Corona und Theater Sachsen: Kulturministerin Klepsch wirbt mit Theaterintendanten fürs Impfen

In Sachsen werben die Theaterintendanten des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters Bautzen, des Kabaretts Herkuleskeule in Dresden und des Mittelsächsischen Theaters Freiberg/Döbeln mit Kulturministerin Klepsch für Solidarität in der Corona-Pandemie. In einer gemeinsamen Erklärung rufen sie auch dazu auf, sich impfen zu lassen.

Phillip Schaller, Lutz Hillmann, Barbara Klepsch und Ralf-Peter Schulze
Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch und die Theaterintendanten Phillip Schaller, Lutz Hillmann und Ralf-Peter Schulze (von links) haben in einer gemeinsamen Erklärung zu Corona-Impfungen aufgerufen und für Solidarität geworben. Bildrechte: imago/Andreas Weihs, imago images/Steffen Unger, Staatsministerium/Christian Hüller, Jörg Metzner

Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch hat zusammen mit Theaterintendanten aus Bautzen, Freiberg/Döbeln und Dresden für Corona-Impfungen und mehr Solidarität in der Pandemie geworben. Dazu veröffentlichte sie am Donnerstag eine gemeinsame Erklärung. Unterzeichnet haben das Papier neben Klepsch der Intendant des Mittelsächsischen Theaters Freiberg/Döbeln, Ralf-Peter Schulze, der Intendant des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters Bautzen, Lutz Hillmann und Philipp Schaller, künstlerischer Leiter des Kabaretts Herkuleskeule in Dresden.

Lutz Hillmann
Lutz Hillmann, Intendant des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters Bautzen Bildrechte: imago images/Steffen Unger

In der Erklärung heißt es, man brauche keine Corona-Spaziergänge und Impfverweigerung, keine rechten Parolen und Verschwörungstheorien. Nötig seien Empathie, Solidarität und Menschlichkeit. Um eine weitere Verschärfung der Corona-Krise zu verhindern, müssten Kontakte beschränkt werden. Zugleich enthält die Erklärung einen direkten Aufruf, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen, denn der Zusammenhang zwischen niedriger Impfquote und hoher Anzahl schwerer Erkrankungen sei offensichtlich:

Impfen reduziert die Verbreitung und das Risiko schwerer Erkrankung. Lassen Sie sich impfen – für sich und andere – dann können auch wir wieder unsere Rolle spielen. Und das wollen wir!

Aus der gemeinsamen Erklärung von Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch und den Theaterintendanten in Dresden, Bautzen und Freiberg/Döbeln

Theater als Orte des Zusammentreffens und der Empathie

Hillmann sagte MDR KULTUR, Theater seien nicht nur kulturelle und künstlerische Zentren, sondern Orte, an denen Bürger sich versammeln und artikulieren könnten. Das Theater sei "eine Schule der Empathie. Weil das, was wir auf der Bühne durchspielen, braucht Empathie", so Hillmann. "Das, was wir gegenwärtig brauchen, ist Empathie." Dass die Theater gerade jetzt geschlossen seien, sei ein Dilemma.

Weiter erklärte Hillmann, Theater müssten "eine klare Meinung vertreten. Ohne eine klare Meinung wird das Theater konturlos und auch unwichtig für die  Zukunft." Dennoch dürfe man nicht vergessen, "dass es natürlich Kunst ist, was wir machen, und keine politische Instanz."

Solidarität mit Kranken und Beschäftigten im Gesundheitswesen

Der künstlerische Leiter der Dresdner Herkuleskeule, Schaller, sagte MDR KULTUR, die Erklärung sei ein Balanceakt: "Wir kritisieren Menschen, die erstmal nur ihr Recht auf Demonstration und Widerspruch wahrnehmen." Die Begrenzung solcher Zusammenkünfte in Sachsen auf zehn Teilnehmer finde er "grundfalsch". Allerdings müsse man keinem Politiker vertrauen, um zu erkennen, dass jetzt diejenigen Empathie benötigten, die derzeit krank seien, auf verschobene Operationen warteten oder in einem vollkommen überlasteten Gesundheitssystem arbeiteten. Es sei für ihn nicht nachvollziehbar, warum man dann auf die Straße gehe und "dumpf grundsätzlich alle Maßnahmen ablehnt".

Kulturministerin Klepsch teilte mit, mit der Erklärung wolle man auch auf die prekäre Lage der Kulturschaffenden in Sachsen aufmerksam machen: "Es ist bitter, dass neben dem Tourismus erneut vor allem die Kultureinrichtungen wie die Theater in Sachsen unter den Einschnitten durch die Pandemie leiden müssen." Es sei wichtig, den so genannten Corona-Spaziergängen etwas entgegenzusetzen, so Klepsch: "Das Bild von Sachsen leidet unter der lauten Minderheit."

Mehr zu den Corona-Protesten und den Gegeninitiativen

Menschen sitzen auf einer Bühne und werden gefilmt. 8 min
Bildrechte: Deutsch-Sorbisches Volkstheater Bautzen

Mehr über die Kulturszene in der Corona-Krise

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 23. Dezember 2021 | 08:40 Uhr

Abonnieren