentrum für Tanz, Performance, Musik, Theater und Medienkunst. 

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur Kompakt | 14. Juli 2021 | 16:30 Uhr

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