Gemüsegarten Kürbis aussäen, anbauen und verarbeiten

Es gibt etwa 800 Speisekürbis-Sorten. Aus dem Fruchtfleisch kann man Kuchen backen oder Suppen kochen. Ab Ende April können die Samen gesät werden, nach den Eisheiligen dürfen die Jungpflanzen in den Garten.

Ein kleines Mädchen schleppt eine Kürbis. Im Hintergrund befinden sich zahlreiche weitere Kürbisse.
Herbstzeit ist Kürbiszeit. Wer dann ernten möchte, sollte Ende April Samen in die Erde stecken. Bildrechte: IMAGO / ZUMA Wire

Kurz und Knapp: Kürbisse anbauen

Kurze Geschichte der Kürbisse

Kürbisse stammen ursprünglich aus Mittel- und Südamerika. Neuere archäologische Funde weisen darauf hin, das die Urvölker bereits 8.000 vor Christus Kürbiskerne als Snack für zwischendurch naschten. 3.000 Jahre später wurde der Kürbis als Gemüse entdeckt. Kolumbus brachte ihn auf seiner Entdeckungsreise mit der Santa Maria schließlich nach Europa. Die ursprünglich enthaltenen Bitterstoffe wurden herausgezüchtet. Der Speisekürbis selbst wurde für die Verbraucher kultiviert. Heute ist er kaum mehr aus der Herbstküche wegzudenken.

Kürbisse aussäen

Kürbisse vertragen keinen Frost. Sie dürfen erst nach den Eisheiligen ins Freie. Dann können sie direkt am gewünschten Standort ausgesät werden. Besser ist aber die Anzucht im Haus. Dazu werden frühestens Mitte, besser Ende April, die Samen etwa zwei Zentimeter tief in Töpfchen gesteckt. Ideal ist ein Töpfchen pro Samen. Die Erde muss feucht, aber nicht nass sein. Bei Zimmertemperatur keimen die Samen innerhalb weniger Tage. Nach zwei bis drei Wochen, wenn keine Nachtfröste mehr drohen und die Pflanzen vier bis sechs Blätter haben, dürfen sie ins Freie gepflanzt werden.

Küchengarten Kleine Kürbis-Kunde: Speisekürbisse vorgestellt

Kürbisse gibt es als Zwerge oder Riesen, mit Warzen oder glatter Schale. Der Klassiker ist der Hokkaido aus Japan. Aber es werden noch viel mehr wohlschmeckende Speisekürbisse angeboten. Eine Übersicht.

Orangefarbener Kürbis
Der Klassiker unter den Kürbissen ist der Hokkaido. Er ist einer der wenigen, die vor dem Verzehr nicht geschält werden müssen. Bildrechte: Daniela Dufft
Orangefarbener Kürbis
Der Klassiker unter den Kürbissen ist der Hokkaido. Er ist einer der wenigen, die vor dem Verzehr nicht geschält werden müssen. Bildrechte: Daniela Dufft
Ein dunkelgrüner Kürbis mit dünnen hellen Streifen liegt auf einer Wiese
Auch er zählt zu den Ausnahmen und muss nicht geschält werden - der Shogun Sweet, eine Neuzüchtung aus Japan. Diese Sorte ist im Geschmack sehr süßlich. Bildrechte: Daniela Dufft
Ein orangefarbener Kürbis mit beigen Streifen liegt auf einer Wiese.
Der 'Sweet Dumpling' wird auch als Mikrowellen-Kürbis bezeichtet. Ihn gibt es in verschiedenen Größen, Formen und Farben. Bildrechte: Daniela Dufft
Gefüllter Kürbis in einer Aluminium-Form
Die kleineren Speisekürbis-Sorten können ähnlich wie Zucchini mit Fleisch oder Fetakäse sowie Gemüse gefüllt und im Backofen gegart werden. Bildrechte: Daniela Dufft
Spaghetti-Kürbis
Die Kinder wollen kein Gemüse? Versuchen Sie es doch mal mit Spaghetti-Kürbis. Das Fruchtfleisch des Spaghetti-Kürbisses ist faserig. Bildrechte: Daniela Dufft
Auf einem Teller liegen lange Fäden eines Kürbisses. Im Hintergrund ist ein aufgeschnittener Kürbis zu sehen.
Wird das Fruchtfleisch mit der Gabel rausgeschält sehen die Gemüsefäden ein bisschen wie Spaghetti aus. Der Kürbis wird etwa 40 Minuten im Ofen gegart und dann ausgekratzt. Bildrechte: Daniela Dufft
Länglicher, lachsfarbener Kürbis der aussieht wie eine große Zucchini.
Eine sehr alte Kürbissorte ist der Bananenkürbis. Das Fruchtfleisch ist sehr fein und aromatisch. Bildrechte: Daniela Dufft
Dunkelgrüner Kürbis mit Auswuchtungen und vielen Dellen.
Ein echter Hingucker und auch noch wohlschmeckend ist der Kürbis 'Marina Di Chiogia' - eine schmackhafte Züchtung aus Italien. Bildrechte: Daniela Dufft
Grüner Kürbis mit orangefarbenen Sprenkeln liegt auf einem Tisch. Der Kürbis hat dicke orangefarbene Streifen.
Der Kürbis mit dem Namen 'Tonda Padana' wurde ebenfalls in Italien gezüchtet. Er sieht sehr dekorativ aus und hat einen aromatischen Geschmack. Er ist sowohl für Suppen, als auch zum Überbacken geeignet. Bildrechte: Daniela Dufft
Blassgrüner Kürbis
Der Kürbis 'Blue Hubbard' ist sehr fest und kann mehrere Monate trocken und warm gelagert werden. Er lässt sich für Suppen und zum Backen verwenden. Bildrechte: Daniela Dufft
Kugelhupf
Wie wäre es mal mit einem Kürbiskuchen? Bildrechte: Daniela Dufft
Ein großer hell-beiger Kürbis liegt mit kleineren Kürbissen auf einem Tisch.
Der Kürbis 'Lumina' ist eine Neuzüchtung aus den USA. Weil er so hell ist, wird ihm nachgesagt, er solle im Dunkeln leuchten. Das sehr orangefarbene Fruchtfleisch schmeckt sehr gut. Bildrechte: Daniela Dufft
Gelber Kürbis mit grünen Streifen
Das Fruchtfleisch vom Öl-Kürbis ist sehr aromatisch. Die Kerne sind besonders fettig und können geröstet geknabbert werden. Bildrechte: Daniela Dufft
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 23. Juni 2019 | 08:30 Uhr

Kürbisse anbauen

Kürbisse sind Starkzehrer und brauchen einen guten, nährstoffreichen Boden, zudem viel Wasser, um ihre aromatischen Früchte zu bilden. Bestens geeignet für den Anbau ist ein Hügelbeet oder der Komposthaufen, der meist auch noch an einer geschützten Stelle steht. Er hält ausreichend Kraft bereit, um den Kürbis gedeihen zu lassen, und auch als Kompost auf dem Beet noch gut zu wirken. Kürbisse sollten im Beet zusätzlich Volldünger bekommen.. Als Standort eignen sich sonnige oder halbschattige Plätze.

Viele grüne und orangene Kürbisse liegen nebeneinander.
Kürbisse brauchen viele Nährstoffe. Bildrechte: Daniela Dufft

Kürbisse lagern

Kürbisse haben eine schützende Wachsschicht und können deshalb mehrere Monate lang gelagert werden. Wichtig ist deshalb, die Kürbisse nach der Ernte auf keinen Fall zu waschen, denn das würde die schützende Schicht zerstören. Als Lagerort eignet sich beispielsweise eine Speisekammer: Kürbisse sollten warm und trocken liegen.

Der Kürbis in der Küche

Kürbisse sind gesund. Das Fruchtfleisch ist reich an Ballaststoffen, wirkt verdauungsfördernd und entgiftend. 100 Gramm enthalten nur etwa 30 Kalorien. Außerdem enthält Kürbis viele Vitamine und Mineralstoffe wie Kalium, Eisen oder Magnesium.

Der Kürbis eignet sich für die Zubereitung unterschiedlichster Speisen. Er kann gefüllt und im Backofen gegart werden. Auch Kuchen lässt sich aus dem Fruchtfleisch backen.

Auf einem Teller liegen lange Fäden eines Kürbisses. Im Hintergrund ist ein aufgeschnittener Kürbis zu sehen.
Speise aus dem Spaghetti-Kürbis Bildrechte: Daniela Dufft

Gesunde Kerne

Nicht nur das Fruchtfleisch, auch die Kürbiskerne schmecken und sind gesund. Sie enthalten wertvolle Öle, die als Snack für Zwischendurch schnell Energie liefern. Für die Gewinnung von Kürbiskernen eignen sich am besten die Kerne des Ölkürbisses.

Rezepte

Gefüllter Kürbis

Der kleine Kürbis "Sweet Dumpling" eignet sich gut zum überbacken. Der Kürbis wird aufgeschnitten, die Kerne mit einem Löffel herausgeholt. Für die Füllung kann Gehacktes verwendet werden, aber auch Fetakäse, Tomaten und Gewürze.

Der Kürbis wird mit Käse abgedeckt und im Backofen gegart.

Kürbis als Rohkost

Das Kürbisfleisch wird einfach geraspelt und mit Essig, Öl, Kräutern und Gewürzen nach Wahl zubereitet.

Kürbiskuchen

Zutaten:

  • 500 g Kürbisfleisch
  • 200 g gemahlene Haselnüsse
  • 3 Eier
  • 400 g Zucker
  • 2 Päckchen Vanille-Zucker
  • 200 ml Öl
  • 500 g Mehl
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 10 Tropfen Bittermandelaroma
  • 2 Esslöffel Joghurt

Kürbisfleisch raspeln, Nüsse in der Pfanne ohne Fett leicht anbraten. Alle Zutaten vermengen, zum Schluss wird das Bittermandelaroma hinzugegeben. Teig in eine große Kastenform füllen und bei 200 Grad etwa eine Stunde lang backen. Der Kürbiskuchen schmeckt am besten, wenn er vor dem Servieren in Alufolie gewickelt wird und zwei Tage im Kühlschrank durchzieht.

Kugelhupf
In einer halben Stunde ist der Kuchen zubereitet. Bildrechte: Daniela Dufft

Bitterstoffe im Kürbis

Einige Kürbissorten, vor allem die Zierkürbisse, enthalten Giftstoffe, die bitter schmecken (Cucurbitacine). So schützen sich die Pflanzen vor Insekten und Pilzerkrankungen. Auch das Vieh macht um diese Sorten einen großen Bogen und lässt Blätter und Früchte stehen. Erst durch Auslese und Züchtung von bitterfreien Kürbissen wurde der Kürbis auch als Gemüse nutzbar.

Im Sommer 2015 machte der Tod eines Mannes Schlagzeilen, der durch den Verzehr einer Zucchini aus dem eigenen Garten gestorben war. Das Gemüse enthielt den eigentlich aus der Frucht herausgezüchteten Bitterstoff Cucurbitacin. Das kann nur passieren, wenn Gärtner aus eigenen Kernen neue Pflanzen ziehen. Bienen fliegen bis zu fünf Kilometer weit und können auch Pollen bitterstoffhaltiger Kürbisgewächse auf die Pflanze übertragen. Daraus entsteht dann eine neue Kreuzung mit unbekannten Eigenschaften.

Deshalb gilt für Hobbygärtner, das Saatgut für Kürbisse stets vom Züchter zu kaufen. Dort werden die Pflanzen per Hand bestäubt und so garantiert, dass die Pflanzen beispielsweise nicht mit Zierkürbissen gekreuzt werden.

Die Bitterstoffe schmeckt man übrigens deutlich heraus, denn sie machen den Kürbis ungenießbar. Sollte ein Kürbis also bitter schmecken, gehört er in den Hausmüll.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 04. September 2022 | 08:30 Uhr