Ziergehölz Ilex: Mit Stechpalmen durch den Winter

Die Gattung Ilex hat weltweit mehr als 400 Arten zu bieten. Bei uns erlebt das Ziergehölz derzeit eine Renaissance als festliche Dekoration. Auch im Garten lässt sich die Stechpalme vielseitig einsetzen. Das robuste Gewächs gibt es nicht nur mit panaschierten, sondern auch mit löffelförmigen Blättern.

Einige Triebe der Pflanze Ilex meserveae ′Blue Angel′ mit dunkelgrünen, gezackten Blättern und roten Früchten
Vom Herbst bis in den Frühling hinein zieren gelbe oder rote Früchte die weiblichen Ilex-Sträucher. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

In den traditionellen Weihnachtsfarben, das heißt mit grünen Blättern und roten Beeren, gehört die Stechpalme zu den beliebtesten Schmuckgehölzen im Winter. Vor allem in Großbritannien, Nordamerika und Skandinavien, aber zunehmend auch in Deutschland finden die Zweige als Dekoration Verwendung.

Ilex 4 min
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Warum der Ilex auch Stechpalme genannt wird Der deutsche Name des immergrünen Gehölzes bezieht sich zum einen auf das gezackte, spitze Laub. Zum anderen symbolisiert das stachelige Laub für Christen die Dornenkrone Jesu und die roten Beeren seine Blutstropfen. Auch verweist der Name auf einen alten Osterbrauch in der Passionszeit: Am Palmsonntag schmückten Ilex-Zweige die Kirchen, da es in Deutschland einst keine echten Palmen wie im Nahen Osten gab.

Baum des Jahres 2021

Die Gattung Ilex umfasst hunderte Arten, eine von ihnen ist auch hierzulande heimisch: Die Europäische Stechpalme (Ilex aquifolium). Sie wurde zum Baum des Jahres 2021 ernannt. In Ihren Garten können Sie jedoch auch andere Arten und Züchtungen pflanzen, die frosthart sind und als frische Farbtupfer im Winter dienen. Die immergrünen Sträucher gibt es zum Beispiel mit gelb- oder weiß-grün panaschiertem Laub oder mit gelben Beeren. Manche Ilex-Arten wie die Japanische Winterbeere (Ilex serrata) werfen ihr Laub im Herbst ab. Für Einsteiger eignet sich Ilex meserveae, der Frost sehr gut verträgt. Es gibt sogar Ilex-Zwerge, die in kleinen Gärten glänzen können: Ilex meserveae 'Casanova' oder 'Little Rascal' zeigen ein interessantes Farbspiel in ihrem Laub, Ilex aquifolium 'Heckenzwerg' hat zarte, spitze Blättchen mit winzigen Stacheln.

Ilex als Alternative zu Buchs

Manche Sorten haben fast runde Blätter - löffelblättrig nennen Fachleute diese Laubform. Die meisten löffelblättrigen Sorten sind kleinwüchsig und erinnern an Buchsbaum. Allerdings eignet sich nur der Berg-Ilex (Ilex crenata) wirklich als Alternative zum Buchs. Sie können ihn dort, wo Pilzkrankheiten oder Buchsbaumzünsler kahle Stellen hinterlassen haben, als Ersatz pflanzen. Im Gegensatz zum Buchs erkrankt Ilex nicht an der gefürchteten Pilzkrankheit. Die Wuchsform der Sorte 'Storkes' ist der des Buchsbaums ähnlich. Ilex crenata 'Green Dragon' zeigt dagegen eine bizarre Wuchsform, die fast an einen Bonsai erinnert. Der Ilex kann gut in Form geschnitten werden, wächst aber langsamer als Buchs. Staunässe verträgt Ilex crenata gar nicht, daher ist er nicht für schwere, lehmige Böden geeignet. Für eine schöne, dunkelgrüne Färbung benötigt die Pflanze einen sauren bis neutralen Untergrund.

Ansprüche an den Standort

Ilex-Sorten mit gelb-panaschierten Blättern vertragen nicht so viel Schatten - und vor allem keinen steifen Winterwind bei strengem Frost. Pflanzen Sie solche Sträucher daher an einer windgeschützten Stelle im Halbschatten, nicht aber an dunklere Standorte. Der Europäische Ilex gilt dagegen als schattenverträglich. Die Bodenansprüche sind bei allen Stechpalmen ähnlich: sie bevorzugen kalkarme, humose, durchlässige, leicht feuchte Erde. Züchtungen mit buntem Laub gelten dabei als etwas anspruchsvoller. Im ersten Jahr nach der Pflanzung empfiehlt sich ein Winterschutz, da das empfindliche Wurzelsystem noch nicht sehr ausgeprägt ist. Auch eine etwa fünf Zentimeter dicke Mulchschicht, die den Boden feucht und unkrautfrei hält, nimmt Ilex dankbar an. Als ideale Zeitpunkte zum Pflanzen immergrüner Gehölze gelten der frühe Herbst bis Oktober - oder das Frühjahr. Achtung: Auf gar keinen Fall sollte Ilex ungeschützt mehrere Tage bei Frost in einem Topf draußen stehen. Einmal in die Erde gesetzt, kommt er mit leichten Minusgraden zurecht. Als Ziergehölz im Topf eignet er sich in unserem Klima dagegen nur, wenn er vor eisigen Temperaturen geschützt wird.

Drei verschiedenen Zwerg-Ilex-Pflanzen in Töpfen stehen neben einem weihnachtlichen Gesteck mit immergrünen Zweigen auf einem schwarzen Tisch
Manche Ilex-Züchtungen wachsen langsam und bleiben klein. Werden sie in Töpfen gezogen, benötigen sie wegen ihrer frostempfindlichen Wurzeln einen guten Winterschutz. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Stechpalmen im Winter

Alle Immergrünen benötigen reichlich Wasser, bevor der Winter mit aller Kraft hereinbricht. Sie geben über ihre Blätter auch in der kalten Jahreszeit Wasser ab. Scheint die Sonne bei starkem Frost, kann ihnen deshalb die Austrocknung drohen. Das helle Licht und die Wärme regen die Verdunstung über die Blätter an. Doch aus dem gefrorenen Boden steigt kein Wasser mehr in der Pflanze auf - ihre Blätter verwelken, sie trocknet aus.

Nach mehreren milden Tagen - nur bei nicht gefrorenem Boden - können Immergrüne wie Ilex auch im Winter gegossen werden. Gartenbesitzer sollten sie dann im Frühling auf Frostschäden untersuchen und bei Bedarf auslichten. Im Frühjahr kann die Gartenschere angesetzt werden. Bei Bedarf sollte der Schnitt im Mai oder Juni wiederholt werden, wenn Ilex eher kompakt wachsen soll.

Vom Herbst bis in den Frühling hinein zieren gelbe oder rote Beeren die weiblichen Exemplare des immergrünen Ilex. Doch reichen Fruchtbehang können Sie nur erwarten, wenn Sie in die Nähe wenigstens einen männlichen Ilex gepflanzt haben. Die Stechpalme ist zweihäusig. Ohne die blühenden Pollenspender bilden die weiblichen Pflanzen kaum Beeren aus. Achtung: Ob gelb oder rot, die Beeren der Stechpalmen sind für Menschen giftig. Vögeln dienen Sie dagegen als Winternahrung.

Europäische Stechpalme (Ilex aquifolium) Auffällig sind vor allem die stacheligen, glänzenden Blätter der acht bis zehn Meter hohen Stechpalme. Direkte Sonne mag sie nicht, am besten wird sie geschützt auf normalem Gartenboden gepflanzt. Wild wächst sie gern im Unterholz von Laubwäldern. Die unauffälligen, grünlich-weißen Blüten zeigen sich von Mai bis Juni. Weibliche Exemplare tragen im Herbst leuchtend rote Beeren. Verwendet wird sie für lockere Hecken und Gehölzgruppen. Blätter und Beeren sind sehr giftig. Vermehren können sie 'Ilex aquifolium' durch Stecklinge oder Absenker.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 20. Dezember 2020 | 08:30 Uhr