Neuer Intendant Oper Leipzig stellt Spielzeit 2022/23 vor: Neue Ansätze und mehr Offenheit

Sechs Personen in dunkler Kleidung stehen vor einem Aufbau mit Bühnentechnik.
Ein Ziel war es auch an der Leipziger Oper mehr Frauen in Leitungspositionen zu bringen. Bildrechte: Tom Schulze

Im Malsaal der Leipziger Oper hat der designierte Intendant, Tobias Wolff, gemeinsam mit seinem Team die Pläne für seine erste Spielzeit vorgestellt. In Zukunft soll die Leistung der Werkstätten weiter in den Vordergrund gerückt werden. Außerdem will er in seiner Ägide unter anderem Nachhaltigkeit und Digitalisierung ins Zentrum stellen. Es soll um die Frage gehen, wie Oper im Jetzt und in der Zukunft zu definieren sei.

In diesem Sinne will die Oper Leipzig mit Optimismus und Zuversicht in die neue Spielzeit starten, zum einen mit dem schon etablierten Opernball und zum anderen mit einem Festival auf dem Leipziger Augustusplatz, bei dem auch zahlreiche Jugendliche mitwirken und mit dem neuen Publikum gewonnen werden soll.

Bekannte Namen und neue Klänge

Auf dem Plan für die Oper stehen auch viele bekannte Werke wie Verdis "Otello". Mozarts "Don Giovanni" soll am Haus neu inszeniert werden. Mit "Giulio Cesare in Egitto" knüpft Tobias Wolff an seine Vergangenheit als Leiter der Internationalen Händel-Festspiele Göttingen an. Die Produktion wird – im Sinne der Nachhaltigkeit – auch an mehreren Häusern in Frankreich gezeigt. Der moderne Klassiker "Peter Grimes" von Benjamin Britten wird zum ersten Mal in Leipzig gezeigt. Die erste Premiere feiert einen bekannten Komponisten aus Leipzig: Albert Lortzings "Undine" wird die Saison eröffnen. Diese Premiere führt auch auf ein großes Lortzing-Festival im Jahr 2026 hin.

Blick auf das Leipziger Opernhaus
Die Oper Leipzig will noch mehr Menschen aus der Stadt anlocken. Bildrechte: Olaf Parusel/MDR

Das Leipziger Ballett wird auch in Zukunft vom Choreografen Mario Schröder geleitet. Seine erste Produktion setzt sich mit der französischen Tanztheater-Legende Maguy Marin Reverenz auseinander. Die Produktion bildet gleichzeitig den Abschluss des Festivals euro-scene, mit dem das Leipziger Ballett zum ersten Mal kooperiert. Die beliebte Geschichte "Der kleine Prinz" nach Antoine de Saint-Exupéry wird vertanzt. Für den Ballettabend "Fusion" arbeitet die Compagnie mit dem Vokalkünstler Harry Jeff alias Reeps100 zusammen und will so einen neuen Sound finden.

Auch die Musikalische Komödie setzt seine Arbeit nahtlos unter der Leitung von Torsten Rose fort. Noch vor Lortzings "Undine" feiert die "Dollarprinzessin" Premiere und würdigt dessen Komponisten Leo Fall, der in diesem Jahre seinen 150. Geburtstag feiern würde. Mit "Das Veilchen vom Montmartre" setzt das Spezial-Haus seinen Zyklus mit Werken von Emmerich Kálmán fort. Außerdem ist eine Neuproduktion von "Anatvka" sowie eine Winterrevue geplant.

Der neue Zuschauerraum der Musikalischen Komödie in Leipzig nach der Wiedereröffnung im April 2021.
Die Musikalische Komödie wurde jünst renoviert und hat einen neuen Saal. Bildrechte: Tom Schulze

Oper Leipzig will sich öffnen

Gerade Opern gelten als schwer zugängliche Kulturtempel. Die neue Leitung in Leipzig will das aufbrechen und sich mit der neuen Sparte "360°" für alle Teile der Stadtgesellschaft öffnen. Neben dem Open Air im September sind die Jugendprojekte "Stadtteiloper" und "Future: NOW!" geplant.

Dazu gehören aber auch weiterhin Musiktheaterproduktionen für Kinder, verschiedene Spielclubs für Laien und Amateure sowie Formate für den Austausch wie "Venus-Nächte" oder "Quick & Dirty" an der Musikalischen Komödie. Es sollen auch die Produktionen der anderen Sparten begleitet werden: So sollen einzelne Vorstellungen (nach dem Vorbild des Schauspiels Leipzig) mit Audiodeskription begleitet werden.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 24. März 2022 | 13:30 Uhr

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